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Feuerwerkerei bei Malchow

Die ehemalige Berliner Kunstfeuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin, ab 1926 Teil der Deutsche Zündholzfabriken AG.

An der Siedlung Margaretenhöhe bei Malchow befindet sich die Industrieruine einer ehemaligen Fabrik für Feuerwerkskörper von 1912/1913. Die Fabrik wurde zu DDR-Zeiten genutzt als Bezirksversorgungslager des PdVP Berlin - Präsidium der Volkspolizei Berlin - die Bezirksdirektion der Volkspolizei in Berlin (BDVP Berlin) - mit der Zentralen Waffenwerkstatt Malchow (Signalmunition und Leuchtmunition) und nach der Erweiterung nördlich um einen großen Parkplatz zudem von der Fahrbereitschaft des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS). 1990 ging das Lager samt Liegenschaft in den Besitz der Berliner Polizei über. Nach Räumung des Lagers wurde die Fabrikanlage von der Berliner Polizei und der Feuerwehr als Ausbildungsgelände genutzt. 2011 brannte das Dach einer Fabrikhalle. Die Berliner Polizei gab die Liegenschaft ab. Das Fabrikgelände soll renaturiert werden.

Die Siedlung Margaretenhöhe entstand ab 1933.
Die Siedlung Margaretenhöhe gehörte zum Ortsteil Malchow und gehört erst seit 2001 zum Ortsteil Wartenberg.

Die Feuerwerksfabrik von 1912 bis 1950
1899 Gründung der Deutsche Zündholzfabriken AG in Berlin mit General-Direktor Hermann Priester (Berlin), Direktor Adolph Schönfeld (Lauenburg/Elbe Reeperbahn Zündholzfabrik Brüder Adolph und Friedrich Schönfeld) und Heinrich Tatarsky (Zündholzfabrik am Preußische Ostbahn Bahnhof Vordamm bei Driesen/Drezdenko).
1909 Gründung des Feuerwerkslaboratorium Deichmann & Gallwitz in Pankow bei Berlin mit Inhaber Felix Deichmann (Kaufmann) und Carl Gallwitz (Drechsler aus Pankow).
1912 Gründung der Berliner Kunstfeuerwerkerei G.m.b.H. Firmensitz in Berlin sowie Planung des Baus einer Feuerwerkerei in Malchow durch die Firma Deichmann & Gallwitz in Pankow.
1913 Berliner Kunstfeuerwerkerei G.m.b.H. in Liquidation mit Fabrik in Malchow.
1915 Gründung der Berliner Kunstfeuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin (Feuerwerkerei Malchow bei Berlin) mit Inhaber Felix Deichmann und W. Schlott.
1917 wurde die Feuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin zur Munitionsfabrik für Signalmunition und Leuchtmunition für den Ersten Weltkrieg.
1918 Einstellung der Munitionsproduktion in der Feuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin.
1919 Explosionsunglück in der Berliner Kunstfeuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin.
1921 Verlagerung des Firmensitzes der Deutschen Zündholzfabriken AG nach Kassel.
1925 warb die Berliner Kunstfeuerwerkerei Deichmann & Co. Malchow bei Berlin mit der Ausführung von Kunstfeuerwerken sowie Bengalische Beleuchtung von Burgen, Schlössern, Ufergeländen usw. und mit der Fabrikation von pyrotechnischer Scherz- und Massenartikel.
1926 Verlagerung des Firmensitzes der Deutschen Zündholzfabriken AG nach Hamburg sowie Fusion mit der Zündholzfabrik Stahl & Nölke AG von 1872 in Kassel.
1926 wurde die Feuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin erworben durch die Wilhelm Fischer AG in Cleebronn (ehemals pyrotechnische Fabrik Louis Kleinknecht von 1852 in Meimsheim, ab 1883 Inhaber Wilhelm Fischer aus Cleebronn, 1884 Verlagerung nach Cleebronn, 1915 nach Explosion in der Fabrik Cleebronn Wiederaufbau als Wilhelm Fischer GmbH mithilfe von J. F. Eisfeld, in den 1920er Jahren Umwandlung in die Wilhelm Fischer AG mit Pyrotechnische Fabrik in Cleebronn) und Umwandlung zur Feuerwerkerei Deichmann G.m.b.H. in Malchow bei Berlin unter Leitung von Felix Deichmann.
1927 Verlagerung des Firmensitzes der Deutschen Zündholzfabriken AG nach Berlin.
1927 Übernahme der Wilhelm Fischer AG (Pyrotechnische Fabrik in Cleebronn, Fabriken von J. F. Eisfeld aus Silberhütte, Zündholzfabrik/Pyrotechnik Gebrüder Weiffenbach in Geradstetten) durch die Deutsche Zündholzfabriken AG sowie Umwandlung der Allgemeine Zündholz-Export-Zentrale GmbH (Hamburg) zur Deutsche Pyrotechnische Fabriken AG (Depyfag) in Berlin und Integrierung der Wilhelm Fischer AG samt Fabriken in die Depyfag. Die Feuerwerkerei Deichmann G.m.b.H. firmiert wieder als Feuerwerkerei Deichmann & Co. in Malchow bei Berlin.
Ab den 1930er war das Zentrallabor der Depyfag im vergrößerten Werk Malchow bei Berlin.
1937 wurde ein Großteil der Depyfag von der Sprengstoffwerk Kloster Lechfeld GmbH in Neumarkt in der Oberpfalz übernommen.
1940 Fusion der Orion-Metallwerke mit der Depyfag.
Im Zweiten Weltkrieg Produktion von Signalmunition und Leuchtmunition.
1946 Demontage (Sprengung) des Werks Velten (bei Berlin) der Kunstfeuerwerkerei Felix Deichmann & Co.
1950 wurde die Deutsche Pyrotechnische Fabriken AG (Depyfag) liquidiert. Das Werk Malchow der Deutsche Zündholzfabriken AG kam in Treuhandverwaltung. Die Depyfag-Fabrik in Cleebronn ging an die DAG (Dynamit Nobel AG) und wurde 1991 zur Depyfag Pyrotronic GmbH der Buck-Werke GmbH & Co. sowie 1992 geschlossen und 2010 abgerissen (Die 1949 vom Depyfag-Arbeiter Paul Zink gegründete Zink Feuerwerk GmbH in Cleebronn besteht bis heute.) Die Deutsche Zündholzfabriken AG wurde Mitte der 1950er Jahre zur Deutsche Zündholzfabriken GmbH, verlagerte ihren Firmensitz nach Lauenburg/Elbe und betrieb bis um 1970 eine Zweigniederlassung in Halensee/Wilmersdorf/Berlin(West). 1987 Schließung des Werks Lauenburg/Elbe der Deutsche Zündholzfabriken GmbH, ehemals Zündholzfabrik von Carl Wilhelm Theodor Blunck (Reeperbahn) von 1876, ab 1881 Deutsche Zündholz AG von Adolph Schoenfeld (Adolf Schönfeld), ab 1899 zur Deutsche Zündholzfabriken AG gehörig.
Das Werk Malchow wurde zu DDR-Zeiten als Waffenwerkstatt und Fahrbereitschaft des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) genutzt.
Nach 1990 wurde das Werk Malchow von der Berliner Polizei und der Feuerwehr als Ausbildungsgelände genutzt.
2011 brannte das Dach einer Fabrikhalle. Die Berliner Polizei gab die Liegenschaft an den Berliner Liegenschaftsfond ab. Das Fabrikgelände soll renaturiert werden.
Trivia:
1882 Deichmann & Co. in Cöln (Kölner Bankhaus mit Niederlassung in Berlin).
Deutsche Zündholzfabrik AG Lauenburg/Pommern.
1921 Automobilfabrik Deichmann & Schlatt in Berlin mit Inhaber Felix Deichmann.

Die Feuerwerksfabrik ab 1950
Ab 1950 war die Fabrik unter Treuhandverwaltung in der DDR.
Nach 1950 wurde die Fabrik genutzt als Bezirksversorgungslager des PdVP Berlin - Präsidium der Volkspolizei Berlin - die Bezirksdirektion der Volkspolizei in Berlin (BDVP Berlin) mit der Zentralen Waffenwerkstatt Malchow (Signalmunition und Leuchtmunition).
Das Bezirksversorgungslager des PdVP Berlin unterstand dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
- Hauptabteilung II
-- Abteilung 8 (Materiell-technische Sicherstellung der Arbeit der HA II)
--- Referat 2 (Bewirtschaftung des Dienstobjektes Malchow)
- Hauptabteilung VII (Ministerium des Innern, Deutsche Volkspolizei)
-- Hauptabteilung VII (Linie VII)
--- Abteilung 7
---- Referat 2
----- Leiter der Versorgungsbasis Mitte (VBM)
------ Zentrale Waffenwerkstatt Malchow
1978 wurde nördlich der Fabrik ein großer Parkplatz angelegt der genutzt wurde von der Fahrbereitschaft des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS).
1990 ging das Lager samt Liegenschaft in den Besitz der Berliner Polizei über. Nach Räumung des Lagers wurde die Fabrikanlage von der Berliner Polizei und der Feuerwehr als Ausbildungsgelände genutzt.
2011 brannte das Dach einer Fabrikhalle.
Die Berliner Polizei gab die Liegenschaft ab.
Das Fabrikgelände ist landeseigene Fläche vom Land Berlin und wird verwaltet von der Berliner Immobilien Management GmbH (BIM).
Das Fabrikgelände soll renaturiert werden.

(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden im Jahr 2013.


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