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Heidekampgraben von der Spree bis Späth's Baumschule

Der Heidekampgraben ist ein Wasserlauf in Berlin Treptow. Ursprünglich nannten die Bauern der Umgebung den Graben "Hedekampsche". Hede ist eine niederdeutsche Bezeichnung für Heide und kamp ein Lehnwort des lateinischen Wortes campus, womit ein eingehegtes Feld gemeint ist. Der Wasserlauf war also als natürliche Feld- oder Weidebegrenzung genutzt worden.

Bis vor dem Bau des Britzer Zweigkanals im Jahre 1906 (ab 1992 Britzer Verbindungskanal) war die Quelle des Heidekampgrabens im Späth-Arboretum der Späth'schen Baumschule im Ortsteil Baumschulenweg. Im Späth-Arboretum befindet sich der Arboretumsteich, von dem der Heidekampgraben abfloss. Der Arboretumsteich war einst ein Quellteich im Sumpf- und Heideland der Königsheide im Berliner Urstromtal. Seit dem Bau des Britzer Zweigkanals wird der Heidekampgraben vom Kanal gespeißt. Der Verlauf des Heidekampgrabens ist vom Britzer Verbindungskanal bis zur Kiefholzstraße eine natürliche Grenze zwischen Treptow und Neukölln, die bis heute besteht und zu DDR-Zeiten zum antifaschistischen Schutzwall (Berliner Mauer) ausgebaut wurde, der nach 1990 zu einer Gründurchwegung umgestaltet wurde und Teil des Berliner Mauerwegs ist. Im weiteren Verlauf durchfließt der Heidekampgraben den Karpfenteich im Treptower Park und mündet bei der Insel der Jugend direkt neben dem Vorwerk am Restaurant Zenner in die Spree. Der Heidekampgraben ist wegen dem sehr geringen Gefälle meist ein stehendes Gewässer, das auch mal rückwärts fließen kann.

Der Arboretumsteich wird heute durch einen Tiefbrunnen bewässert. Ab wann das so ist, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich nach dem Bau des Teltowkanal und Bitzer Zweigkanal im Jahre 1906, durch die der Grundwasserspiegel sank. Im Jahr 1976 wurde der Arboretumsteich mit einer Tonschicht abgedichtet.
In einigen aktuellen Landkarten ist der Heidekampgraben noch von Arboretumsteich bis Britzer Verbindungskanal eingezeichnet. Sein Verlauf ist dort die Grenze zwischen den Kleingartenanlagen Silberlinde und Britzer Allee sowie Baumfreunde. In den Kleingärten ist dort heute nichts mehr vom Heidekampgraben zu sehen. Am Südufer vom Britzer Verbindungskanal ist auch nichts mehr zu sehen.

Brücken / Unterführungen:
- Arboretumsteich -
Späthbrücke (Späthstraße)
- Britzer Verbindungskanal -
Heidekampbrücke (Forsthausallee)
Holzbrücke (High-Deck-Siedlung)
Unterführung (Sonnenallee)
Holzbrücke (High-Deck-Siedlung)
Holzbrücke (High-Deck-Siedlung)
Unterführung (Hänselstraße)
Brücke/Unterführung (Verbindungsbahn Baumschulenweg–Neukölln)
Dammbrücke (Dammweg)
Unterführung (Kiefholzstraße)
Holzbrücke (KGA Sorgenfrei)
Holzbrücke (KGA Sorgenfrei)
Metallbrücke (Bahndammweg)
Steg (unter der Brücke Görlitzer Bahn)
Brücke (Görlitzer Bahn)
Holzbrücke (Blaumeisenweg, KGA Treptows Ruh)
Parkbrücke (Am Treptower Park)
Holzbrücke (Karpfenteich Mündung)
- Karpfenteich -
Südliche Treptower Parkbrücke
Mittlere Treptower Parkbrücke
Nördliche Treptower Parkbrücke
Brücke (Sternwarte)
Alt-Treptower-Straßen-Brücke (Alt Treptow)
Zennerbrücke (Vorwerk/Zenner)
- Spree -

Der Heidekampgraben wird in zwei Teile aufgeteilt.
Südlicher Heidekampgraben: von Arboretumsteich bis Kiefholzstraße. Ab 1906 von Britzer Zweigkanal bis Kiefholzstraße.
Nördlicher Heidekampgraben: von Kiefholzstraße bis Spree.

Im Siegel der Landgemeinde Treptow von 1875 und im Wappen vom Bezirk Treptow in Groß-Berlin von 1920 ist der Heidekampgraben eingezeichnet. Der (Berliner) Bär im Wappen geht auf Albrecht I. "den Bären", Eroberer und Begründer der Mark Brandenburg, zurück.


Späth's Baumschule

Der Gärtner und Botaniker Franz Späth kaufte im Jahr 1863 die seit 1720 in Familienbesitz befindliche Gärtnerei von seinem Vater und verlegte sie von der Luisenstadt auf die bis 1840 durch Rodung der Cöllnischen Heide angelegten Rudower und Britzer Wiesen in der damaligen Gemarkung Britz. Franz Späth wandelte die Gärtnerei in eine Baumschule um und lies im Jahr 1874 in dieser ein Herrenhaus mit Verwaltungsgebäude, Pförtnerei, Pferdestall und Remise errichten. Am Herrenhaus wurde zwischen 1874 und 1879 das Späth-Arboretum der Späth'schen Baumschule angelegt. Um 1885 wird das Angestelltenwohnhaus der Späth'schen Baumschule auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet. 1891 wird ein Wohnhaus von der Späth'schen Baumschule ebenfalls auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet.

Die Späth'sche Baumschule wird in ihrem Bestehen prägend für die Gegend. Vieles in der Gegend wird nach dem Familiennamen Späth und der Baumschule benannt.

Im Jahr 1890 wird der Bahnhof Baumschulenweg an der Görlitzer Bahn angelegt. Die bereits 1864 angelegte Straße von Britz zu Späth's Baumschule wird im Jahr 1903 in Späthstraße umbenannt. Durch den Bau des Teltowkanals und des Britzer Zweigkanals (beide 1900-1906) sank der Grundwasserspiegel, weswegen Teile der Baumschule parzelliert und verkauft wurden, auf denen die Siedlung Späthsfelde entstand. Im Jahr 1945 wird der Ortsteil Baumschulenweg aus dem südlichen Teil des Ortsteils Treptow gebildet. Ab dem Jahr 2000 sind weitere Teile der Späth'schen Baumschule verkauft worden, auf denen die Reihenhaussiedlung "Späthsches Viertel" entstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Späth's Baumschule im Jahr 1947 erst in Treuhandeigentum und 1949 in Volkseigentum überführt. 1961 wird das Späth-Arboretum von der Humboldt-Universität zu Berlin übernommen.

Chronik von Späth's Baumschule

Vorwort: Seit etwa 1700 wurden in Berlin und dessen unmittelbarer Umgebung Gärtnereien angelegt. In den von zugewanderten Franzosen (Hugenotten) und einheimischen Berlinern angelegten Gärtnereien wurden unter anderem für die damalige Zeit exotische Obst- und Gemüsesorten auch in Gewächshäusern angebaut. Einige Gärtnereien wurden zu Kunstgärten und Parkgärtnereien mit Blumenparterres, Bogengängen, Schmuckstatuen, Gartentheatern und Orangerien, sowie zu Sommerresidenzen ausgebaut, die ab 1750 mit dem königlichen Park Sanssouci konkurrierten.

1720 - Christoph Späth (1696–1746) gründet vor dem Berliner Halleschen Tor am Johannestisch (heute Blücherplatz in Kreuzberg) eine Obst- und Gemüsegärtnerei.

1746 - Carl Späth (1721-1782, Sohn von Christoph Späth) führt die Gärtnerei weiter.
1760 - Carl Späth verlegt die Gärtnerei in die Köpenicker Straße im Köpenicker Viertel (ab 1802 Luisenstadt) von Berlin.

1782 - Anna Späth (Frau von Carl Späth) führt die Gärtnerei weiter.
1792 - Friedrich Späth (1768–1831, Sohn von Anna und Carl Späth) übernimmt die Gärtnerei und erweitert sie zu einem Studienort.

1831 - Ludwig Späth (1793–1883, Sohn von Friedrich Späth) übernimmt die Gärtnerei und spezialisiert sie auf das Züchten von Blumen und Topfpflanzen.
1856 - Ludwig Späth's Blumen und Topfpflanzen werden überregional vermarktet.
1862 - Ludwig Späth vertreibt einen Katalog über seine Blumen und Topfpflanzen.

1863 - Franz Späth (1839–1913, Gärtner und Botaniker, Sohn von Ludwig Späth) kauft die Gärtnerei und verlegt sie auf die bis 1840 durch Rodung der Cöllnischen Heide angelegten Rudower und Britzer Wiesen in der damaligen Gemarkung Britz.

1874 - Franz Späth lässt an der Gärtnerei/Baumschule ein Herrenhaus errichten.
1879 - Franz Späth's Arboretum, neben dem Herrenhaus, ist fertiggestellt.
1895 - Franz Späth gründet eine Zweigniederlassung in Falkenrehde bei Potsdam.
1900 - Franz Späth's Baumschule ist mit etwa 225 Hektar die größte Baumschule der Welt.

1900 - Teltowkanal und Britzer Zweigkanal werden bis 1906 angelegt und senken den Grundwasserspiegel.
1906 - Franz Späth verkauft parzellierte Teile der Baumschule, auf denen die Siedlung Späthsfelde entsteht.

1911 - Hellmut Späth (1885–1945, Sohn von Franz Späth) wird Prokurist der Baumschule.
1912 - Hellmut Späth übernimmt die Leitung der Baumschule.
1917 - Hellmut Späth verlegt die Zweigniederlassung in Falkenrehde unweit nach Ketzin.
1933 - Hellmut Späth tritt der NSDAP bei und erhält Aufträge für Autobahnen, das Olympiastadion in Berlin und den Flughafen Tempelhof.
1943 - Hellmut Späth wird wegen "Umgangs mit Juden und versteckter Hetz- und Wühlarbeit gegen Deutschland" verhaftet und enteignet und zu einem Jahr Haft verurteilt.
1945 - Hellmut Späth wird im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet.

1947 - die Baumschule wird in Treuhandeigentum überführt.
1949 - die Baumschule wird in Volkseigentum überführt (Treptow: Teil der VEG Saatzucht Baumschulen Dresden, Ketzin: VEG Baumschule Ernst Thälmann).

194? - Dagmar Späth (Journalistin und Fernsehmoderatorin, Tochter von Hellmut Späth), gründet eine Gärtnerei in der Finckensteinallee (heute Hampsteadstraße (nahe Schreberstraße), Zehlendorf).
1959 - Dagmar Späth stirbt bei einem Autounfall, Gärtnerei wird geschlossen.

1961 - das Späth-Arboretum mit Herrenhaus wird von der Humboldt-Universität zu Berlin übernommen.
1966 - das Späth-Arboretum wird für die Bevölkerung zugänglich gemacht.

1990 - die Baumschule kommt unter Treuhandverwaltung.
1997 - die Baumschule wird an die Erben der Familie Späth zurückübertragen, die die Baumschule weiterführt. Manfred Späth (Sohn von Hellmut Späth) ist Teil der Erbengemeinschaft der Familie Späth.

200? - die Baumschule wird an ein Konsortium mit den Gesellschaftern Georg Graf zu Castell-Castell und Felix Gädicke, Christian von Stechow und Christoph Rechberg übertragen.

(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden in den Jahren 2015 und 2016.


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