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Plauer Stadtwald

Der Plauer Stadtwald liegt südlich von Plau. Das hügelige Gebiet ist von Wald, Wiesen und Seen durchzogen. Der Plauer Wald ist als Naherholungsgebiet erschlossen und zum größten Teil das Naturschutzgebiet Plauer Stadtwald. Im Westen grenzt der Wald an die Bahnstrecke Güstrow-Meyenburg von 1882. Im Süden liegt Appelburg mit ehemaliger Nerzzuchtanlage. Im Osten liegen die Siedlungen Plötzenhöhe, Am See (Plötzensee), Seelust, Wendenburg und Silbermühle sowie der Plauer See. Die Siedlungen waren einst Teil vom Waldgebiet und entstand nach dem Bau der gleichnamigen Hotels von um 1900. Im Norden vom Plauer Wald steht die Ruine der ehemaligen Plauer Ziegelei. An der Ziegelei entstanden aus den ehemaligen Tongruben drei Tonseen. Mitten durch den Plauer Wald verläuft die Meyenburger Chaussee (Bundesstraße B 103). Diese Straße wurde erst im 19. Jahrhundert neu angelegt. Die alte Straße führte westlich um den Plauer Wald herum. Früher wurde der Wald auch Plauer Eich Holtz genannt.

Im Plauer Wald am östlichen Ufer vom Burgsee ist der Burgwall einer Slawenburg erhalten. Der Burgwall ist nicht zu verwechseln mit einem davon südlich gelegenen bewaldeten länglichen Hügel mit gleichem Namen. Zudem gab es eine Landwehr (Landwehrgraben) vom südlichen Zipfel des Burgsees zum davon westlich gelegenen Vorwerk Reppentin, von dem nichts mehr erhalten ist.

Die Tour führt von Plau aus auf den Klüschenberg, dort zum Wasserturm auf Klitzing's Höhe, den Weinberg hinunter zur Ziegelei, durch den Wald zum Burgwall, weiter nach Appelburg, mit einem Abstecher in die Siedlung Am See am Plötzensee, sowie nach Gaartz und Reppentin, und zurück nach Plau entlang der Bahnstrecke zwischen Haltestelle Silbermühle und dem Bahnwärterhaus am ehemaligen Bahnübergang der ehemaligen Wege von Plau nach Schlemmin, Reppentin und Gnevsdorf (Wittstocker Weg).

Der Name Wittstocker Weg verwirrt heute ein wenig, da er heute zu keinem Ort Wittstock führt. Der Wittstocker Weg war bis zum Bau der Chaussee Meyenburg-Plau der alte Weg zwischen Plau und Berlin, der westlich um den Plauer Wald über Freyenstein nach Wittstock und von da nach Berlin führte. Von dem alten Weg ist heute nur noch das Stück von der Hubbrücke in Plau bis zum Bahnwärterhaus erhalten. Westlich vom Graazer See und Burgsee verläüft der Bahndamm auf dem alten Weg. Westlich von der Südspitze vom Burgsee ist noch ein Stück am Waldrand westlich der Bahnlinie erhalten, sowie zeigt der Waldrand den ehemaligen Verlauf vom alten Wittstocker Weg, der dort eine Kurve nach Südost zum ehemaligen Gelände der Nerzfarm machte. Ein Weg auf dem ehemaligen Gelände der Nerzfarm ist ein Stück vom alten Weg. Im Wald südöstlich davon ist der alte Weg als Waldweg erhalten. In und bei Twietfort ebenso. Danach erst wieder bei Tönchow als Straße und von da bis Freyenburg als Feldweg.

Der Klüschenberg (ehemals Kalüschenberg) in Plau ist größtenteils von einer Einfamilienhaussiedlung besiedelt. Zudem befindet sich auf dem Klüschenberg der Festplatz von Plau neben dem Hotel Klüschenberg am Standort vom ehemaligen Schiesshaus. Der Gipfel vom Klüschenberg wird Klitzing's Höhe genannt. Dort stand bereits im 19. Jahrhundert ein Pavillon. Die Klitzing's Höhe ist benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister Dr. Klitzing, der von 1842-1883 Bürgermeister der Stadt Plau war. Anstelle vom Pavillon auf Klitzing's Höhe wurde 1927 ein Wasserspeicher mit kleinem Turm gebaut, der als Aussichtsturm fungierte. Am Südhang wurde ehemals Wein angebaut. Heute ist dieser bewaldet und Standort vom Kletterpark Plau.

Die Ziegelei Plau bestand wohl schon ab dem 13. Jahrhundert. Kurz nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1225 wurde mit dem Bau der Stadtkirche aus Feldsteinen und Ziegelsteinen begonnen. 1448 wird berichtet, dass das Schloss Plau von 1287 mittels neuen Ziegelsteinen zur Burg Plau umgebaut wurde. Dafür wurden auch drei weitere nahegelegene Ziegeleien beansprucht und mitgeteilt, dass alle Ziegeleien zwei Brennöfen besaßen. Ab um 1400 war es eine Gutsziegelei, ab um 1700 eine Amtsziegelei, ab 1796 bis 1873 Stadtziegelei, bis um 1950 Privatziegelei, danach VEB (K). Am Ende des Jahres 1990 wurde die Arbeit auf der Ziegelei eingestellt und 1992 wurde die Plauer Ziegelei geschlossen.

Die Appelburg war ehemals eine vorgelagerter Verteidigungsburg der Stadt Plau, die 1721 vollständig abgetragen wurden. Die Burg wurde anstelle einer Slawenburg errichtet. Diese Slawenburg verlieh dem ehemaligen Hotel und Kurhaus Wendenburg von um 1900 an der ehemaligen Silbermühle am nahegelegenen Ufer vom Plauer See seinen Namen. Die Slawenburg soll im 9. Jahrhundert errichtet worden sein. Die zugehörige Slawensiedlung war am südwestlich gelegenen Ort Gaarz. Die Slawen haben diese Burg im 10. Jahrhundert aufgegeben und stattdessen die Burg Quetzin gegründet. Zur Appelburg zugehörig war die nordwestlich gelegene Landwehr (Landwehrgraben) zwischen der Südspitze vom Burgsee und dem Ort Reppentin. Für die Landwehr wurde wohl zudem der natürliche längliche Hügel zwischen Burgsee und der Appelburg genutzt, der den Namen Burgwall erhielt. Von der Appelburg hinunter zum Plauer See bestand ebenfalls eine Landwehr. Anstelle der Appelburg entstand ein Vorwerk gleichen Namens der Stadt Plau, dass im Jahr 1700 als Meierei erwähnt wurde. Anstelle der Landwehr-Turmwarte wurde ein Gutshaus errichtet. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war das Vorwerk das Stadtgut Appelburg und wurde von der Stadt Plau verpachtet. Vom Gutshof sind das Gutshaus, ein Speicher und weitere Gebäude erhalten geblieben.

Ab dem Jahr 1936 entstand die Pelztierfarm Appelburg des Vereins Gemeinsame Edelpelztier-Zucht (Berlin), kurz GEZ, der zur Gemeinsame Edelpelztier-Zucht Betriebsgesellschaft m. b. H. umgewandelt sowie 1942 in Wirtschaftlicher Verein "Deutsche Edelpelztier-Zucht" (DEZ) umbenannt wurde. Gezüchtet wurden Silberfüchse, Blaufüchse und Platinfüchse. 1945 übernahm die Sowjetarmee die Farm und führte sie weiter. 1951 wurde die Farm zum Volksgut in der Vereinigung Volkseigener Güter. Ab dieser Zeit wurde die Zucht von Füchsen auf Nerze umgestellt. 1974 waren 105.000 Nerze auf der Farm. Alle Felle wurden ins westliche Ausland verkauft. Die Farm hatte ein eigenes Wasserwerk und eine eigene Kläranlage. Durch den Farmbetrieb entstand in Appelburg eine Siedlung mit Einfamlienhäusern und Kleingärten sowie zwei Plattenbauten. An ihrem Ende hatte die Farm 1990 einen Bestand 250.00 Pelztieren. Das Gelände der Farm ist heute Wiesen- und Ackerland. Die Fabrikgebäude wurden um das Jahr 2003 abgerissen. Erhalten blieben die Bauwerke vom Wasserwerk und der Kläranlage.

Am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden am Westufer vom Plauer See südlich von Plau einige Ausflugsrestaurants mit Hotel - sogenannte Sommerfrischen. Auf dem rückwärtigen Festland entstanden dort mehrere Siedlungen.

Am Ort Gaarz (ehemals Gaartz) war einst eine Slawensiedlung, die im 15. Jahrhundert verlassen wurde. Die Vorburgsiedlung wurde auch als "Holzhofstelle" oder "Kornhofstelle" erwähnt. 1850 errichtet die Stadt Plau am ehemaligen Ort Gaarz einen Zeitpachthof (Hof Gaarz), dessen Gebäude heute zum Teil noch erhalten sind.

Der Ort Reppentin entstand 1493 als Domanialpachthof anstelle des Standorts eines bereits zu dieser Zeit ehemaligen Dorfes. Der Hof wurde zu einem Vorwerk von Plau und später zum Gutshof Reppentin. Am Gutshof entstand eine Gutsarbeitersiedlung. Vom Gutshof erhalten ist das Pächterhaus von 1748, das 1847 und 1907 erneuert wurde.

Durch den Plauer Wald führen 2 Wanderwege von Plau in Richtung Appelburg. Der westliche führt zur ehemaligen Slawenburg. Der östliche ist ein Forstweg. Zudem besteht ein teils zugewachsener Weg entlang dem Bahndamm auf deren Ostseite. Desweiteren besteht ein Radweg entlang der Meyenburger Chaussee.


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