Kosanke-Siedlung in Rummelsburg
Die Kosanke-Siedlung an der Hauptstraße in Rummelsburg wurde von 1930 bis 1937 anstelle von Kleingartensiedlungen (Namen unbekannt) errichtet. In den 1950er Jahren wurde die Kosanke-Siedlung wegen Kriegsschäden erneuert.
Die Kosanke-Siedlung liegt zwischen der Hauptstraße (der Straße von Boxhagen-Rummelsburg nach Köpenick) und der Berlin-Frankfurter Bahn von 1842 (ab 1846 Niederschlesisch-Märkische Bahn) sowie beiderseits dem Abzweig der Schlichtallee.
Im Jahr 1930 stimmte das Berliner Abgeordnetenhaus über den Verkauf von Bauland Ecke Schlichtallee-Hauptstraße an die Gemeinnützige Baugesellschaft Berlin-Ost m.b.H. (alleiniger Gesellschafter Stadt Berlin). Zu dieser Zeit wurde die zukünftige Wohnanlage "Siedlung Schlichtallee-Hauptstraße" genannt.
Die Kosanke-Siedlung besteht aus drei Teilen und ist in drei Bauzeiten entstanden. Die nördlichen Häuser, zwischen Schlichtallee und S-Bahnhof Rummelsburg, wurden 1930 von der Gemeinnützige Baugesellschaft Berlin-Ost m.b.H. gebaut. Die mittleren Häuser, mit 4 Häusern südlich der Schlichtallee, wurden 1933 von der Gemeinnützige Aktien Gesellschaft für Angestellte der Heimstätten (Gagfah) gebaut. Die südlichen Häuser wurden 1937 von der Märkische Scholle GmbH gebaut.
Alle Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg bis auf wenige bis heute erhaltene Gebäudeteile komplett zerstört. Es wird berichtet, dass die Wohnhäuser durch amerikanische Bomber zerstört wurden, als der Krieg schon entschieden war. In den 1950er Jahren wurden die zerstörten Häuser zum großen Teil durch Neubauten ersetzt, dabei aber nicht die komplette ursprüngliche Bebauung wiederhergestellt. Zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953 legten die Bauarbeiter auf der Baustelle die Arbeit nieder, aufgrund einer Normerhöhung um 10 %.
Die Häuser der mittleren Kosanke-Siedlung wurden ab 2015 entkernt und in einen Neubau-Wohnblock integriert.
Woher die Kosanke-Siedlung ihren Namen hat ist ein ungeklärtes Mysterium. Der Name "Kosanke-Siedlung" ist nachweislich ab 1953 in Verwendung. "Kosanke" ist ein gewöhnlicher Familienname, ähnlich wie Konopke und Kowalski.
Folgendes mit Namen Kosanke ist bekannt:
• Alfred Kosanke (antifaschistischer Widerstandskämpfer, Alfred-Kosanke-Siedlung) [Quelle: Museumsleiter Stadtmuseum Lichtenberg (ohne Überprüfung)].
• Otto Kosanke (1934, Maurermeister, Dahlwitz-Hoppegarten, Köpenicker Allee) [Quelle: Amtsblatt der Reichshauptstadt Berlin].
• Otto Kosanke (1940, Baufirma, Mahlsdorf Waldesruh) [Quelle: Deutsches Reichs-Bau-Adreßbuch].
• Heinz Karl Kosanke Immobilien (1949, Friedrichshain) [Quelle: Berliner Zeitung], Die Firma ist erloschen (1950) [Quelle: Berliner Zeitung].
• Klaus-Peter Kosanke (1952, FDJ) [Quelle: Neues Deutschland], (1966, Bezirksrat für Jugend und Sport) [Quelle: Berliner Zeitung], (1984, 49 Jahre, Stadtbezirksbürgermeister Weißensee, FDGB) [Quelle: Berliner Zeitung], (54 Jahre, FDGB, Diplomökonom, Stadtbezirksrat für Kultur, Rat des Stadtbezirks Berlin-Weißensee, Mitglied des Kreisvorstandes der DSF) [Quelle: Berliner Zeitung].
• Walter Kosanke (1957, FDGB, Wahlkreiskandidat Köpenick) [Quelle: Berliner Zeitung], (1980 verstorben) [Quelle: Neues Deutschland].
• Herr Kosanke (1959, Stadtbauamt) [Quelle: Neue Zeit].
• Werkmeister Kosanke (1966, Figur "Kosanke" im Theaterstück "Die Plebejer proben den Aufstand", Günter Grass).
• Alfred Kosanke (1966, Autor, Weißensee) [Quelle: Berliner Zeitung].
• Cafe Kosanke (1976, Weißensee, Langhansstraße) [Quelle: Neues Deutschland], (1985, Hans Kosanke, HO, Kommission, 15jähriges Jubiläum) [Quelle: Neue Zeit].
• Adolf Kosanke (1986, Oberst, Diplom-Militärwissenschaftler, Sektion LaSK, Träger des Friedrich-Engel-Preises an der Militärakademie "Friedrich Engels" der Nationalen Volksarmee der DDR) [Quelle: Militärakademie "Friedrich Engels" (Buch)].
• Bernd Kosanke (1993, Prokurist der Wohnungsbaugesellschaft, WBF) [Quelle: Berliner Zeitung].