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Berlin Alt-Lichtenberg

Der Stadtteil Alt-Lichtenberg teilt sich in die Stadtviertel Dorf Lichtenberg mit Stadtpark und Umgegend, das damals sogenannte Neu-Lichtenberg mit der Mietskasernensiedlung nördlich der Frankfurter Allee, dem Industriegebiet Herzberge mit Wasserwerk, dem Krankenhaus Herzberge mit Landschaftspark und Kinderklinik Lindenhof, sowie dem südlichen Zipfel am alten Güterbahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde bis zur heutigen Schulze-Boysen-Straße ehemals nördliche Verlängerung der Pfarrstraße aus der Victoriastadt. Ursprünglich gehörte das Gebiet östlich des Bahnhofs Lichtenberg bis zur Rosenfelder Straße und Marie-Curie-Allee (bis 1951 Capriviallee) bis hinunter zum Lichtenberger Kiez an der Lückstraße noch zur Gemeinde Lichtenberg und wurde 1867 durch den Bau der Preußischen Ostbahn vom Rest des Ortes getrennt und 2002 dem Ortsteil Rummelsburg zugeschlagen. Entlang des Zentralfriedhof Friedrichsfelde, der Rosenfelder Straße und der Marie-Curie-Allee verlief ein Graben, der die natürliche Gemarkungsgrenze bildete und der seit der Bebauung des Gebiets verrohrt ist.

Das Angerdorf Lichtenberg entstand im Zuge der deutschen Kolonisation des Barnim um 1230. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahr 1288 in einem Grenzvertrag, der nach einem Streit über die Grenze zwischen dem zu Berlin gehörenden Dorf Stralau und dem Dorf Rosenfelde aufgesetzt wurde. Im selben Jahrhundert entstand auch die Dorfkirche am heutigen Loeperplatz. Die Familie von Rüthenick war vermutlich an der Gründung des Dorfes beteiligt. Der Besitz des Dorfes lag im 14. Jahrhundert überwiegend in ihren Händen.

Im Jahr 1391 wurde Lichtenberg – wie auch andere Dörfer im Umkreis – von der Stadt Berlin gekauft und damit ein Kämmereidorf.

Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 traf das Dorf hart. Es wurde aber nicht verwüstet.

Um 1750 wurde in Lichtenberg eine Windmühle errichtet, 1771 folgte die Gründung der Colonie Friedrichsberg in der Lichtenberger Gemarkung. Im Jahr 1777 wurde neben der Kirche auf dem Dorfanger eine Schule erbaut. 1778 wurden im Ort zwei Brunnen und 1795 zwei Pumpen angelegt.

Im Jahr 1783 wurde das Dorf mit dem Gut aus der Feld- und Flurgemeinschaft abgetrennt. Im selben Jahr entstand der Lichtenberger Kietz auf einem schon 1571 als "Kietzer Lacken" bezeichneten Flurstück durch den Bau von vier Doppelhäusern für acht Büdner an der heutigen Lückstraße in der damaligen Lichtenberger Feldmark im heutigen Ortsteil Rummelsburg.

Im späten 18. Jahrhundert errichteten mehrere wohlhabende Familien, Offiziere und hohe Beamte aus Berlin in Lichtenberg ihre Landsitze und Villen. Unter diesen befand sich auch der Gouverneur von Berlin, General W. J. H. von Möllendorff, der um 1780 hier seinen eingeschossigen Landsitz, das Möllendorff’sche Schlösschen, mit Park und Wirtschaftshof anlegen lies. Auf diese Weise wurde Lichtenberg zum zeitweiligen Wohnort einiger wohlhabender Familien aus Berlin und durch seine neu entstandene Gastronomie zugleich ein beliebtes Ausflugsziel für die Berliner Bevölkerung.

Von den Gebäuden des ehemaligen Dorfes Lichtenberg sind heute einzig die Grundmauern der Dorfkirche erhalten geblieben. Nach einigen verheerenden Bränden bis zur Mitte des 19. Jahrhundert wurden die einfachen strohbedeckten Gebäude durch massive Wohnhäuser und steinerne Wirtschaftsgebäude ersetzt.

Albert Roeder aus Hegermühle, Rittergutbesitzer in Stechau, hatte 1856 - im Geburtsjahr seines Sohnes Hermann Franz Leo Roeder - das Gut Lichtenberg mit den Kolonien Friedrichsberg, Kietz und Wilhelmsberg im Kreis Niederbarnim vom Berliner Magistrat gekauft. Nach etlichen Jahren begann Albert Roeder mit der Parzellierung großer Teile des Gutes Lichtenberg. 1879 starb Albert Roeder. 1883 übernahm Hermann Franz Leo Roeder den Gutsbesitz seines verstorbenen Vaters von der verwitweten Mutter und verkaufte die Parzellen nach und nach als Bauland. Das Gebiet wurde von drei Eigentümern verwaltet und verkauft. Dem Rittergutsbesitzer Roeder, der Terraingesellschaft Rittergut Lichtenberg GmbH und der Lichtenberger Terrain AG. In der Bornitzstraße siedelten sich überwiegend Gärtnereien an, nördlich der Frankfurter Chaussee entstand ein neues Stadtviertel mit Mietskasernen und in der Herzbergstraße und Rittergutstraße entstand die Industriestadt Rittergut Lichtenberg mit eigener Industrieanschlussbahn - dem Anschluss Roeder.

Der Personen-Bahnhof Lichtenberg wurde ein Jahr nach seiner Eröffnung im Jahre 1881 in Bahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde umbenannt, weil er dem Ort Friedrichsfelde zugewandt liegt, obwohl die Gemarkungsgrenze zwischen Lichtenberg und Friedrichsfelde entlang der Rosenfelder Straße und Marie-Curie-Allee lief. Im Jahr 1938 erhielt er seinen heutigen Namen Bahnhof Berlin-Lichtenberg. Seit 2002 gehört das Gebiet zwischen Bahnhof Lichtenberg und Marie-Curie-Allee zum Ortsteil Rummelsburg.

Am 11. November 1898 wurde nach zweijähriger Bauzeit das Rathaus Lichtenberg fertiggestellt. Zu dieser Zeit begann die Bebauung des Geländes nördlich der Frankfurter Chaussee.

Am 1. April 1908 erhielt die Gemeinde Lichtenberg, mit ihren damals 71.000 Einwohnern, das Stadtrecht verliehen. Zum ersten Bürgermeister wurde Oskar Ziethen gewählt. Dessen Name bekam im Jahr 1932 das zwischen 1911 und 1914 auf einem ehemaligen "Gut zu Lichtenberg" entstandene Hubertus-Krankenhaus. Seit dem heißt dieses Oskar-Ziethen-Krankenhaus.

1912 wurde die Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg in die Gemeinde Lichtenberg eingemeindet.

Der Bau und der Betrieb zweier Krankenhäuser, der Städtischen Irrenanstalt Herzberge (heute Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge) und des heutigen Oskar-Ziethen-Krankenhauses stärkten die wirtschaftliche Entwicklung. Nicht zuletzt erwies sich der Verkehr als wichtige Stütze der Wirtschaft, im Ortsteil befinden sich das Straßenbahndepot in der Siegfriedstraße und der Bahnhof Lichtenberg an der Preußischen Ostbahn, von der aus es eine Industrieanschlussbahn zum Industriegebiet an der Herzbergstraße und Rittergutstraße gab.

Das Gebiet zwischen der Landsberger Chaussee (heute Landsberger Allee) und der Rittergutstraße (heute Josef-Orlopp-Straße) – die Industriestadt Rittergut Lichtenberg, später Industriegebiet Herzbergstraße - entwickelte sich um 1900 zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort. Dazu trugen insbesondere die folgenden Einrichtungen bei:
- Siemens & Halske Kohlestiftfabrik
- Margarinewerk Berolina
- Norddeutsche Kugellagerfabrik
- Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend

Dieses Fotoalbum-Projekt bezieht sich hauptsächlich auf die Erstbesiedelung der Parzellen in der historischen Industriestadt Rittergut Lichtenberg, auch wenn erst später folgende Fabriken und Firmen auf den selben Parzellen mehr Aufmerksamkeit erlangten. Ein Beispiel dafür von der Parzelle Rittergutstraße 45-46:
Erstbesiedelung durch die Deutsche Haferfutterbrot-Fabrik im Jahr 1914. 1920 Übergabe an die Deutsche Marmor- und Alabasterwerke GmbH. Um 1935 Bau der Norddeutschen Kugellagerfabrik. Um 1940 Erweiterung auf der westlich gelegenen Parzelle, auf der in den 1920er Jahren die Firma Haack & Manteuffel Hölzer und Furniere und die Berliner Zweigniederlassung der Schlesischen Furnierwerke AG, vorm. S.B. Levi, ansässig war. Die Kugellagerfabrik wurde ab 1947 wieder in betrieb genommen und erhielt 1961, mit der gleichnamigen Umbenennung der Straße, den Namen VEB Wälzlagerfabrik "Josef Orlopp". In den 1950er Jahren wurde die Fabrik hinter den Gebäuden der Brucheisen-Fabrik Cohn & Borchardt aus dem Jahr 1918 auf die östlich gelegene Parzelle an der Siegfriedstraße erweitert. Nach 1960 wurde auch das südlich gelegene Gelände an der Siegfriedstraße und der damals erst erschlossenen Bornitzstraße bebaut. An der Bornitzstraße entstand der Betriebskindergarten. Nach 1990 wurde die Produktion eingestellt. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände wurden über die Jahre hinweg mehrere Gewerbe ansässig.

(Mit Infos aus Wikipedia)
PS: Es befinden sich noch weitere Fotos aus Lichtenberg auf dieser Webseite verteilt.


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