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Alt Schwerin

Im Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin aus dem Jahr 1875 steht geschrieben:
Alt-Schwerin.
Nossentin, 82 Einwohner. D.-A. Plau.
Nossentiner Hütte, 574 Einwohner. D.-A. Plau.
Silz mit Kalkbrennerei und Ziegelei zu Nossentin, 443 Einwohner. D.-A. Plau.
Jürgenshof, 71 Einwohner. R. A. Plau.
Alt-Schwerin mit Glashütte, Mönchbusch, Ortkrug und Wendorf, 466 Einwohner. R. A. Plau.
Sparow und Sanz, 112 Einwohner. R. A. Plau.
Werder, 39 Einwohner. R. A. Plau.
Zusammen 1787 Einwohner.

Standesbeamter: Gutsbesitzer Klockmann auf Jürgenshof, zu Alt-Schwerin.
Stellvertreter: Glashüttenpächter Paetow zu Alt-Schweriner Glashütte.
Stellvertreter: Gutzbesitzer Kophamel auf Werder.

Die Fototour beginnt in Jürgenshof, einer Siedlung an einem alten Gutshof am Nordufer vom Plauer See. Bei Jürgenshof stand einst eine Ziegelei direkt am Ufer, ungefähr dort wo heute der Hafen der Marina Jürgenshof ist. Das Gut Jürgenshof wurde 1945 enteignet. Jürgenshof befindet sich zudem am Tauchowsee, durch den es mit Alt Schwerin verbunden ist.

In Alt Schwerin - früher auch Alten Schwerin oder Dorf Schwerin genannt - steht am Tauchowsee das Schloss Schwerin. Der Ursprung des Namens könnte germanisch sein, oder slawisch, oder westslawisch. Das ursprüngliche Bauerndorf Schwerin wurde im Jahr 1289 erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 14. Jahrhundert bestand ein Gut in Schwerin, das bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Familie v. Gamm war. Bis zum Jahr 1720 ging das Dorf samt Gut in den Besitz der ansässigen Familie Wangelin über. Diese errichtete um 1733 das Gutshaus (Schloss Alt Schwerin). Ab dem Jahr 1786 wechselten die Besitzer öfters. 1898-1899 ging das Dorf samt Gut in den Besitz des Berliner Großkaufmanns Johannes Schlutius über. 1945 wurde der Besitz enteignet. Ab den 1960er Jahren wurde Schwerin zu einem Urlauberdorf.

Alt Schwerin liegt an der 1848 angelegten Chaussee zwischen Malchow und Karow. Die beiden Chausseehäuser sind noch vorhanden. 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn (Bahnstrecke Parchim-Neubrandenburg) eröffnet, mit Haltepunkt/Bahnhof/Haltestelle Alt Schwerin zwischen den Bahnhöfen Karow und Malchow. Im Dezember 2014 wurde der Zugverkehr auf der Strecke Karow-Malchow eingestellt. 1978 wurde das letzte Teilstück der seit 1963 im Bau befindlichen Autobahn 13 für den Verkehr freigegeben.

1963 wurde das Agrarhistorische Museum in Alt Schwerin eröffnet, heute Agroneum Alt Schwerin. Anfangs gehörte das ganze Dorf samt Gutshof und Gutshaus mit zum Museum. Im Laufe der Jahre wurden Anlagen und Gebäude von andernorts auf dem Museumsgelände neu aufgebaut. In der zum Gutshof gehördenden Schnitterkaserne finden Sonderausstellungen statt.

1990 entstand der bei Alt Schwerin liegende Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide, der aus knapp über die Hälfte Wald- sowie aus Moor-, Heide-, Grün- und Acker-Landschaft besteht, in der 60 Seen liegen.

Nordnordwestlich von Alt Schwerin liegt ziemlich abgelegen der Ort Mönchbusch (ehemals Mönnigbusch). Mönchbusch war eine zu Alt Schwerin gehörige Meierei. Zu Mönchbusch gehörte wiederum die südwestlich gelegene Glashütte mit Ziegelei. Dort wurde von 1847 bis 1901 das grüne Mecklenburger Waldglas hergestellt. Die Ziegelei war ebenfalls sehr alt und bestand zu zwei Zeiten mit einer Unterbrechung. Wiederum südlich der Glashütte und Ziegelei sind die Relikte eines Torfstiches zu sehen, vom Aussichstturm "Moorochsen". Das Torf wurde als Brennstoff in der Glashütte und Ziegelei verwendet.

Fotos von der Fischerei Wendorf und der Insel Plauer Werder samt ehemaligen Meierhof sind am Ende vom Album der Rundtour Plauer See zu finden.


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