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Motzenersee-Bahn

Die Fotodokumentation entstand auf mehreren Touren und zeigt die Gegend am und um den Motzener See sowie Relikte der Motzenersee-Bahn und die Standorte der ehemaligen Ziegeleien bei Motzen und Kallinchen sowie Töpchin. Die Reihenfolge der Fotos ist etwas anders als sie auf den Fototouren entstanden ist. Die Fotodoku beginnt in Kallinchen und führt über Motzenmühle nach Töpchin. Von Töpchin zurück über Motzenmühle nach Motzen. Von Motzen über Gallun nach Mittenwalde zum Bahnhof Mittenwalde (Ost). Von Mittenwalde weiter über Krummensee und Schenkendorf zum Nottekanal und diesen entlang nach Königs Wusterhausen zum Kleinbahnhof der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn.

Die folgende Beschreibung beinhaltet auch Informationen von Locations, die nicht in der Fotodoku enthalten sind. Fotos vom Schöneicher Plan und Schöneiche sind in einer separaten Fotodoku veröffentlicht. Fotos aus Mittenwalde sind in der Fotodoku zur Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn (NME) veröffentlicht. Weitere Fotos aus Königs Wusterhausen sind auf dieser Webseite verteilt.


Die Dörfer der Tour
- Gallun wurde im Jahr 1492 erstmals urkundlich erwähnt. Ehemals Rittergut.
- Kallinchen wurde im Jahr 1430 als Calinicken erstmals urkundlich erwähnt. Vor 1900 auch Calinichen, Callinichen oder Callinchen. Vormals Slawensiedlung mit ähnlichem Namen.
- Töpchin wurde im Jahr 1475 als Tüpchin erstmals urkundlich erwähnt. 1492 Tupchin, 1583 Tupchinn, 1624 Teupzschin, 1668 Tübchin, 1771 Töpchin. Vormals Slawensiedlung Dubschin. Sackgassendorf. Bis 1878 zu Zossen, ab 1879 zu Mittenwalde.
- Motzen wurde im Jahr 1346 als Mossen erstmals urkundlich erwähnt. Vormals Slawensiedlung Mocina. Fischerdorf. Haltestelle an der Poststraße Berlin-Dresden.
- Krummensee wurde im Jahr 1249 erstmals urkundlich erwähnt. Ehemals Crummensee.
- Schenkendorf wurde im Jahr 1375 erstmals erwähnt. 1375 Schenkendorpp prope Wusterhuse / Schenkendorff prope Wusterhusen.


Motzenersee-Bahn
Die sogenannte "Motzenersee-Bahn" entstand 1933 und befuhr die Eisenbahnstrecke Neukölln-Mittenwalde-Motzen-Töpchin, ab 1939 mit umsteigen am Bahnhof Mittenwalde (Ost). Die Strecke Neukölln-Mittenwalde gehörte zur Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn (NME) von 1900. Die Strecke Mittenwalde-Motzen-Töpchin war eine Teilstrecke der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn (KMTK) von 1894. Bis 1933 bestand keine Verbindung zwischen den beiden Eisenbahnstrecken, sowie gab es keine direkte Gleisverbindung zwischen Mittenwalde und Motzen sowie Töpchin.

Die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn (KMTK) eröffnete ihre Fahrt im Jahr 1894. Die Hauptfahrstrecke lag zwischen Königs Wusterhausen und Töpchin. Nach Mittenwalde führte ein Stichgleis aus Richtung Königs Wusterhausen kommend. Zum Schöneicher Plan führte ein Gütergleis aus Richtung Töpchin kommend. Die KMTK wurde für den Anschluss der Ziegeleien in und bei Motzen sowie Töpchin und auf dem Schöneicher Plan gebaut. Personenverkehr wurde auch durchgeführt. Eine direkte Verbindung zwischen Mittenwalde und Gallun-Motzen-Töpchin gab es bis 1933 nicht. Die Züge fuhren von Königs Wusterhausen nach Mittenwalde, anschließend das Stichgleis zurück und weiter nach Töpchin, sowie von Töpchin bis zum Stichgleis Mittenwalde, rückwärts nach Mittenwalde und anschließend nach Königs Wusterhausen.

Mit dem Bau der Gleisverbindung vom Bahnhof Mittenwalde (Nord) der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn zum Bahnhof Mittenwalde (Ost) der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn sowie der direkten Gleisverbindung vom Bahnhof Mittenwalde (Ost) nach Gallun-Motzen-Töpchin im Jahr 1933, wurde die direkte Gleisverbindung vom Bahnhof Königs Wusterhausen nach Gallun-Motzen-Töpchin abgebaut, und fuhren Züge zwischen Neukölln Hermannstraße und Töpchin sowie zwischen Königs Wusterhausen über Mittenwalde nach Töpchin. Mit mindestens dem Fahrplan 1939 wurde die direkte Zugverbindung von Neukölln Hermannstraße nach Töpchin durch Umsteigen am Bahnhof Mittenwalde (Ost) wieder unterbrochen. Es fuhren ab mindestens 1939 nur noch Züge zwischen Königs Wusterhausen über Mittenwalde (Ost) nach Töpchin sowie zwischen Neukölln Hermannstraße und Mittenwalde (Ost).

Die Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn (NME) eröffnete ihre Fahrt als Rixdorf-Mittenwalder-Eisenbahn im Jahr 1900. Die NME hatte in Mittenwalde einen eigenen Bahnhof, den Bahnhof Mittenwalde (Nord). Im Jahr 1933 wurde die NME und die KMTK mit einem Gleis in Mittenwalde verbunden.

Diese Fotodokumentation beinhaltet unter anderem die Geschichte der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn (KMTK). Die Geschichte über die Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn (NME) ist separat auf dieser Webseite veröffentlicht.


Die Entstehung der Motzenersee-Bahn
Nachdem im Jahr 1933 eine Gleisverbindung zwischen NME und KMTK in Mittenwalde hergestellt wurde, sowie eine direkte Gleisverbindung von Neukölln Hermannstraße über Mittenwalde in Richtung Motzen und Töpchin bestand, begann die Bewerbung der Bahnstrecke von Neukölln in Berlin zu den Badestellen am Motzener See und in das Waldgebiet vom Schenkenländchen bei Töpchin, ab 1933 ohne und ab 1939 mit Umsteigen am Bahnhof Mittenwalde (Ost), als "Motzenersee-Bahn". Solch eine Verbindung wollte die NME bereits bei ihrer Eröffnung im Jahr 1900, wurde aber von der KMTK abgelehnt. Deswegen hatte Mittenwalde 2 Bahnhöfe. Der Bahnhof Mittenwalde (Ost) der KMTK und der Bahnhof Mittenwalde (Nord) der NME. Erst 1911 war die KMTK zu einem Verbindungsgleis bereit, doch da wurde dies vom Ministerium abgelehnt. Die Königliche Eisenbahn-Direktion (KED) wollte keine Verbindung zwischen Privatbahnen, durch die eine Umfahrung der eigenen Eisenbahnstrecken ermöglicht worden wäre. Dies wird in der Genehmigung des Gleises der NME vom Bahnhof Mittenwalde (Nord) zum Schöneicher Plan ersichtlich. Die KMTK hatte bereits seit 1895 ein Gütergleis vom Bahnhof Gallun (später Gallun Süd) zum Schöneicher Plan betreiben dürfen. Der NME wurde solch ein Gütergleis 1903 vom Bahnhof Mittenwalde (Nord) wenige Meter vorbei am Bahnhof Mittenwalde (Ost) zum Schöneicher Plan genehmigt, mit der Auflage, dass die NME nur Güter von und zu Ziegeleien transportieren darf, für die sie eine ministerielle Genehmigung hat. Die Gleise der beiden Kleinbahnen lagen in Schöneicher Plan nebeneinander, hatten aber keine Verbindung. Personenverkehr zwischen Mittenwalde und Schöneicher Plan war untersagt. Der Gütertransport bestand nicht nur aus dem Transport der Ziegel von den Ziegeleien nach Berlin, sondern auch aus dem Transport von Kohle zu den Ziegeleien sowie aus dem Transport von Müll aus Berlin zu den Ziegeleien, mit dem die leeren Tongruben befüllt wurden. Mit der ministeriellen Regelung sollte verhindert werden, dass Güter über diese Verbindung von der Ringbahn in Neukölln zur Görlitzer Bahn in Königs Wusterhausen transportiert werden konnten. Auch ein Umladen von Gütern in Schöneicher Plan sollte damit verhindert werden. Es wurde nur der Transport von Gütern von genehmigten Firmen erlaubt. Da für die Ziegeleien der Transport von Schöneicher Plan nach Neukölln attraktiver war, wurde der Anschluss der KMTK zum Schöneicher Plan vernachlässigt und 1913 aufgegeben. Interessanterweise wurde das Gütergleis der NME zum Schöneicher Plan 1903 mit der Auflage genehmigt, dass es nahe am Bahnhof Mittenwalde (Ost) der KMTK vorbeiführen soll. Dies war jahrelang eine Zumutung für die Passagiere, die in Mittenwalde zwischen NME und KMTK umsteigen wollten. Denn erst 1931 wurde auf der NME Strecke vom Bahnhof Mittenwalde (Nord) zum Schöneicher Plan nahe dem Bahnhof Mittenwalde (Ost) ein Haltepunkt (Krankenhaus) eingerichtet, nachdem der Personenverkehr zwischen Bahnhof Mittenwalde (Nord) und Schöneicher Plan genehmigt wurde. Vorher mussten die Passagiere die Strecke zwischen Bahnhof Mittenwalde (Nord) und Bahnhof Mittenwalde (Ost), circa 2 km, zu Fuß bestreiten.

Das Schenkenländchen wurde zwar mit der Motzenersee-Bahn beworben, lag aber nur in der Nähe von Töpchin. Das Schenkenländchen verdankt seinen Namen der Ritterfamilie der Schenken von Landsberg und Seyda, die ihren Sitz ab 1300-nochwas im Schloß Teupitz in der Stadt Teupitz am Teupitzer See hatten. Den Schenken gehörten die Dörfer Zernsdorf, Körbiskrug, Bestensee, Pätz, Gräbendorf und Gussow sowie Groß Köris, Klein Köris, Schwerin, Löpten, Halbe, Tornow, Neuendorf, Egsdorf und Sputendorf (Sputenberge, Waldeck).

Bereits 1923 kam es zur gemeinsamen Betriebsführung der NME und KMTK in der "Vereinigte Eisenbahn- und Betriebsgesellschaft" der Firma Vering & Waechter, nachdem Vering & Waechter die Aktienanteile der Betreibergesellschaft der KMTK, der "Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Becker & Co.", übernommen hatte. 1936 übernahm die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn-Gesellschaft ein Drittel des Kapitals der Eigentümer der KMTK - die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahngesellschaft. 1955 fusionierte die bereits 1947 enteignete KMTK in die nur auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) enteignete (West-Berliner) NME. Dadurch überstand die KMTK als Teil vom West-Berliner Teil der NME die DDR und besteht so bis heute in der NME fort. Die auf dem Gebiet der SBZ verbliebenen Bahnen und Bahnstrecken der NME und KMTK wurden ab 1947 von den Landesbahnen Brandenburg verwaltet und gingen 1949 an die Deutsche Reichsbahn über. Die Motzenersee-Bahn existierte somit nur im Dritten Reich.

Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn
In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 1876 der Eisenbahnbau-Firma Marcks & Balke war zu dieser Zeit der Bau einer Eisenbahn auf der Strecke Klein Besten-Motzen-Töpchin geplant. Im Jahr 1890 wurde der Bau einer Industriebahn von Königs Wusterhausen über Schenkendorf, Gallun und Motzen nach Töpchin bekannt gegeben.

"Das Project einer Gürtelbahn um Berlin, welche die kleinen Städte der Kreise Teltow und Niederbarnim verbindet und sämmtliche von Berlin ausstrahlenden Eisenbahnlinien in einer Entfernung von etwa 5 Meilen von der Hauptstadt durchschneidet, gewinnt greifbare Gestalt. Es sind jetzt nämlich Pläne zu einer normalspurigen Industriebahn von Königs Wusterhausen über Schenkendorf, Gallun und Motzen nach Töpchin (im Teltower Kreise) ausgearbeitet und bereits dem Ministerium vorgelegt worden, welches den Bau einer solchen Bahn auch genehmigt hat. Diese normalspurige Bahn entspricht einem Theile der geplanten neuen Ringbahn." (Verkehrszeitung und industrielle Rundschau, Band 5, 1890).

Nach der Inbetriebnahme der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn im Jahr 1894 wurde 1895 die Herstellung einer Eisenbahn von Mittenwalde über Telz nach Dabendorf ministeriell genehmigt, aber nie verwirklicht. Die Strecke wäre eine Verbindung der Berlin-Görlitzer Bahn mit der Berlin-Dresdener Bahn geworden, wie sie erst 1945 verwirklicht wurde.

"Nachdem der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten mittels Erlaß vom 31. Januar d. J. die von der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn Gesellschaft beabsichtigte Herstellung einer Eisenbahn von Mittenwalde über Telz nach Dabendorf genehmigt hat, wird auf Grund des § 5 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 angeordnet, daß jeder Besitzer auf seinem Grundstück Handlungen, welche zur Vorbereitung des gedachten Unternehmens erforderlich sind, geschehen zu lassen. Handlungen, welche das Zerstören von Baulichkeiten oder das Fällen von Bäumen zum Gegenstand haben, sind indessen ohne vorherige Erlaubniß der unterzeichneten Behörde unstatthaft. Das Betreten von Gebäuden, sowie von eingefriedigten Hof- und Gartenräumen ist nur mit Einwilligung des Besitzers, in deren Ermangelung nach ertheilter Erlaubniß der Ortspolizeibehörde zulässig. Potsdam, den 25. Februar 1895. Der Bezirksausschuß. Veröffentlicht. Berlin, den 5. März 1895. Der Landrath. Stubenrauch. (Teltower Kreisblatt, 09. März 1895, Seite 1).

Die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn (KMTK) wurde 1894 eröffnet, mit der Eisenbahnstrecke Königs Wusterhausen-Motzen-Töpchin mit Stichgleis nach Mittenwalde. 1995 folgte ein Stichgleis zum Schöneicher Plan vom Bahnhof Gallun (später Gallun Süd). Der Eigentümer der KMTK war die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahngesellschaft. Der Betreiber dieser Kleinbahn war die Firma Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Becker & Co.

Direkt am Bahnhof Königs Wusterhausen wurde der Kleinbahnhof Königs Wusterhausen der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn gebaut, der mehr oder minder nur aus einem Bahnsteig und ein paar kleinen Schuppen entlang des Gleises bestand. Am Endbahnhof Mittenwalde wurde ein zweietagiges Empfangsgebäude mit Güterschuppen und Bahnhofs-Restauration (Restaurant) gebaut. Am Bahnhof Mittenwalde (Ost) war die Bahnmeisterei Mittenwalde der KMTK. Am Bahnhof Gallun (Süd) wurde ein kleineres zweietagiges Empfangsgebäude mit Güterschuppen gebaut, allerdings ohne Bahnhofs-Restaurant. Das entstand dort separat auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Auf der Strecke Königs Wusterhausen - Töpchin wurden anfangs nur kleinere Gebäude an den Bahnhöfen und Haltepunkten gebaut. In Töpchin wurde ein Lockschuppen gebaut. Über die Jahre hinweg kamen weitere Bahnhöfe und Haltepunkte sowie Bahnhofsgebäude hinzu.

Die Bahnhöfe bei Eröffnung der Eisenbahnstrecken der KMTK:
- Königs Wusterhausen
- Schenkendorf
- Mittenwalde
- Gallun (später Gallun Süd)
- Motzen (später Motzen Seebad)
- Motzenmühle
- Töpchin

Die Priorität der KMTK ist an der Streckenführung und den Fahrplänen vom Personenverkehr zu erkennen und lag eindeutig im Güterverkehr. Die Personenzüge starteten in Königs Wusterhausen und fuhren nach Mittenwalde. Dann fuhren sie von Mittenwalde rückwärts bis hinter die Weiche vom Stichgleis Mittenwalde und anschließend weiter vorwärts nach Töpchin. In Töpchin wurde die Lok umgesetzt. Dann fuhr der Zug bis kurz hinter die Weiche vom Stichgleis Mittenwalde und anschließend rückwärts nach Mittenwalde. Von Mittenwalde wieder vorwärts bis Königs Wusterhausen. Da es von und nach Mittenwalde wenig Güter zu transportieren gab, wurde keine Verbindungskurve von Mittenwalde nach Töpchin gebaut.


Geschichte der Eisenbahnstrecken der KMTK
1894 Strecke zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen und Bahnhof Töpchin mit Stichgleis zum Bahnhof Mittenwalde (Ost) eröffnet.
1895 Gütergleis vom Bahnhof Gallun zum Schöneicher Plan in Betrieb.
1897 Haltepunkt Crummensee (später Krummensee) angelegt.
1913 Gütergleis zum Schöneicher Plan außer Betrieb.
1914 Haltepunkt Krummensee aufgegeben.
1915 Anschlussgleise an die Luftschiffwerft Schütte-Lanz bei Zeesen in Betrieb.
1921 Haltepunkt Motzen Mitte angelegt.
1931 Haltepunkt Töpchin Kolonie (später Töpchin Nord) angelegt.
1932 Haltepunkt Gallun Dorf angelegt, Bahnhof Gallun Umbenennung in Gallun Süd.
1933 Verbindungskurve von Bahnhof Mittenwalde (Ost) der KMTK zum Gleis der KMTK nach Haltepunkt Gallun Dorf in Betrieb, Abbau der dortigen Kurve von Königs Wusterhausen nach Töpchin.
1933 Haltepunkt Märchenwiese (Bahnhof Märchenwiese) angelegt. (Lichtbad Märchenwiese, Freikörperkultur).
1945 Haltepunkt Märchenwiese geschlossen.
1949 Verbindungskurve von Bahnhof Mittenwalde (Ost) zum NME Gleis zum Bahnhof Schöneicher Plan in Betrieb.
1949 Verbindung von Bahnhof Schöneicher Plan zu Berlin-Dresdener Eisenbahn (Zossen) in Betrieb.
1949 Zugverkehr zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen - Bahnhof Mittenwalde (Ost) - Bahnhof Zossen in Betrieb genommen.
1970 Personenverkehr zwischen Bahnhof Mittenwalde (Ost) und Bahnhof Töpchin eingestellt.
1974 Personenverkehr zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen - Bahnhof Mittenwalde (Ost) - Bahnhof Zossen eingestellt.
1993 Alle Strecken geschlossen.
1996 ehemaliger Haltepunkt Motzen Mitte als Haltepunkt Golfplatz neu eröffnet. (nur Sonderfahrten bei Veranstaltungen auf dem Golfplatz Motzen, ohne Zwischenhalte).
1996 Haltepunkt Golfplatz geschlossen.
2001 Draisinenbahn Bahnhof Mittenwalde (Ost) - Bahnhof Töpchin der Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co. KG in Betrieb.
2006 Draisinenbahn (Bahnhof) Königs Wusterhausen - Bahnhof Töpchin; Draisinenbahn (Bahnhof) Königs Wusterhausen - Bahnhof Mittenwalde (Ost); Draisinenbahn Bahnhof Mittenwalde (Ost) - Bahnhof Schöneicher Plan. Alle Eigentum der Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co. KG.

Die Bahnhöfe insgesamt der Eisenbahnstrecken der KMTK:
- Königs Wusterhausen (Kleinbahnhof, Endbahnhof)
- Schenkendorf (Bahnhof)
- Crummensee / Krummensee (Haltepunkt)
- Mittenwalde (Endbahnhof)
- Gallun Dorf (Haltepunkt)
- Gallun / Gallun Süd (Bahnhof)
- Motzen / Motzen Seebad (Bahnhof)
- Motzen Mitte / Golfplatz (Haltepunkt)
- Motzenmühle (Haltepunkt)
- Töpchin Kolonie / Töpchin Nord (Haltepunkt)
- Töpchin (Endbahnhof)

Eine Pressemitteilung zum Bau vom Bahnhof Mittenwalde (Ost) der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn:
"Mittenwalde, 27. Juni 1894. Gestern wurde hier der Grundstein zum Bahnhofs-Gebäude gelegt. Der Bau ist von 14 Maurern in Angriff genommen, da er binnen vier Wochen unter Dach gebracht werden soll. Der Bau wird von den Gebrüdern Rehfeld in Zossen ausgeführt. (Teltower Kreisblatt, 30. Juni 1894, Seite 2).

Eine Pressemitteilung zum Bau von Brücken der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn:
"Motzen, 28. Juni 1894. Die gewölbte Eisenbahnbrücke über das Nottefließ am Motzner See, ist nach dem System B. Liebold in Holzminden im Laufe von zehn Tagen fertig geworden. Diese auch im Teltower Kreise durch ihre Betonbauten bekannte Firma, errichtet an der Eisenbahnstrecke Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Schenkendorf-Motzen-Töpchin, sämmtliche Brücken und Durchlässe. Die Rohrdurchlässe läßt die Firma aus gestampften Zement in ihrer eigenen Fabrik in Holzminden herstellen. Das Material für den Brückenbau besteht aus gestampften alten Ziegeln, die in unserer an Ziegeleien so reichen Gegend sehr billig zu haben sind. Außer der Motzener sind noch zwei Brücken bei Gallun über den Nottekanal, und fünf kleinere Brücken, die über Gräben führen, vorhanden. Die Arbeiten können nur mit dem System Liebold vertraute Handwerker ausführen, weshalb für Maurer aus hiesiger Gegend keine Verwendung war. Beamte des Bahnbaubureaus in Mittenwalde werden Anfangs künftiger Woche die Motzener Brücke abnehmen. Mit Eröffnung der Strecke Mittenwalde-Töpchin, wahrscheinlich zum nächsten Frühjahr, wird die hiesige Post Hilfsstelle in eine Post Agentur umgewandelt werden." (Teltower Kreisblatt, 30. Juni 1894, Seite 2).

Eine Pressemitteilung vor der Eröffnung der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn:
"Töpchin, 15. Juli 1894. Die meisten Ziegeleibesitzer in hiesiger Gegend haben sich schriftlich verpflichtet, den Bedarf ihrer Kohlen durch die im Oktober fertig gestellte Eisenbahn Königs Wusterhausen-Mittenwald-Töpchin zu beziehen, auch einen erheblichen Theil ihrer Produkte durch die Bahn zu versenden. Die 10 Töpchiner Ziegeleien fertigen in guten Jahren 50 Millionen Steine. Dazu kommen noch die Erzeugnisse von 19 umliegenden Ziegeleien, wovon auf Motzen 5, auf Schöneiche 11 und auf Mittenwalde 3 Ringöfen entfallen. Nicht wenig wird die Kohlengrube "Zentrum" in Schenkendorf bei Königs Wusterhausen zur Rentabilität der künftigen Eisenbahnen beitragen. Auch Kontrakte mit der Postbehörde und der Bahnverwaltung sind bereits abgeschlossen. Die seit 20 Jahren hier im Betriebe sich befindenden Ziegeleien haben nach Gutachten Sachverständiger Thonbestände, die noch auf 70 bis 80 Jahre ausreichen. Außer den Güterzügen werden täglich 3 Personenzüge hin und zurück verkehren. Das mehrere Morgen große Terrain zur Anlage von Bahnhöfen beziehentlich Haltestellen in Töpchin und Motzen hat der Ziegeleibesitzer Herr Kettlitz unentgeltlich hergegeben." (Teltower Kreisblatt, 18. Juli 1894, Seite 2).

Eine Pressemitteilung kurz nach Eröffnung der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn:
"Von der Kleinbahn, 15. Dezember 1894. Noch einige Tage gelindes Wetter, und auch die 2 1/2 Kilometer lange Strecke von der Haltestelle "Motzenmühle" bis Bahnhof "Töpchin" wird fertig gestellt sein! Mit dem Legen der Schienen ist man gestern bis an das dortige Bahnhofsterrain gelangt. Die mit dem Legen der Schienen beschäftigten Arbeiter, ungefähr vierzig an der Zahl, legten täglich 400 Meter. Das provisorische Empfangsgebäude in Töpchin ist nur noch im Innern abzuputzen; auch der Güterschuppen, ebenso der Lokomotivschuppen gehen in spätestens acht Tagen ihrer Vollendung entgegen. Die Maurer- und Zimmerarbeiten auf den Anfangs- und Endstationen wurden den Herren Henning und Heuer übertragen. Die Empfangsgebäude u. s. w. "Mittenwalde" und "Gallun" sind von den Gebrüdern Rehfeld erbaut. Nur "Mittenwalde" hat Bahnhofs-Restauration. Die übrigen Haltestellen haben kleine, geheizte Warteräume, in denen das Rauchen nicht verboten ist. Am Mittwoch, dem Eröffnungstage der Linie bis "Motzenmühle", wurden die Ankommenden von den Einheimischen auf das freundlichste empfangen. Mit Guirlanden, Kränzen und Fahnen hattten die Bewohner der betreffenden Ortschaften die Empfangsgebäude geschmückt, in der Mitte war ein "Herzlich Willkommen" angebracht. Die Fahrt von "Königs Wusterhausen" bis "Motzenmühle" wird in einer Stunde zurückgelegt, und kostet 90, beziehungsweise 60 Pfennige. "Mittenwalde" und "Königs Wusterhausen" sind bis jetzt die frequentesten Stationen. Daß im Sommer viele Berliner Ausflügler die Kleinbahn fleißig zu Partien an den herrlichen Motzner- und Teupitzer-See, oder in den prächtigen Wald bei Töpchin benutzen werden, steht außer Frage. Töpchin hat auch einen fast 600 Morgen großen See, unmittelbar am Walde gelegen. Hier athmet man Natur, von Großstadtluft ist keine Spur. Die Kleinbahn bis "Töpchin" wird nach den Feiertagen dem öffentlichen Verkehr übergeben werden." (Teltower Kreisblatt, 16. Dezember 1894, Seite 3).

Eine Pressemitteilung bezüglich der Postbehörde:
"Berlin, den 13. Juni 1895. Die Kaiserliche Ober-Postdirektion zu Potsdam giebt bekannt: In der im Kreise Teltow belegenen Kolonie Motzenmühle wird am 16. Juni eine Postagentur mit Telegraphenbetrieb in Wirksamkeit treten. Diese Postagentur erhält Postverbindung mit den Schaffnerbahnposten in den auf der Kleinbahnstrecke Königs Wusterhausen-Töpchin verkehrenden Zügen Nr. 3, 13, 4 und 12, sowie durch Vermittlung dieser Bahnposten mit dem zur Abrechnungs-Postanstalt bestimmten Postamte in Königs Wusterhausen. Dem Landbestellbezirke der Postagentur Motzenmühle werden die bisher zum Bezirke des Postamtes in Töpchin gehörigen Wohnstätten Callinchen Dorf und Abbau Kettlitz zugetheilt. Die Post- und Telegraphen-Hülfsstelle in Motzenmühle tritt mit dem 15. Juni außer Wirksamkeit." (Teltower Kreisblatt, 14. Juni 1895, Seite 2).

Eine Pressemitteilung von einem Eisenbahnunfall:
"Der Eisenbahnzug im Gurkenfelde. Ein eigenartiger Eisenbahnunfall ereignete sich in der gestrigen Nacht gegen 1 Uhr. Der Nachtzug der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn, in dem sich auch 3 Herren aus Friedenau befanden, war von Königs Wusterhausen auf der Kopfstation Mittenwalde eingetroffen und fuhr dann weiter. Bald aber bemerkte der Lokomotivführer, daß er infolge falscher Weichenstellung auf ein totes Gleise geraten war und auf einen Schuppen losfuhr. Die Maschine zertrümmerte das Tor und fuhr mit den nachfolgenden Wagen durch die diesem gegenüberliegende Wand. Erst ein ganz Stück Wegs weiter bohrte sich der Zug in einem Gurkenfelde fest. Es ist zu bewundern, daß von dem Personal wie den Passagieren niemand verletzt wurde. Der Zug, der erst gestern Mittag wieder auf die Gleise gebracht werden konnte, war unversehrt. Die Passagiere des "verfahrenen" Zuges gingen zu Fuß nach dem Ferngeleise von wo sie vom nächsten Zuge weiterbefördert wurden." (Friedenauer Lokalanzeiger, Montag, 1. Juni 1908).

Laut damaligem Fahrplan fuhr in dieser Nacht (Samstag auf Sonntag) um diese Uhrzeit ein Zug von Königs Wusterhausen über Mittenwalde nach Töpchin (00:34 - 00:52-00:57 - 01:30). Der Fahrtrichtung zu entnehmen lag das Gurkenfeld nicht am Bahnhof Mittenwalde, sondern der Zug fuhr von diesem noch einige Zeit in Richtung Töpchin und wahrscheinlich erst am Bahnhof Gallun (Süd) auf das tote Gleis und durch den Schuppen in das Gurkenfeld.


Motzener See und FKK
Der Motzener See gilt als die Wiegestätte der Freikörperkultur. Ab um 1920 entstanden mehrere Gelände für Freikörperkultur (FKK) am Motzener See. Darunter eines der ersten in Deutschland und heute noch bestehenden FKK-Gelände, das Vereinsgelände vom heutigen Verein "Allgemeine Körperkultur Birkenheide" (AKK Birkenheide) von 1921.

Den Anfang machte in dieser Gegend im Jahr 1919 der sogenannte Vater der Freikörperkultur Fedor Fuchs mit dem FKK-Gelände Freisonnland an einem See einer ehemaligen Tongrube am Mühlenberg mitten im Wald westlich von Motzenmühle, der heute Fuchsloch genannt wird. Freisonnland wurde 1921 auf das Gelände einer ehemaligen Ziegelei am nahegelegene Ufer vom Motzener See verlegt.

Nördlich von Kallinchen entstand 1920 im sogenannten Haidchen und dort "am Sandberg über dem Motzener See" das FKK-Gelände Neusonnland. Der Entstehung vom FKK-Gelände des heutigen Vereins AKK Birkenheide ging das FKK-Gelände Neusonnland vom Neusonnlandbund voraus. Es wird vermutet, dass Neusonnland eine Abspaltung von Freisonnland war. Am FKK-Gelände Neusonnland trafen sich zudem die Jungborner der Jugendbewegung Jungborn. Weiterhin gab es eine Gruppe Namens Birkenheider, die 1924 den Birkenheider Arbeitskreis gründeten.

Aus dem Verein Neusonnlandbund wurde 1936 der Bund für Leibeszucht Neusonnland und 1942 die Gemeinschaft Neusonnland im Bund für Leibeszucht. Der Bund für Leibeszucht Neusonnland war Mitglied im Verein Verband Märkischer Wandervereine (gegründet 1906), der der Gebietsverband Berlin-Brandenburg des Reichsverbandes des Vereins Deutsche Gebirgs- und Wandervereine im Verein Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen war, und zudem ein anerkannter Sportverein. Der heutige Verein Neusonnlandbund Familiensportverein Berlin 1920 ist der älteste in Berlin gegründete FKK-Verein, hat allerdings kein eigenes Gelände mehr. Die im damaligen West-Berlin ansässige FKK-Gemeinschaft Neusonnland verlor ihr Gelände nach 1945. Dieses wurde von der im damaligen Ost-Berlin ansässigen FKK-Gemeinschaft Birkenheide übernommen.

Der Verein "Jungborn" ("Jungborn, Verein für naturgemäße Körperpflege") bestand bis 1929. Ab 1930 bestand der Verein "Jugendgelände Birkenheide" (Leitung: Ella Kintzler und Carl "Charly" Straesser, später Herbert Weißflog). Der "Birkenheider Arbeitskreis" bestand seit 1924. Von 1936 bis 1945 war das Jugendgelände Birkenheide das Schulungslager vom "Bund für Leibeszucht Birkenheide" (Leitung: Herbert Weißflog, später A. Gattnar).

Der 1990 gegründete Verein Allgemeine Körperkultur Birkenheide (AKK Birkenheide) ist Mitglied im Verein Deutscher Verband für Freikörperkultur (DFK) sowie im Landesverband für Freikörperkultur Berlin- Brandenburg (LFK) und im Landesportbund Berlin. Das Vereinssportgelände vom AKK Birkenheide liegt nördlich von Kallinchen am Motzener See. Der Verein AKK Birkenheide pflegt die Traditionen der Freikörperkultur auf seinem Vereinssportgelände in direkter Fortsetzung der früheren Vereine Neusonnlandbund und Birkenheide. (Vereinssteckbrief).

Am direkt gegenüberliegenden Ufer vom FKK-Gelände Birkenheide liegt das FKK-Gelände Märchenwiese. Das Gelände der Märchenwiese wurde 1921 von der Fahrtengemeinschaft "Sturmbraut" (Leitung Hans Gehrke) entdeckt. 1928 wurde das Gelände von Wilhelm Bartsch erworben. 1953 wurde das Gelände unter staatliche Verwaltung gestellt. 1954 pachtete die FKK-Gemeinschaft Märchenwiese das Gelände von der Gemeinde Motzen. 1959 konnte die FKK-Gemeinschaft Märchenwiese die Zwangsräumung des Geländes nach vorgehender Kündigung des Pachtvertrags verhindern. Anschließend wurde bis 1963 ein Geländeverantwortlicher der Gemeinde Motzen eingesetzt. Zu dieser Zeit wurde FKK nur geduldet. Zudem wurde die Sportgemeinschaft "Freiheit" aufgelöst, deren die Sportler unter den Märchenwieslern angehörten. Selbige traten anschließend in die Sektion Allgemeine Körperkultur der BSG Rotation Berlin-Mitte ein. Seit 1991 sind die Märchenwiesler Mitglieder im Verein Siedlergemeinschaft Märchenwiese, der im Landessportbund Berlin-Brandenburg und im Deutschen Sportbund Mitglied ist. Das FKK-Gelände Märchenwiese ist nicht öffentlich. (80 Jahre Märchenwiese, Flugblatt).

Satzung vom Freilicht-Bund Märchenwiese (FBM) aus dem Jahr 1933:
"1. Der Verein führt den Namen "Freilicht-Bund Märchenwiese", kurz "FBM" genannt. Der FBM ist ein lokaler Zusammenschluß von Freunden, Förderern und Gönnern des Licht-, Luft- und Sonnenbades Märchenwiese am Motzener See. Der Bund bezweckt die Förderung und die Pflege der Freikörperkulturbewegung auf der Märchenwiese. Als ideelles Rüstzeug hierfür sollen die Richtlinien maßgebend sein, die der RFK (Reichsverband für Freikörperkultur) in seiner Zielskizze aufgestellt hat. Der FBM verfolgt keine wirtschaftlichen, politischen, sozialpolitischen oder religiösen Ziele."

Die Vereinszeitschrift vom Freilicht-Bund Märchenwiese war die RFK-Zeitschrift "Freikörperkultur und Lebensreform". Die Nutzung des FKK-Geländes Märchenwiese war allen Mitgliedern eines Freikörperkulturbundes erlaubt. Für das FKK-Gelände Märchenwiese wurde 1933 der Haltepunkt Märchenwiese an der Motzenersee-Bahn eröffnet.

Südlich von FKK-Gelände Märchenwiese bestand das FKK-Gelände vom Verein Freier Körperkulturkreis (Leitung: Lehrer Adolf Koch), heute "Urlauberdorf". Der Verein existiert heute als Familien-Sport-Verein Adolf Koch ohne eigenes FKK-Gelände.

Am Motzener Seebad bestand die FKK-Badewiese am Strandbad, die heute als Badestrand Motzen mit ausgewiesener FKK-Stelle noch besteht.

Etwas abseits vom Motzener See, mitten im Wald östlich vom Motzener Seebad an einem See einer ehemaligen Tongrube, war ab 1933 das FKK-Gelände Tonsee (FKK Zeltplatz Tonsee). Die Tonseeler sollen sich von den Märchenwieslern abgespalten haben.

Ab 1930 wurde der bereits bestehende Freikörperkultur-Gelände-Verein (FGV) unter Leitung von Hermann Holzhüter mit Adresse Motzenmühle erwähnt.

Informationen zum FKK-Gelände Birkenheide:
"Es hat sich in Berlin eine Gruppe früherer Wandervögel zusammengeschlossen, die sich "Birkenheider Arbeitskreis" nennt. Dieser Kreis ist bemüht, die deutsche Jugend zu sinnvoller Durchbildung des Leibes anzuregen und ihr dadurch auf dem Wege zur Entfaltung der menschlichen Gesamtpersönlichkeit vorwärtszuhelfen. Der erste größere Erfolg seiner Arbeit war die Schaffung eines Jugendgeländes in der Birkenheide bei Berlin. Dorthin ziehen nun die Jungen und Mädel für die Sonntage aus der Großstadtenge hinaus. Dort können sie sich für 25 Pfg. Eintrittsgeld auf dem Gelände herumtummeln, können im Moritzer See baden und schwimmen, Spiele spielen, Leichtathletik betreiben und an 2 obligatorischen Gymnastikstunden unter tüchtiger fachmännischer Leitung teilnehmen." (Revaler Bote, 21. September 1927, Seite 3).

Jungborn war eine Jugendbewegung, die ihren namentlichen Ursprung in der Kuranstalt Jungborn (1896) von Adolf Just hat, die wiederum aus der Lebensreform-Bewegung hervorging und aus der ab 1909 eine der ersten Jugendbewegungen mit späterem Namen Quickborn heraus entstand.

"Quickborn entstand aus einem abstinenten Schülerverein in Neiße. Jungborn ist sozusagen der Quickborn der werktätigen Jugend." (Jugendseele, Jugendbewegung, Jugendziel; Friedrich Wilhelm Foerster; 1923).

"Jungborn war ein Katholischer Jugendbund, der 1921 aus dem Kreuzbund und dem Quickborn hervorgegangen war, ein Mitgliedsverband des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD) mit betont "bündischen" Zügen. Der Bund betonte gegenüber dem Quickborn seine Eigenart als Jugendbewegung der Werktätigen. Trotz der engen Verwandtschaft wollte man nicht als Quickborn für die werktätige Jugend angesehen werden." (Internationaler Karl-Leisner-Kreis Rundbrief Nr. 47 – Februar 2003; Herausgeber: Internationaler Karl-Leisner-Kreis e.V. Kleve (IKLK); Redaktion: Hans-Karl Seeger, Klaus Riße).

In der Zeitschrift "Johannisfeuer", dem Werkblatt des Jungborn, erschien 1921 diese Selbstdarstellung:
"Durch das Wandern mit allen seinen Auswirkungen (Freude an Natur und Heimat, an Volkslied und Volkstanz, Rückkehr zur Einfachheit in Nahrung, Kleidung und Wohnung), durch Enthaltung von Rausch- und Rauchgift, durch Abkehr von allem verlogenen Schein und leerem Formelkram, durch Verschmähung minderwertiger Vergnügungen, suchen die Jungborner herauszukommen aus der Giftluft der modernen Asphaltkultur, um frei und bereit zu werden, in edler Natürlichkeit und tätigem Katholizismus ihre Jugend zu leben. Die Rückkehr von der Kulturentartung zur Natürlichkeit, von den Äußerlichkeiten zum inneren Gehalt, von den Vergnügungen zur Freude, von der Selbstsucht zum Brudersein, von der Ausgelassenheit zur Besinnlichkeit, und die rechte Einstellung der Seele zu Gott, zu sich selber, zum Nebenmenschen, zur Natur, ist Ziel des Jungbornstrebens." (Johannisfeuer; Verlag: Jungborn, Katholische Abstinente Jugendbewegung der Werktätigen; Heft 9/10 1921).

Der Verlag Jungborn wurde 1897 von Rudolf Just, dem Bruder und Mitarbeiter von Adolf Just, in Bad Harzburg gegründet. Ab 1918 wurde der Verlag "Jungborn" von Dr. phil. Ernst Hunkel aus Berlin Lichterfelde, ab 1919 in Sontra, betrieben.

Ob die "Wandervereinigung Jungborn und Alt", die 1918 bis 1922 in den Berliner Adreßbüchern erwähnt wurde und kein eingetragener Verein war, etwas mit dem Verein Jungborn zu tun hatte, das ist nicht bekannt. Es ist möglich, dass wie bei der Märchenwiese, ein Wanderverein bei einen seiner Ausflüge das Gelände entdeckte. Überliefert ist, dass die FKK-Bewegung aus Wandervereinen hervorging. Schlußfolgernd wäre die Wandervereinigung Jungborn und Alt der Vorgänger des 1921 gegründeten Jugendbund und späteren Verein Jungborn. Das Jahr 1921 gilt als Gründungsjahr vom Verein AKK Birkenheide.

Ob der Verein "Zeltgemeinschaft Sandberg", der 1939 bis 1942 in den Berliner Adreßbüchern erwähnt wurde, etwas mit dem Sandberg im FKK-Gelände Birkenheide zu tun hatte, das ist nicht bekannt.


Im Folgenden der Antrag des Eigentümers Gustav Geißler in Kallinchen auf Erklärung des eingebuhnten Teiles des Motzener Sees zu einem geschlossenen Gewässer bei der Wasserbuchbehörde im Bezirksausschuß zu Potsdam.

"Infolge Beschlusses des früheren Bezirksausschusses in Potsdam vom 30. März 1932 ist auf Antrag des See-Eigentümers Gustav Geißler in Kallinchen der Motzener See bis zum 31. Dezember 1952 zu einem geschlossenen Gewässer erklärt worden. Der vorgenannte See-Eigentümer ist inzwischen verstorben. Die Erbengemeinschaft, die aus 4 Erben besteht, hat die Fischereiausübung durch Pachtvertrag vom 15. Dezember 1938 an den Miterben Fischer Paul Geißler in Kallinchen auf die Dauer vom 1. Januar 1939 bis zum 1. Januar 1952 übertragen. Der frühere Beschluß vom 30. März 1932 wird dementsprechend dahin berichtigt, daß auf Antrag des Fischers und Fischereipächters Paul Geißler in Kallinchen die vorbezeichnete Erklärung zu einem geschlossenen Gewässer nur für die Zeit des Pachtvertrages bis zum 1. Januar 1952 gilt. Der Regierungspräsident." (Amtsblatt der Preußischen Regierung in Potsdam: 1940).

Auf dem Motzener See ist das fahren mit motorisierten Booten verboten. Das Quellgebiet gilt ebenfalls als sauber. Die Deponie Schöneicher Plan scheint die Wasserqualität nicht mehr zu beeinflussen. Über die Dahme, den Nottekanal und den Gallun Kanal ist der Motzener See von Berlin aus per Boot zu erreichen.


Ziegeleien Motzen, Kallinchen und Töpchin
Bereits um 1802-1805 wurde an der Chaussee von (ehemalig) Zehrensdorf nach Springbleiche (Richtung Töpchin) angeblich eine Ziegelei erwähnt. 1841 wurde an dieser Chaussee erneut eine Ziegelei mit Standort Springbleiche erwähnt. Der Standort der Springbleiche war an der Wiese an der Zufahrt zur heutigen Künstlerkolonie, dort wo die Straße eine leichte Schlängelkurve macht. 1844 wurde die Gemeinde-Ziegelei Motzen erwähnt, deren Standort bisher nicht eindeutig ermittelt werden konnte (möglicherweise spätere Ziegelei Meinecke).

1860 wurde der Gallun Kanal eröffnet, als Verbindung zwischen Motzener See und dem 1857 erneuerten Nottekanal von 1568, der in die Dahme mündet und diese in die Spree. Sehr wahrscheinlich förderte der Bau des Gallun Kanals den Bau der Ziegeleien. Zwischen 1860 und 1863 entstanden in der unmittelbaren Gegend vom Motzener See 17 neue Ziegeleien. Am südlichen Zipfel vom Motzener See an der Motzener Mühle entstanden sogenannte Schurren. Schurren waren Ablagen für Ziegel zum Verladen der Ziegel in Ziegelkähne. Eine größere Schurre befand sich nördlich der Motzener Mühle und eine kleinere westlich der Mühle. Der Begriff Schurre meint das schlurfen (schleifen) der Kähne im Sand, wenn diese an Land anlegen, was als schurren bezeichnet wird. Von den Ziegeleien in Töpchin führten ab 1874 Feldbahnen zur Schurre am Motzener See. Der Bau der Feldbahnen wurde von den einheimischen Bauern boykottiert, weil diese damit ihre Erträge aus dem Transport der Ziegel mittels Pferdefuhrwerken verloren. Auf den Gleisen der Feldbahnen fuhren anfangs Pferdeeisenbahnen und später auch Feldbahnlokomotiven bis zur Schurre. Die Ziegeleien in Motzen an der Straße nach Gallun hatten Stichkanäle am Motzener See.

Der Ton wurde von den Tongruben zu den Ziegeleien mit Handkarren aus Holz oder mit Loren auf Schienen und später auch mit Abraumbahnen befördert. In den Ziegeleien wurde der Ton per Hand, später maschinell, zu Ziegelsteinen verarbeitet und gebrannt. Die Ziegel wurden zum Motzener See und ab da über den Gallun Kanal sowie Nottekanal in Richtung Berlin transportiert. Ab 1894/1895 wurden die Ziegel vermehrt mit der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn und ab 1900/1903 auch mit der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn transportiert. Die Bahn hatte den Vorteil, dass sie im Winter auch bei zugefrorenem Kanal die Ziegel transportieren konnte. Obwohl das Gleis der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn in Töpchin ziemlich nahe an den Ziegeleien vorbei führte, blieben die Feldbahnen zum Motzener See weiter bestehen.

Mit der Bevölkerungsexpansion in Berlin ab 1861 und dem damit einhergehenden Bau von Mietshäusern, den sogenannten Mietskasernen, waren Baumaterialien eine gefragte Sache. Rings um Berlin entstanden viele Ziegeleien, vorzugsweise an Standorten mit viel Ton-Vorkommen. Solch ein Standort war Motzen und Kallinchen sowie insbesondere Schöneicher Plan und Töpchin mit bis zu 10 Meter dicken Tonschichten.

Größere Eingemeindungen von Wohngebieten zu Berlin wurden in den Jahren 1710, 1825, 1841 und 1861 abgeschlossen. 1920 gab es die letzte Eingemeindung, woraus Groß-Berlin (heute Land Berlin) hervorging. Einen Aufschluss über die Bautätigkeiten, also den Bedarf an Ziegelsteinen, in Berlin gibt also der Zeitraum von 1861 bis 1919 wieder, insoweit dafür Zahlen vorliegen.
1861 gab es in Berlin 547.571 Einwohner.
1871 gab es in Berlin 826.341 Einwohner bei 166.144 Wohnungen und 536 Fabriken sowie gewerblichen Bauten.
1919 gab es in Berlin 1.928.432 Einwohner bei 604.006 Wohnungen und 6.467 Fabriken sowie gewerblichen Bauten.

Theodor Fontane besuchte 1862 Teupitz und die Gastwirtin vom Gasthof Goldener Stern erzählte ihm über den Motzener See: "Große Spreekähne kommen und gehen jetzt täglich, das machen die neuen Ziegeleien. Überall hier herum liegt fetter Ton unterm Sand, und wenn Sie nachts über Groß-Köris hinaus bis an den Motzner See fahren, da glüht es und qualmt es rechts und links, als brennten die Dörfer. Öfen und Schornsteine, wohin Sie sehen. Meiner Mutter Bruder ist auch dabei. Er wird reich, und alles geht nach Berlin. Viele hunderttausend Steine. Immer liegt ein Kahn an dem Ladeplatz, aber er kann nicht genug schaffen, so viel, wie gebraucht wird." (Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 4: Das Spreeland, von Theodor Fontane, 1881).

2500 Ziegeleiarbeiter im Jahr 1894.
"Die Krankenkasse der Ziegeleiarbeiter von Töpchin, Motzen und Callinchen - es sind gegen 2500 Mann - zahlt an den Kassenarzt jährlich 1500 Mark." (Teltower Kreisblatt, 04. Juli 1894, Seite 2).

Im Folgenden Informationen zu den einzelnen Ziegeleistandorten. Die heute noch erhaltenen Informationen zu den Ziegeleien beziehen sich hauptsächlich auf die Beabsichtigungen zur Errichtung einer Ziegelei, deren Bauantrag und der öffentlichen Bekanntmachung derselben. Zudem ist zu unterscheiden zwischen den Grundstücksbesitzern, den Grundstückspächtern, den Ziegeleibesitzern, den Ziegeleibetreibern und den Ziegeleipächtern. Alle können bei einer Ziegelei verschiedene Personen sein. Ziegeleien wurden auch mit dem Namen eines Ziegeleipächters erwähnt, was diesen nicht zu einem Ziegeleibesitzer macht.


Ziegeleien Motzen
Nördlich vom Dorf Motzen an der Straße nach Gallun sind drei Ziegeleistandorte überliefert. Zudem ist der Namen von einem Hartziegelwerk ohne Standortangabe in Motzen überliefert. Ein weiterer Ziegeleistandort ist an der Straße nach Bestensee (Klein Besten) überliefert, an der Ecke Hofjägerweg, auf Feldmark von Motzen. An der Motzener Mühle war ebenfalls ein Ziegeleistandort auf der Feldmark von Motzen (neben weiteren auf der Feldmark von Kallinchen). Weiterhin ist eine Gemeinde-Ziegelei überliefert, deren Standort nicht bekannt ist. Gemeinde-Ziegeleien waren unter anderem die ältesten Ziegeleien. Die erste Erwähnung der Motzener Gemeinde-Ziegelei ist aus dem Jahr 1844, die zweite aus dem Jahr 1857.

"Mein im Dorfe Motzen bei Zossen im Teltowschen Kreise belegenes Bauergut will ich sofort aus freier Hand verkaufen. Die Aussaat ist 2 Wispel 8 Scheffel. Zu diesem Gute gehört auch ein Antheil an der Gemeinde-Ziegelei. Kauflustige können sich sofort an den Unterzeichneten wenden. Der BauergutsBesitzer Schwietzke. (Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1844, Öffentlicher Anzeiger, 12. Juli 1844).

"Die Gemeinde Motzen Kreis Teltow beabsichtigt auf ihrer Feldmarke 400 Schritt von dem schiffbaren Nobte Kanale belegene 20 Morgen große und mit hohen und guten Thonlager versehene Ziegelei, mit Brennofen und trocknen Schuppen aus freier Hand zu verkaufen weshalb ein Termin auf den 2. Januar 1858 Nachmittags 2 Uhr im Schulzengericht daselbst anberaumt wird wozu Kauflustige hiermit ergebenst eingeladen werden. Motzen, den 9. Dezember 1857. Das Schulzengericht." (Teltower Kreisblatt, 12. Dezember 1857, Seite 5).

Die zweite dieser beiden Mitteilungen ist sehr suspekt. Der Nottekanal verlief und verläuft nicht in der Nähe der Motzener Feldmark. 400 Schritt sind 300 Meter. Der Gallun Kanal wurde erst 1860 eröffnet. Drei Wochen später erschien die gleiche Annonce noch einmal mit kleinen Berichtigungen, welche bezüglich dem Standort nicht aufschlussreicher ist.

"Verkauf einer Ziegelei. Die Gemeinde Motzen, Kreis Teltow, beabsichtigt auf ihrer Feldmarke, 400 Schritt von dem schiffbaren Notte-Kanale belegene, 20 Morgen große und mit hohem und gutem Thonlager versehene Ziegelei, mit Brennofen und trockenem Schuppen aus freier Hand zu verkaufen, weshalb ein Termin auf den 2. Januar 1858, Nachmittags 2 Uhr, im Schulzengericht daselbst anberaumt wird, wozu Kauflustige hiermit ergebenst eingeladen werden. Motzen, den 9. Dezember 1857. Das Schulzengericht." (Teltower Kreisblatt, 26. Dezember 1857, Seite 7).

Im Folgenden die Bekanntmachungen der Beabsichtigungen zum Bau einer Ziegelei oder neuer Ziegeleiöfen auf bestehenden Ziegeleien bei Motzen.

Ziegelei Braun und Trauer
"Die Torfgräbereibesitzer Braune und Trauer zu Brandenburg beabsichtigen auf ihrem in der Feldmark Motzen belegenen, von dem Büdner Holzhüter erkauften Grundstücke ein Ziegelei-Etablissement, bestehend aus vier Ziegelöfen (Casseler Flammöfen), den dazugehörigen Trockenschauern, einem Wohnhause und Stall nach den in unserem Büreau zur Einsicht ausliegenden Zeichnungen und Situationsplänen zu errichten. Zossen, den 13. Februar 1860." (Teltower Kreisblatt, 18. Februar 1860, Seite 4).

Ziegelei Krause
"Der Ziegeleibesitzer Ludw. Heinr. Krause aus Mittenwalde beabsichtigt auf seinem zu Motzen belegenen Grundstücke von 7 Morgen eine Ziegelei zu errichten. Das Grundstück wird von den Wegen von Motzen nach Krummensee und resp. nach den Thonbergen, dem Grundstücke des Bauers Gärtner und der Ziegelei des Eigenthümers Braune begrenzt. Teltow, den 19. Mai 1862." (Teltower Kreisblatt, 31. Mai 1862, Seite 3).

Ziegelei Meinecke
"Der Amtmann Meinecke zu Teupitz beabsichtigt auf seinem, zwischen dem von Mittenwalde nach Motzen führenden Wege und dem Motzener See belegenen, vormals Bauer Huschkeschen Ziegelei-Etablissement, einen zweiten Doppel Ziegelofen mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 23. Juni 1863." (Teltower Kreisblatt, 27. Juni 1863, Seite 4).

Ziegelei Holzhüter
"Der Zieglermeister Wilhelm Holzhüter zu Motzen beabsichtigt auf einem von dem Bauer und Gastwirth Kulick daselbst erpachteten, 10 Morgen großen, am Schneidepunkte der Wege von Groß­Köriß nach Mittenwalde und von Klein Besten nach Motzen belegenen Grundstücke, einen Ziegelofen mit vorliegendem Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 23. Juni 1863." (Teltower Kreisblatt, 27. Juni 1863, Seite 4).

Ziegelei Neidholdt
"Der Gastwirth Neidholdt zu Zossen beabsichtigt auf einem von ihm zu diesem Zweck erpachteten Grundstücke der Motzener Mühle in der Nähe des Motzener Sees und des Zossen-Motzener Weges nach Maaßgabe der beigebrachten Zeichnungen zwei Ziegelöfen in einem Verbande zu erbauen und dadurch eine neue gewerbliche Anlage zu errichten. Teltow, den 7. September 1861." (Teltower Kreisblatt, 14. September 1861, Seite 2).

Die ersten drei Ziegeleien dieser Bekanntmachungen hatten Ziegeleikanäle (Stichkanäle) in den Motzener See, die bis heute erhalten geblieben sind. Zudem hatten diese drei Ziegeleien Feldbahnen von den Tongruben zu den Ziegeleien. Die Tongruben dieser drei Ziegeleien lagen am Ende vom Weg Am Tonsee und sind als Tonseen erhalten geblieben. Zudem bestand eine Feldbahn zu einer Grube nahe Bestensee (heute Kiessee westlich von Klein Bestensee). Der Bahnhof Motzen Seebad der Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn befand sich direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Ziegelei Meinecke.

Am Ufer vom Motzener See nördlich neben der Motzener Mühle befand sich die sogenannte Schurre, auch Töpchiner Schurre genannt, eine Ziegeleiablage zum Verladen der Ziegel in Ziegelkähne. Zu dieser Schurre führte von den Ziegeleien in Töpchin kommend eine Ziegeleibahn. Zudem bestand westlich neben der Motzer Mühle eine kleinere Schurre, ebenso mit Feldbahnanschluss.

Bei der Bekanntmachung bezüglich der Ziegelei vom Amtmann Meinecke wird zugleich mitgeteilt, dass dessen Ziegelei bereits bestand, als Ziegelei Huschke, über die nichts weiter bekannt ist. Vom Amtmann Meinecke gibt es diesen ersten Hinweis in Motzen.

Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1858
Inhaltsverzeichnis
Ziegelei-Anlagen:
"des Amtmanns Meinecke in Motzen"

Der zweite Hinweis zum Amtmann Meinecke ist noch älter, bezieht sich aber auf eine Ziegelei in Teupitz.

Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1853
Inhaltsverzeichnis
Ziegelei-Anlagen:
"des Amtmanns Meinicke in Teupitz"

Dazu passt diese Erwähnung:
"Kahnverkauf. Der Amtmann Meinecke in Teupitz beabsichtigt zwei Oberkähne, weil dieselben wegen ihrer Größe nicht unter den Brücken (welche nach seiner Ziegelei führen, weggehen, aus freier Hand zu verkaufen oder gegen kleine niedriche (besonders in den Kassen), welche zur Steinfahrt sich eignen zu vertauschen. Teupitz, den 7. Januar 1859. Meinecke." (Teltower Kreisblatt, 15. Januar 1859, Seite 5).

Ob mit den Erwähnungen "Amtmann Meinicke in Teupitz", "Amtmann Meinecke zu Teupitz" und "Amtmann Meinecke in Motzen" die selbe Person gemeint ist, das ist nicht bekannt. Das "in" bezieht sich auf den Standort der Ziegelei und das "zu" auf den Wohnort vom Ziegeleibesitzer.

In Teupitz direkt ist keine Ziegelei bekannt, nur eine in Egsdorf bei Teupitz.

"Meine zu Egsdorf bei Teupitz, unmittelbar am See - Wasserweg nach Berlin - belegene Ziegelei, bestehend in Wohnhaus, Stallung, Scheune, 13 Morgen Acker, Brennofen und ein über 100 Morgen großes, sehr mächtiges Thonlager. Ferner: die zu Neuendorf bei Teupitz an der Holzablage belegene Krugwirtschaft nebst Materialgeschäft, wozu 13 Morgen Acker und Wiese, bin ich Willens aus freier Hand zu verkaufen. Kauflustige wollen sich direct an mich wenden. Neuendorf bei Teupitz im März 1865. Fr. Kindt, Ziegeleibesitzer."

Die Ziegelei lag direkt nördlich von Egsdorf auf der westlichen Seite der Straße nach Töpchin. Östlich der Straße liegt der Teupitzer See. Der Wasserweg nach Berlin führte über mehrere Seen nach Prieros und von da über die Dahme in die Spree. Die Gastwirtin vom Gasthof Goldener Stern in Teupitz erzählte Theodor Fontane im Jahr 1862: "Mit gutem Winde fahren wir in sechs Stunden nach Berlin". (Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 4: Das Spreeland, von Theodor Fontane, 1881). Die Tongrube der Ziegelei lag ab 1907 im Sperrgebiet vom Schießplatz Wünsdorf / Truppenübunsgplatz Zossen und in der Tongrube war ein Schießstand. Zuletzt war am Standort dieser Ziegelei eine Gärtnerei.

Die erwähnte Krugwirtschaft war das Mühlenanwesen einer ehemaligen Windmühle und ist heute das Gästehaus kleine Mühle. Von der Ablage am Teupitzer See an dieser Mühle führte eine Feldbahn 2700 Meter nach Süden zu einer Kriesgrube im Wald der Neuendorfer Heide, deren Verlauf heute noch im Gelände erkennbar ist.

Weitere Bekanntmachungen der Ziegeleien am Dorf Motzen:

Ziegelei Braun
"Der Ziegeleibesitzer Braun aus Mittenwalde beabsichtigt auf seinem Ziegelei-Grundstücke zu Motzen, welches von den Grundstücken des Ziegeleibesitzers Krause, des Bauers Gärtner und des Bauers Schulz umgrenzt wird und hart an der von Mittenwalde nach Motzen führenden Straße belegen ist, noch zwei Ziegel-Brennöfen in einem Verbande mit vorliegendem Brennschuppen zu erbauen. Teltow, den 19. Mai 1862." (Teltower Kreisblatt, 31. Mai 1862, Seite 4).

Ziegelei Braun
"Der Ziegeleibesitzer Friedrich Wilhelm Braun zu Mittenwalde beabsichtigt auf seinem in der Feldmark Motzen gelegenen, 9 Morgen 31 Quadrat-Ruthen großen Grundstücke, (auch Heideplan genannt) die alten Casseler-Flamm-Ziegel-Oefen abzubrechen und an Stelle derselben einen neuen ringförmigen Ziegelofen nach dem Hoffmann Licht'schen Patent zu erbauen. Teltow, den 29. April 1865." (Teltower Kreisblatt, 03. Mai 1865, Seite 4).

Ziegelei Meinicke [Ziegelei Meinecke]
"Der Amtmann Meinicke zu Motzen beabsichtigt auf dem ihm zugehörigen, vom Mittenwalde-Motzener Wege, dem Motzener See und dem Grundstück des Bauergutsbesitzers Mahlow begrenzten Ziegelei-Grundstück, in Stelle der vier abzubrechenden Ziegeleibrennöfen alter Construction, einen Ringofen nach dem Hoffmann-Lichtschen Patente zu erbauen. Teltow, den 28. März 1868." (Teltower Kreisblatt, 08. April 1868, Seite 3).

Ziegelei Krause
"Der Ziegelei-Besitzer Karl Krause zu Königs Wusterhausen beabsichtigt auf dem ihm gehörigen, vom Königs Wusterhausen-Motzener Wege und den Grundstücken des Bauergutsbesitzers Huschke und Ziegeleibesitzers Braune begrenzten Ziegelei-Grundstück, in Stelle des abzubrechenden Ziegelbrennofens alter Construction einen oblongen Ringofen nach dem Hoffmann-Lichtschen Patente zu erbauen. Teltow, den 10. März 1869." (Teltower Kreisblatt, 17. März 1869, Seite 2).

Ziegelei Krause
"Der Ziegeleibesitzer Krause in Töpchin ist auch Inhaber einer kleineren Ziegelei in Motzen. Beide Betriebe werden von Töpchin aus geleitet. Da auf dem Motzener Grundstück kein Thonlager vorhanden ist, wird der Thon von Töpchin nach Motzen geschafft. Die Einschätzungskommission hat den Ziegeleibesitzer Herrn Krause jährlich mit 36 Mark für den Betrieb beider Ziegeleien eingeschätzt. Trotzdem hat der Ortsvorstand in Motzen Herrn Krause anfänglich mit 118 Mark, später, als von ihm Protest erhoben wurde, mit 62 Mark Steuern belegt. Kläger beschritt den Verwaltungs-Streitweg. Das Urtheil des Kreis-Ausschusses lautete: eine Steuerpflicht würde nur dann bestehen, wenn der Kläger in Motzen einen selbständigen Betrieb führe. Hierüber soll der dortige Amtsvorsteher befragt werden." (Teltower Kreisblatt, 10. Januar 1895, Seite 2).

Bezüglich Motzen wurden folgende Ziegeleibesitzer unter selbiger Rubrik in den Berliner Adressbüchern mit Adresse in Berlin aufgelistet (Auswahl).

Berliner Adreßbuch
- Ziegeleibesitzer -

Krause
- 1866, Prinzesinnenstraße 27.
- 1867, Alexanderstraße 5-7.
- 1868, Alexanderstraße 5-7.
- 1868, Alte Jacobstraße 50.
- 1870, Alexanderstraße 5-7.
- 1870, Alte Jacobstraße 50.
- 1871, Königin-Augustastraße 49.
- 1871, Linienstraße 228.
- 1872, Gitschinerstraße 66.
- 1872, Linienstraße 228.

Es gab zwei verschiedene Ziegeleibesitzer Krause mit Adresse in Berlin.


Hartziegelwerk
Zu dem Hartziegelwerk in Motzen ist sehr wenig bekannt. Folgende Einträge sind in der Tonindustrie-Zeitung gelistet.

- 1905, Motzener Hartziegelwerk Karl Keding & Co (Motzen)
- 1910, Motzener Hartziegelwerk Karl Keding & Co (Motzen), Die Firma ist erloschen.

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv hat folgende Informationen:
Hartziegelwerk Carl Keding und Co. in Motzen, 1904-1910.

Inwieweit die Firma Berliner Kunststeinwerke L. Keding & Co. (Inhaber Leberecht Keding und Max Hering), die im Berliner Adreßbuch 1901 und 1902 erwähnt werden, etwas mit dem Motzener Hartziegelwerk Karl Keding & Co. zu tun hatte ist nicht bekannt. Das Hartziegelwerk soll sich eventuell in der Seebadsiedlung am heutigen Kiessee befunden haben. Zu dieser ehemaligen Kiesgrube führte ein Gleis der KMTK.


Motzener Mühle
Zwischen den vielen Ziegeleien einige Infos zur Motzener Mühle.

"Der Mühlenmeister Puhlmann zu Motzener Mühle beabsichtigt, seine aus einem Mahlgange bestehende Wassermühle eingehen zu lassen, und an deren Stelle eine Schneide- und Oelmühle zu erbauen, auch seine, ungefähr 1000 Schritt von der Wassermühle entfernt liegende Bockwindmühle niederzureißen, und dieselbe 30 Schritt davon als Holländer in der Art wieder aufzubauen, daß der bisher in der Wassermühle vorhandene Mahlgang auf diese verlegt, und der Holländer also zwei Mahlgänge und außerdem noch einen Spitzgang erhält, der zum Reinigen des Getreides bestimmt ist. Teltow, den 4. November 1842." (Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1842, Öffentlicher Anzeiger, 16. Dezember 1842).

Die Motzener Wassermühle stellte wohl 1860 mit Eröffnung des Gallun Kanals aus wassertechnischen Gründen ihren Betrieb ein. Für die Wassermühle wurde der Töpchiner See angestaut, der dadurch bis an das Dorf Sputendorf (Sputenberge, Waldeck) reichte. Die Motzener Wassermühle ist heute ein Gasthaus. Die Motzener Windmühle stand auf dem Mühlenberg und dieser liegt westlich der Wassermühle auf einem 25 Hektar großen Carree, das noch zur Feldmark von Motzen gehört. In der Schmettau-Karte von 1767-1787 ist die Windmühle etwas weiter nördlich eingezeichnet, nördlich vom Zossener Weg, auf Feldmark von Kallinchen, an der späteren Tongrube, aus der der Tonsee Fuchsloch entstand, an dem Fedor Fuchs 1919 das FKK-Gelände Freisonnland anlegte. Die Schmettau-Karten gelten allerdings als nicht besonders korrekt.

Die folgende Annonce wird hier miterwähnt, weil sie möglicherweise die Motzener Mühle betrifft.

"Eine flott gehende Schankwirthschaft, verbunden mit Material-Geschäft, gelegen zwischen zwei Ziegeleien, an der Straße von Zossen nach Callinchen (genannte Straße ist im Chausseebau begriffen), ist krankheitswegen zu verkaufen. Käufer können sich wegen Auskunft an mich selbst wenden oder bei Herrn Kalz, Motzen. Nächste Bahnstation ist Groß-Köriß, an der Görlitzer Eisenbahn. Callinchen bei Mittenwalde, den 9. Juli 1885. W. Kalz jun." (Teltower Kreisblatt, 14. Juli 1885, Seite 4).

Die Standortbeschreibung an der Straße von Zossen (über Schöneiche) nach Kallinchen ist sehr wahrscheinlich ein Fehler. Der Hinweis zur nächsten Bahnstation Groß-Köriß [Groß Köris] passt nicht dazu. Eher passt an der Straße von Motzen (über Motzenmühle) nach Kallinchen. Die nächstgelegene Bahnstation der Ziegeleien bei Motzenmühle war zu dieser Zeit der Bahnhof Teupitz Gr. Köris an der Berlin-Görlitzer Eisenbahn. Der Weg von diesem Bahnhof führte über Groß Köris nach Motzen. Motzen anstatt Zossen ist in der Annonce aufschlussreicher. An und bei der Motzener Mühle bestanden mehrere Ziegeleien. Zwischen welchen beiden die Schankwirtschaft gestanden haben könnte ist nicht bekannt. Die Motzener Mühle stellte wohl 1860 mit Eröffnung des Gallun Kanals aus wassertechnischen Gründen ihren Betrieb ein. Gut möglich, dass danach, oder vielleicht auch schon vorher, eine Schankwirtschaft in der Mühle betrieben wurde. Die Motzener Mühle ist heute ein Gasthaus.

Die Annonce enthält ein wichtiges Detail, dass so nebensächlich erschien, dass es in Klammern gesetzt wurde. Im Jahr 1885 fand die Chaussierung der Straße statt. Leider wird nicht erwähnt, ob es sich um die Herstellung einer Kies-Chaussee, Stein-Chaussee oder Pflaster-Chaussee handelte. Wahrscheinlich ist, dass es außerorts eine Kies-Chaussee war. Eine ältere Bekanntmachung aus dem nahegelegen Schöneiche ist diesbezüglich informativer.

"Ortspolizei-Verordnung. Auf Grund des § 5 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 und nach Berathung mit dem Gemeinde-Vorstand wird zum Schutze der von der Gemeinde Schöneiche angelegten Lehmchaussee auf den Straßen von Schöneiche nach Telz, sowie nach Gallun, nach Callinchen, nach Zehrensdorf und nach Wünsdorf hierdurch verordnet: Das Fahren und Reiten auf den vorgenannten Lehmchausseen, so lange sich dieselben in nicht trockenem Zustande befinden, ist bei einer Geldstrafe bis zu 3 Thlr. oder verhältnißmäßiger Gefängnisstrafe verboten. Zossen, den 21. Juli 1864. Königliches Domainen Rent-Amt, Pohle." (Teltower Kreisblatt, 27. Juli 1864, Seite 7).


Ziegeleien Kallinchen
In diesem Abschnitt werden die Ziegeleien nahe Motzener Mühle auf Feldmark Kallinchen erwähnt.

Nahe der Motzener Mühle an der Straße von dieser nach Kallinchen standen einige Ziegeleien am Ufer vom Motzener See. Die auffälligsten Relikte dieser Ziegeleien sind die beiden Seen der ehemaligen Tongruben direkt auf der westlichen Seite der Straße. Etwas weiter südlich dieser beiden Tonseen, mitten im Wald an der alten Zossener Straße, ist ein weiterer ebensolcher Tonsee, an dessen Standort die Freikörperkultur am Motzener See mit Fedor Fuchs ihren Anfang nahm. Von daher wird dieser Tonsee Fuchsloch genannt.

Im Folgenden die Bekanntmachungen von Beabsichtigungen zur Gründung einer Ziegelei auf der Feldmark von Kallinchen. Die Grenze zwischen Kallinchen und Motzen verläuft in Höhe am Abzweig vom alten Zossener Weg und dort vom Motzener Seeufer kommend den Weg hinein und diesen etwa 265 Meter entlang. Im Eck Straße nach Kallinchen und Straße nach Töpchin gehört eine Fläche von 25 Hektar zu Motzen, auf der der Mühlenberg steht. Die Grenze zwischen Motzen und Töpchin überquert die Straße von Motzen nach Töpchin in 255 Meter Entfernung in Richtung Töpchin ab Höhe Abzweig der Straße nach Kallinchen.

Es sind in Kallinchen nahe der Motzener Mühle nur drei Ziegeleien bekannt. Laut den Bekanntmachungen sind es sechs Ziegeleien. Es ist zu beachten, dass die Bekanntmachungen nur Mitteilungen einer Bau-Beabsichtigung waren, gegen die Widerspruch erhoben werden konnte. Allen Anschein nach wurden nicht alle Beabsichtigungen realisiert. Die hier gelistete Reihenfolge ist chronologisch.

Ziegelei Hoffmann
"Der Baumeister Friedrich Eduard Hoffmann zu Berlin beabsichtigt auf einer von dem Vol. I. S. 1. Nr. 1 des Hypothekenbuches vom Dorfe Callinchen verzeichneten Lehnschulzengute daselbst abgezweigten, 40 Morgen großen, am Motzener See und an dem von der Motzener Mühle nach Callinchen führenden Wege belegenen Parcelle eine Patent-Ziegelei zu errichten. Teltow, den 7. November 1861."
(Teltower Kreisblatt, 23. November 1861, Seite 6).

Ziegelei Lessing und Lucas
"Der Kaufmann Rudoplh Ferdinand Lessing aus Mittenwalde und der Eigenthümer Carl Eduar Lucas aus Berlin beabsichtigen auf dem, dem Bauer Wilhelm Ruden zu Callinchen gehörigen auch Wehlings Plan Nr. 60 genannten Grundstücke und zwar speziell auf dem 6 Morgen großen Theil desselben, welcher zwischen dem von Motzen nach Callinchen führenden Wege und dem Motzener See oberhalb der Grundstücke der Büdner Reichert und Hönicke belegen ist, eine Ziegelei, bestehend aus zwei Ziegelöfen in einem Verbande, einem Zieglerhause und zwei Trockenschuppen, zu etablieren. Teltow, den 14. April 1862." (Teltower Kreisblatt, 26. April 1862, Seite 2/3).

Ziegelei Braune und Ernst
"Der Ziegeleibesitzer Braune und der Scharfrichtereibesitzer Ernst aus Mittenwalde beabsichtigen auf einer von dem August Schulzeschen Bauergute zu Callinchen erpachtete Parcelle von ca. 15 Morgen, welche der Wehlings-Plan genannt, und von dem Motzener See, dem Acker des Bauers Bienge, dem von Motzen nach Callinchen führenden Wege und dem Ziegeleigrundstücke des Baumeisters Hoffmann begrenzt wird, eine Ziegelei zu errichten.
Teltow, den 15. Mai 1862." (Teltower Kreisblatt, 24. Mai 1862, Seite 2).

Ziegelei Bucholt und Schultze
"Die Ziegelei-Unternehmer Bucholt und Schultze zu Berlin beabsichtigen auf einer von dem Bienge'schen Bauergute zu Callinchen abgezweigten, 134 Morgen großen, im sogenannten Wehlingsplane zwischen den Grundstücken der Bauern Schulz und Ruden und des Büdners Hönecke zu Callinchen und zwischen dem Motzener See und der Motzen-Callinichener Straße belegenen Parcelle zwei Ziegelöfen in einem Verbande mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten.
Teltow, cen 23. September 1862." (Teltower Kreisblatt, 04. Oktober 1862, Seite 5).

Ziegelei Dornbusch und Meyer
"Der Maurermeister David Dornbusch jun. zu Mittenwalde und der Wirtschafts-Inspector Friedrich Meyer in Klein-Beeren beabsichtigen auf ihrem in der Feldmark Callinchen zwischen dem Motzen-Callinchener Wege und dem Motzener See belegenen, 3 Morgen 136 Quadrat-Ruthen großen, Grundstücke vier Ziegelöfen in einem Verbande mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 7. April 1863." (Teltower Kreisblatt, 11. April 1863, Seite 3).

Ziegelei Schlickeisen
"Der Torfstichbesitzer Johann August Schlickeisen zu Callinchen beabsichtigt auf einem, circa 74 Morgen großen Theile der den Bauern Möhricke und Ribbecke zu Callinchen gehörigen, sogenannten Wirachsberg-Pläne, zwischen der nach Callinchen führenden Trift und dem sogenanten breiten Stückenweg belegen, einen doppelten Ziegelbrennofen mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 6. Mai 1863." (Teltower Kreisblatt, 16. Mai 1863, Seite 3).

Bei der Ziegelei Bucholt und Schultze ist der Eintrag ihrer Firma in das Handels-Register bekannt.
"Die Gesellschafter der zu Berlin mit einer Zweig-Niederlassung zu Callinchen bei Mittenwalde unter der Firma Bucholt u. Schultze am 1. Juli 1862 errichteten offenen Handelsgesellschaft sind
1) der Kaufmann Carl Robert Bucholt zu Berlin,
2) der Kaufmann Georg Felix Albert Schultze zu Motzen bei Mittenwalde"
(Nationalzeitung, 9.7.1862)

Folgende Ziegeleien wurden in Kallinchen mit Besitzer und Ort offiziell erwähnt, also realisiert.

Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1861
Ziegelei-Anlagen:
- des Baumeisters Hoffmann in Callinchen

Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1862
Ziegelei-Anlagen:
- des Kaufmanns Lessing und des Eigenthümers Lucas in Callinchen
- des Ziegeleibesitzers Braune und des Scharfrichtereibesitzers Ernst in Callinchen
- der Ziegelei-Unternehmer Bucholt und Schultze in Callinchen

Das Amtsblatt listet 4 Ziegeleien in Kallinchen. 3 Ziegeleistandorte sind in Kallinchen nahe der Motzener Mühle überliefert. Die 4 Ziegeleien lagen den Bekanntmachungen nach alle nebeneinander auf Wehlings Plan.

Folgendes ist über den Maurermeister David Dornbusch junior bekannt:
"Im Namen des Königs! In der Untersuchungssache wider den Maurermeister Johann Gottlieb David Dornbusch zu Mittenwalde hat die Königliche Kreisgerichts-Deputation zu Mittenwalde in der öffentlichen Sitzung vom 11. November 1864 für Recht erkannt, daß der Angeklagte, Maurermeister Johann Gottlieb David Dornbusch jun. der öffentlichen Beleidigung eines öffentlichen Beamten in Beziehung auf seinen Beruf schuldig, und deshalb mit einer Geldbuße von 20 Thlr. (Zwanzig Thalern), der im Unvermögensfalle eine (14) vierzehntägige Gefängnisstrafe zu substituieren zu bestrafen. Dem Beleidigten, Bürgermeister Dunkel, die Befugniß zu ertheilen, den Tenor dieses Erkenntnisses innerhalb 14 Tagen nach beschrittener Rechtskraft desselben einmal auf Kosten des Angeklagten in dem Teltower Kreisblatt öffentlich bekannt zu machen. Dem Angeklagten auch die Kosten des Verfahrens aufzulegen. Von Rechts Wegen." (Teltower Kreisblatt, 07. Dezember 1864, Seite 6).

In den Folgejahren ab 1863 wird David Dornbusch immer nur als Maurermeister und nicht als Ziegeleibesitzer erwähnt.

Der Ziegeleibesitzer Lucas der Ziegelei Lessing und Lucas gibt 1862 folgendes bekannt:
"Die von mir mit dem Herrn Lessing in Mittenwalde gemeinschaftlich betriebene Ziegelei bei Callinchen habe ich unter heutigem Datum für meine eigene Rechnung allein übernommen und ist Herr Lessing durch notariellen Vergleich ausgeschieden. Activa und Passiva sind nicht vorhanden und leiste ich für frühere Forderungen an die Ziegelei, wenn solche noch vorhanden sein sollten, keine Zahlung, welche Herr Lessing vielleicht aufgegeben hat. Berlin, den 14. April 1862. Lucas, Ziegeleibesitzer." (Teltower Kreisblatt, 19. April 1862, Seite 3; 03. Mai 1862, Seite 8).

Der Baumeister Friedrich Eduard Hoffmann (1818-1900) zu Berlin war kein geringerer als derjenige, nachdem der Hoffmannsche Ringofen benannt ist, sowie derjenige, der 1859 das Patent zum Ringofen anmeldete, das ihm nach über 15 Jahren samt erfolgter Ehrungen wieder aberkannt wurde, weil der Ringofen bereits 1839 vom Maurermeister Arnold aus Fürstenwalde erfunden wurde.

Bezüglich Kallinchen wurden folgende Ziegeleibesitzer unter selbiger Rubrik in den Berliner Adressbüchern mit Adresse in Berlin aufgelistet (Auswahl).

Berliner Adreßbuch
- Ziegeleibesitzer -

Bucholt & Schultze
- 1865, Prinzenstraße 18.
- 1866, Prinzenstraße 18.
- 1867, Prinzenstraße 18.
- 1868, Orankestraße 25.
- 1870, Markusstraße 34.
- 1871, Engel-Ufer 7b.
- 1872, Engel-Ufer 7b.
- 1873, Engel-Ufer 7b.
- 1874, Engel-Ufer 7b.
- 1875, Michaelkirchstraße 20.

Schlickeysen
- 1865, Wassergasse 17.
- 1866, Wassergasse 17.
- 1867, Wassergasse 17.
- 1868, Wassergasse 17.
Schlickeisen
- 1873, Köpenickerstraße 126a.
- 1874, Köpenickerstraße 126.

Lessing
- 1872, Kleine Hamburgerstraße 19.
- 1873, Kleine Hamburgerstraße 19.
- 1874, Kleine Hamburgerstraße 19.

Die Tongruben der Ziegeleien in Kallinchen und Motzen bei der Motzener Mühle lagen ab 1907 im Sperrgebiet vom Schießplatz Wünsdorf / Truppenübunsgplatz Zossen.


Kalksandsteinfabrik Kallinchen
In Kallinchen in der Seestraße stand die 1904 gegründete Kalksandsteinfabrik der Firma Gebrüder Fuisting auf der sogenannten Schweineweide. Die genaue Chronik der Kalksandsteinfabrik ist nicht bekannt. Betrieben wurde sie von einem Berliner Unternehmen, das nur kurzzeitig in Erscheinung trat. Die genauen Umstände sind nicht bekannt. Folgend einige Erwähnungen der Firma Gebrüder Fuisting.

1905: Schöneberg. Gerichtliche Eintragungen. Bei Nr. 27287. (Offene Handelsgesellschaft Gebrüder Fuisting Vereinigte Berliner Kalksandstein-Zementwaren- und Kieswerke, Schöneberg) In Callinchen ist eine Zweigniederlassung errichtet. (Friedenauer Lokal-Anzeiger. 2. September 1905).

1906: Gebrüder Fuisting, Vereinigte Berliner Kalksandstein-Zementwaren- und Kieswerke, begr. 1904, Bur. W 30 Rosenheimerstr. 14 Ecke Martin Lutherstraße. Inhaber Edgar Fuisting (Kallinchen b. Motzenmühle) und Kurt Fuisting. (Berliner Adressbuch 1906).

1906: Berlin. Die Firma Gebr. Fuisting Vereinigte Berliner Kalksandstein-Zementwaren- und Kieswerke, Schöneberg mit Zweigniederlassung in Callinchen ist in: Gebrüder Fuisting abgeändert worden. Kurt Fuisting wohnt jetzt in Berlin W. (Schöneberg), Edgar Fuisting in Callinchen. (Der Steinbruch: Zeitschrift für die Kenntnis und Verwertung natürlicher Gesteine. Zentralorgan für die Interessen des gesamten Steinbruchbetriebes. Band 1, 1906)

1906: Schöneberg. Gebrüder Fuisting, Vereinigte Berliner Kalksandstein-, Zement waren- und Kieswerke. Zweigniederlassung in Callinchen. Die Firma ist geändert in Gebrüder Fuisting. Kurt Fuisting wohnt jetzt in Berlin W, Edgar Fuisting in Kallinchen. (Tonindustrie-Zeitung und Keramische Rundschau, 1906).

1906: Firmeneintragungen. Bei Nr. 27287. (Offene Handelsgesellschaft: Gebrüder Fuisting, Schöneberg mit Zweigniederlassung in Callinchen). In die Gesellschaft ist der Ingenieur Max Becker, Callinchen Kreis Teltow als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. - No. 29105. (Friedenauer Lokal-Anzeiger. 28. September 1906).

1907: Gebrüder Fuisting, Kalksandstein-Zementwaren, Kieswerke, Baumaterialien Bauunternehmer, W 30, Berchtesgadener Str. 28 Ecke Grunewaldstr. Inhaber Kurt Fuisting (hier) und Edgar Fuisting und Max Becker (Kallinchen b. Motzenmühle). (Berliner Adressbuch 1907).

1908: Gebrüder Fuisting, Kalksandstein-Zementwaren, Kieswerke, Baumaterialien Bauunternehmer, W 30, Berchtesgadener Str. 28 Ecke Grunewaldstr. Inhaber Kurt Fuisting (hier) und Edgar Fuisting und Max Becker (Kallinchen b. Motzenmühle). (Berliner Adressbuch 1908).

Die Berliner Adressbücher wurden zum Jahresanfang herausgegeben, bzw. zum Jahresende des Vorjahres erstellt, und beziehen sich auf Angaben aus dem Vorjahr.

Es wird erzählt, dass die Firma Gebrüder Fuisting ihre Kalksandsteinfabrik 1907 stilllegte, weil sie sich an der Bodenspekulation bei der Gründung vom Truppenübungsplatz Wünsdorf im selbigen Jahr beteiligen wollte, indem sie das Grundstück zum Verkauf an den Militärfiskus anbot. Dieser soll völlig überteuerte Preise für Grundstücke in dieser Gegend gezahlt haben. Ob der Militärfiskus bereits 1907, oder erst 1915 bei Nutzung des ehemaligen Fabrikgeländes dieses kaufte, oder vielleicht nur anpachtete, ist nicht bekannt.

Im Jahr 1915 wurde die ehemalige Kalksandsteinfabrik Gebrüder Fuisting zu einer Kaserne umgebaut und darin die 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie des Gardekorps (1. Ers. M. G. Kp. des Gardekps.) der Landstreitkräfte des Deutschen Kaiserreiches (Reichsheer des Kaisers) stationiert. 1917 verlegte die 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie des Gardekorps ihren Standort von Kallinchen nach Wünsdorf. Zu Ostern 1918 war ein Eskadron vom 1. Kürassierregiment Breslau und im Oktober 1918 das 2. Eskadron vom 12. Dragonerregiment Gnesen in der Kaserne in Kallinchen zur Erholung stationiert. Ab dem Jahr 1919 wurde die ehemalige Kalksandsteinfabrik und Kaserne zu einem Kinderheim unter Leitung von Milla von Prosch.

"Das Kinderheim in Kallinchen. Nach dem letzten Sanatoriumsaufenthalt in Sielbeck lebte die Mutter Milla von Proschs mit einer Schwester als Pflegerin in Berlin-Charlottenburg. Trotz mehrerer Sanatoriumsaufenthalte gesundete sie nicht, und am 10. Mai 1919 stürzte sie sich aus dem Fenster ihrer Wohnung zu Tode. Einen Monat zuvor hatte Milla von Prosch in Kallinchen, das Anwesen der ehemaligen Ziegelei der Gebrüder Fuisting gekauft, womit die Familie den letzten Rest ihres Vermögens vor der Inflation retten konnte. Kallinchen, das am Motzener See liegt, war damals ein kleines Dörfchen mit ungefähr 500 Einwohnern, »idyllisch ländlich, mit einem Storchennest.« Es lebten dort wenige Bauern, hauptsächlich Handwerker, die ein kleines Häuschen mit Garten besaßen und sich nebenher etwas Vieh hielten. Viele Berliner kamen zur Erholung herausgefahren, und es gab damals bereits mehrere FKK-Strände. In der 1906 im Jugendstil gebauten, großen, mehr als fünfzehn Zimmer umfassenden Villa baute Milla von Prosch nach Abschluß ihrer Ausbildung »ein kleines Heim für psychologische Behandlung« auf, wie sie es in Erinnerungsnotizen nannte, ideel unterstützt durch ihre Analytikerin Toni Sussmann. Es gab zu der Zeit recht wenige Erfahrungen, Psychoanalyse und Pädagogik miteinander zu verbinden. In allen psychoanalytischen Schulen gab es jedoch erste Versuche, stationärer psychoanalytischer Erziehung und Psychotherapie." (Mit ohne Freud: zur Geschichte der Psychoanalyse in Ostdeutschland, Heike Bernhardt und ‎Regine Lockot, 2000, Seite 149).
[Anmerkung: Kalkbrennöfen sahen den Ziegelbrennöfen ähnlich.]


Ziegelei Zossen
Obwohl die Ziegelei bei Zossen nicht zu dieser Fotodokumentation gehört wird sie wegen ihrer überschneidenten Informationen hier kurz miterwähnt. Sie lag auf der Nordseite der Straße nach Mittenwalde, nördlich in den Weinbergen, zwischen Gerichtstraße und Wiesengrund.

Zu Ziegeleien in oder bei Zossen sei erwähnt, dass viele, die in Ortschaften nahe Zossen ansässig waren, gerne die Standortbeschreibung "bei Zossen" verwendeten.

Der Gastwirt Neidholdt wurde 1861 und 1864 als Ziegeleibesitzer mit Ziegelei in Zossen erwähnt. (Amtsblatt der Regierung in Potsdam). 1863 wurde der Bau einer Ziegelei in Zossen durch den Ackerbürger Großkopf angekündigt. (Teltower Kreisblatt). 1865 wurde der Amtmann Keilpflug als Ziegeleibesitzer mit Ziegelei in Zossen erwähnt. (Amtsblatt der Regierung in Potsdam). 1868 wurde das Bauvorhaben einer Ziegelei in Zossen vom Ziegeleibesitzer Klau erwähnt. (Teltower Kreisblatt). In einem Meßtischblatt von 1869 (Nachträge bis 1875) ist eine Ziegelei östlich von Zossen eingezeichnet, mit Ziegeleikanal zum Nottekanal. In einem Meßtischblatt von 1901 (Nachträge 1912) ist diese Ziegelei als Krause'sche Ziegelei beschriftet, mit nebenanliegender Cement-Fabrik. In einem Meßtischblatt von 1901 (Berichtigt 1919) sind bei dieser Ziegelei nur noch vereinzelte Gebäude eingezeichnet, ohne als solches beschriftet zu sein, und mit Berichtigung 1933 fehlen die Schornsteine selbiger.

"Anlage eines Ziegel-Brennofens. Der Ackerbürger Wilhelm Großkopf hierselbst beabsichtigt auf seinem zum Bürgergute Nr. 49 gehörigen Grundstücke einen Ziegel-Brennofen, aus zwei Brennöfen bestehend, zu erbauen. Zossen, den 28. Februar 1863. (Teltower Kreisblatt, 07. März 1863, Seite 6).

"Zossen, den 24. Januar 1868. Bekanntmachung. Der Ziegelei-Besitzer Klau beabsichtigt auf seinem, an dem Mittenwalder Wege hierselbst belegenen, früher Hanke'schen und Großkopf'schen Grundstücken einen Dampfkessel zum Betriebe eines Thonschneiders, einer Schlemm-Maschine und eines Wasserpumpwerks aufzustellen und einen Ziegel-Ring-Brennofen zu erbauen." (Teltower Kreisblatt, 29. Januar 1868, Seite 4).

"Halte von jetzt an auf meiner bei Zossen neben der Cementfabrik belegenen Ziegelei stets anerkannt gute Dachsteine zu soliden Preisen vorräthig, auch empfehle von derselben Ziegelei gute Mauersteine, vorzüglich zu Feuerungsanlagen. A. Krause, Ziegeleibesitzer, Töpchin." (Teltower Kreisblatt, 16. Juni 1885, Seite 4).


Ziegelei Schöneiche
Auch die Ziegeleien in Schöneiche, insbesondere auf Schöneicher Plan, gehören eigentlich nicht zu dieser Fotodokumentation. Die Ziegelei am Wierachberg, südlich von Schöneiche, am Weg von Schöneiche nach Zehrensdorf sowie nahe am Weg von Zossen nach Töpchin, macht wegen ihrer Lage eine Ausnahme und wird deswegen hier miterwähnt.

Ziegelei Matthies
"Der Schneidermeister Matthies zu Zossen beabsichtigt auf dem laut Pachtcontract vom 18. Sptbr. 1863 ihm übergebenen Grundstück des Bauer Pasewald zu Schöneiche dem sogenannten Lehmkuten Grundstück, über 100 Morgen groß, am Wege von Schöneiche nach Zehrensdorf belegen, eine Ziegelei mit Doppelofen und Zieglerhaus zu erbauen. Teltow, den 29. April 1865." (Teltower Kreisblatt, 03. Mai 1865, Seite 4).

"Ziegelei­Verkauf. Meine am Töpchiner Wege bei Zossen belegene Dachstein­ und Mauerstein­Ziegelei, 5 Meilen von Berlin, 1/4 Stunde vom schiffbaren Wasser und Eisenbahnstation vollständig im Betrieb, mit sämmtlichem Inventar, ﴾Grundstück circa 10 Morgen groß, gutes Thonlager hauptsächlich zu Dachsteinen, Thon auf mehrere Jahre Vorrath ausgekarrt﴿, will ich unter sehr günstigen Bedingungen verkaufen und wollen Käufer sich direkt an mich wenden. A. Wilde, Kaufmann in Zossen" (Teltower Kreisblatt, 27. Februar 1875, Seite 5).


Ziegeleien Töpchin
Bei Töpchin gab es insgesamt 9 Ziegeleien, plus die Ziegelei an der Springbleiche und die Ziegelei auf der Zehrensdorfer Seite der Springbleiche. Eine exakte Zuweisung der bekannten Namen zu den einzelnen Ziegeleien ist aus mehreren Gründen schwierig. Die meisten Erwähnungen von Ziegeleibesitzern und Ziegeleistandorten sind Mitteilungen im Teltower Kreisblatt. Dort werden Ziegeleibesitzer mit Namen und Ziegeleien mit Standortangaben erwähnt. Das Problem der Zuweisung ist, dass Ziegeleien auch verpachtet wurden. Wenn ein Ziegeleibesitzer, der bereits andernorts eine Ziegelei besaß eine Ziegelei pachtete und selbiger in Mitteilungen mit diesem Standort erwähnt wurde, dann wurde der Pächter als Ziegeleibesitzer, weil er vom Status her einer war, und der Standort der gepachteten Ziegelei erwähnt. Daraus ergibt sich nicht, dass der Herr Ziegeleibesitzer und Ziegeleipächter auch Eigentümer der angepachteten Ziegelei war. Zudem sind die Standortangaben zwar teils ausführlich, aber nicht präziße genug, und einige enthalten möglicherweise Fehler.

Ein Beispiel einer wenig aussagekräftigen Mitteilung:
"Bruch ist auf meiner Ziegelei billig zu verkaufen in Töpchin beim Ziegler Lange." (Teltower Kreisblatt, 31. Januar 1866, Seite 8).
Eine Ziegelei Lange ist in Töpchin nicht bekannt. Der Ziegler Lange war entweder ein Ziegelei-Pächter oder nur ein Ziegelei-Arbeiter / Ziegler-Meister und ist wer anderes als derjenige ohne Namen, der meint, die Ziegelei sei seine.

Die Reihenfolge der Ziegeleien in Töpchin den Ziegelweg entlang von Nordost nach Süd (von Motzen kommend nach Zehrensdorf, Wünsdorf):
- Ziegelei Kettlitz
- alter Weg nach Kallinchen (Callinchener Weg)
- Ziegelei Krause
- neuer Weg nach Zossen und Kallinchen (Grüner Weg) - zur Ziegelei Machguth
- Ziegelei Schäfer (Die Schmalen Enden)
- alter Weg nach Zossen (Zossener Weg, Zossen'er Straße)
- Ziegelei Kreuter
- Ziegelei Schlickeisen und Müller (später Standort Töpchiner Betonwerk)
- Weg Zum Mühlenberg (Weg von Gemeindefriedhof zu Grabecke)
- Ziegelei Hagenauer
- Ziegelei Lessing
- Ziegelei Dunkel
- Zehrensdorfer Chaussee (Wünsdorfer Straße)

- Ziegelei Springbleiche Töpchin
- Ziegelei Springbleiche Zehrensdorf

Im Folgenden die ältesten auffindbaren Bekanntmachungen von den 8 Ziegelei-Anlagen entlang dem Ziegelweg in Töpchin, von Nordost nach Süd. Zudem die Mitteilungen über die Wege, die wegen der Ziegeleien und Tongruben gesperrt wurden. Im Anschluss die spärlichen Informationen über die Ziegelei am Ende vom heutigen Grüner Weg auf südlicher Seite (Ziegelei Machguth), sowie zwischendrin weitere Informationen zu den Pferdebahnen, und danach einige Informationen über die beiden Ziegeleien an der Springbleiche und der Ziegelei in ehemalig Zehrensdorf.

Ziegelei Kettlitz
"Der Ziegelmeister Carl Kettlitz zu Töpchin bei Zossen beabsichtigt, auf einem von dem auf der Feldmark des Dorfes Töpchin und am Wege von dort nach Callinchen belegenen, dem Lehnschulzen Kettlitz zu Töpchin gehörigen sogenannten Puddeforfer Plan abgezweigten, ca. 30 Morgen großen Pachtparzelle einen doppelten Ziegel-Brennofen zu errichten. Teltow, den 4. December 1861." (Teltower Kreisblatt, 07. Dezember 1861, Seite 2).

Ziegelei Krause
"Der Töpfermeister Karl Krause zu Zossen beabsichtigt auf dem von ihm erpachteten circa 121 Morgen großen, zwischen den Landstraßen von Zossen nach Töpchin und von Zehrensdorf nach Motzen auf Töpchiner Feldmark an einem Feldwege belegenen Ackerplane des Bauers Balke einen zweiten Ziegelbrennofen zu errichten. Teltow, den 22. November 1862" (Teltower Kreisblatt, 29. November 1862, Seite 2).

Ziegelei Schäfer
"Der Buchbindermeister Alexander Schäfer zu Mittenwalde beabsichtigt auf einem von dem Bauer Karl Schulz zu Töpchin erpachteten 125 Morgen großen, zwischen den Wegen von Zossen nach Motzen von Töpchin nach Zossen und von Töpchin nach der Motzener Mühle belegenen Grundstücke, die Schmalen Enden genannt, einen Doppel Ziegelofen mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow den 23. Juni 1863." (Teltower Kreisblatt, 27. Juni 1863, Seite 4).

Ziegelei Kreuter
"Der Fabrikant Wilhelm Kreuter aus Luckenwalde beabsichtigt auf der von dem Bauer Friedrich Schwietzke'schen Grundstücke zu Töpchin erpachteten Parcelle von ca. 28 Morgen eine Ziegelei zu errichten. Die Parcelle liegt unmittelbar an dem von Töpchin nach Zossen führenden Wege, wird von den Ländereien der Bauern Bredereck, Fredersdorf und Busach begrenzt und führt den Namen Keriken- und Krengen-Plan. Die Ziegelei soll aus zwei Ziegelöfen in einem Verbande, mit zwei vorliegenden Brennschuppen, einem massiven Wohnhause und einem Trockenschuppen bestehen. Teltow, den 27. Juni 1862" (Teltower Kreisblatt, 05. Juli 1862, Seite 2).

Ziegelei Schlickeisen und Müller
"Die Ziegeleibesitzer Johann August Schlickeisen zu Callinchen und Johann Gottlieb Müller zu Schöneiche beabsichtigen auf einem von dem Bauer Ferdinand Binge zu Töpchin erpachteten, 10 Morgen 73 Quadrat-Ruthen großen, unweit des von Töpchin nach Zossen führenden Weges neben der Kreuterschen Ziegelei belegenen Grundstücke einen doppelten Ziegelofen mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 23. Juni 1863" (Teltower Kreisblatt, 27. Juni 1863, Seite 4).
[Anmerkung: 73 Quadrat-Ruthen = 73 x 73 Ruthen]

Ziegelei Hagenauer
"Der Kaufmann L. Hagenauer zu Berlin beabsichtigt auf einem von dem Bauer Struck zu Töpchin erpachteten, 19 Morgen 168 Quadrat-Ruthen großen, an den nach Töpchin führenden Feldweg und an die Ackerpläne des Krügers Kleist, Kossäthen Schmol und Schulzen Kettlitz daselbst grenzenden Ackerplane, die Grabecke genannt, in einer Entfernung von 10 Ruthen von dem genannten Feldwege, 54 Ruthen von der Lessingschen Ziegelei und 5 Ruthen von dem Schulze Kettlitz'schen Grundstück einen doppelten Ziegelbrennofen mit vorliegenden Brennschauern zu errichten. Teltow, 20. August 1863" (Teltower Kreisblatt, 29. August 1863, Seite 5).

Ziegelei Lessing
"Der Ziegeleibesitzer R. F. Lessing zu Mittenwalde beabsichtigt auf einer von dem Krüger Kleist'schen Grundstücke zu Töpchin erpachtete Parcelle von ca. 6 Morgen eine Ziegelei zu errichten. Die Baustelle liegt unfern eines von Töpchin kommenden Feldweges und wird von den Ländereien der Bauer Kotzte, Schulz und Wolter umschlossen. Die Ziegelei soll aus 2 Ziegelöfen in einem Verbande, einem Ziegelhause und einem Trockenschuppen bestehen. Teltow, den 31. Mai 1862."
(Teltower Kreisblatt, 14. Juni 1862, Seite 2)

Ziegelei Dunkel
"Der Maurerpolier August Dunkel zu Mittenwalde und Maurermeister Karl Herrmann Dunkel zu Mittenwalde beabsichtigen, auf einem von dem Büdner Gustav Kolbatz zu Töpchin erpachteten, westlich von Töpchin und zwischen den Ackergrundstücken des Bauer Busak, des Krügers Kleist, des Bauer Kotzte zu Töpchin und des Rittergutsbesitzers Magnus zu Zossen, an dem von dem Dorfe Töpchin nach der Bleiche führenden Wege an der Lessingschen Ziegelei vorbeigehenden Feldwege belegenen, circa 20 Morgen großen Theile des Ackerplane des Kolbatz, die Grabeken auch Deichberg genannt in einer Entfernung von 800 Fuß von der Lessingschen und circa 200 Ruthen von der Prübeschen Ziegelei und 250 Ruthen von der nach der Bleiche führenden Straße zwei Ziegelöfen in einem Verbande mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 4. Juli 1863". (Teltower Kreisblatt, 18. Juli 1863, Seite 3).
[Anmerkung: 250 Fuß anstatt 250 Ruthen, Standort vom Ziegelofenverband; Grabecke anstatt Grabeken.]

Sperrung Zossener Weg
"Wegen stattfindender Austhonung einer Strecke der Töpchin Zossen'er Straße wird die letztere von der Kettlitz'schen Ziegelei zu Töpchin bis an den Privatweg des Ziegeleibesitzers Machguth bezw. des Bauerngutsbesitzers Ferdinand Schulze, welcher bei der Machguth'schen Ziegelei beginnt und bis an die Töpchin-Zossen'er Straße führt, für das Publikum freigegeben, Der qu. Weg wird durch Wegweiser genügend bezeichnet. Motzen, den 6. Juni 1887." (Teltower Kreisblatt, 09. Juni 1887, Seite 3).
[Anmerkung: die Umleitung führte über den heutigen Grüner Weg. Sperrung wegen Tongrube Ziegelei Machguth, Machguth'sche Grube. Weg heute wieder frei.]

Sperrung Callinchener Weg
"Der Communicationsweg von Callinchen nach Töpchin ist auf der zwischen den Eisenbahnen der Ziegeleibesitzer Krause und Kettlitz liegenden Strecke unpassirbar und wird hierdurch gesperrt." (Teltower Kreisblatt, 13. Mai 1892, Seite 3).
[Anmerkung: Umleitung über den heutigen Grüner Weg. Weg heute wieder frei.]

In der Bekanntmachung der Sperrung der Zossener Straße wird der Standort und der Name der Ziegelei am Ende vom Grüner Weg mitgeteilt. Folgende Informationen sind über diese Ziegelei bekannt.

Ziegelei Grüner Weg
- 1887 Umleitung Töpchin-Zossen'er Straße, Machguth'sche Ziegelei, Ziegeleibesitzer Machguth
- 1894 Ziegeleibesitzer Machguth, Töpchin, Obstbaumplantage

Tonindustrie-Zeitung und Keramische Rundschau, Band 24, Ausgaben 1-6
1. Halbjahr 1900
Neue Firmen
Töpchin. Otto Machguth. Inhaber ist der Ziegeleibesitzer Otto Machguth daselbst.
[Anmerkung: Der Name der Firma ist seltsam. Vermutlich war der Firmenname "Vereinigte Ziegelwerke Töpchin und Motzen", die ein paar Jahre später zur "Vereinigte Ziegelwerke Töpchin und Motzen d'Hargues & Co. G. m. b. H." wurde.]

Folgende (neue) Ziegelei-Anlagen wurden mit Namen des Ziegeleibesitzers öffentlich gelistet:

Amtsblatt der Regierung in Potsdam
1860 - Ziegelei-Anlage des Töpfermeisters Krause in Töpchin
1861 - Ziegelei-Anlage des Zieglermstrs. Kettlitz in Töpchin
1862 - Ziegelei-Anlage des Töpfermeisters Krause in Töpchin
1862 - Ziegelei-Anlage des Ziegeleibesitzers Lessing in Töpchin
1862 - Ziegelei-Anlage des Fabrikanten Kreuter Töpchin

Nach diesen Angaben errichtete der Töpfermeister Krause zwei Ziegeleien in Töpchin. Von beiden ist die Bekanntmachung der Beabsichtigung des Errichtens einer Ziegelei nicht auffindbar. Aus den auffindbaren Mitteilungen ist der Standort einer der beiden bestimmbar, ohne Zuweisung des Gründungsdatums. In Berlin wurden ab 1868 zwei verschiedene Ziegeleibesitzer Krause ohne Standortangabe erwähnt, was bei einem Allerweltsnamen nichts besonderes ist. Der Standort der Ziegelei Machguth ist aus den auffindbaren Mitteilungen bestimmbar. Eine Bekanntmachung der Beabsichtigung des Errichtens einer Ziegelei durch Machguth nicht auffindbar. Anhand der spärlichen Informationen könnte die Ziegelei Machguth vorher eine der beiden Ziegeleien von Krause in Töpchin gewesen sein.

In den Folgejahren nach der Errichtung einer Ziegelei gab es neben Ziegelei-Verpachtungen auch Ziegelei-Verkäufe. Manch eine Ziegelei wurden zwischenzeitlich oder auch länger nach ihrem Pächter benannt, was diesen nicht zu einem Ziegeleibesitzer machte. Es ist zu unterscheiden ob in der Zeitfolge nur ein neuer Name einer Ziegelei mitgeteilt wurde, oder ein neuer Name als Ziegeleibesitzer. Bei ersterem muss der Name der Ziegelei nicht der Name des Ziegeleibesitzers gewesen sein.

Ein typischer bekannter Fall von Ziegeleipächter anstatt Ziegeleibesitzer war der Ziegeleipächter Mäcker:
"Auktion! Am 18. März 1874, von Vormittags 8 Uhr ab, sollen umzugshalber auf der Lessing'schen Ziegelei bei Töpchin nachstehende Sachen aus freier Hand meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden: 2 Pferde und verschiedene Pferdegeschirre, 5 Wagen, darunter 2 Kaleschwagen, 1 frischmilchende Kuh, 1 Ziege, mehrere Hühner, 1 Häckselmaschine, sämmtliches Haus- und Küchengeräth, darunter 2 mahagoni Spinden, 1 dto. Spiegel, verschiedene Bettstellen, 1 Schreibspinde, 2 birkene Kleiderspinde, 1 Rolle u. s. w. Außerdem noch ein Posten Bruchsteine. W. Mäcker Ziegeleipächter." (Teltower Kreisblatt, 11. März 1874, Seite 3).

Neben diesen privaten Auktionen gab es auch amtliche:
"Auction 29. Juli 1881, Töpchin, Thiemann'sche Ziegelei. Gerichtsvollzieher" (Teltower Kreisblatt, 27. Juli 1881, Seite 4).
Ob Thiemann auch Ziegeleibesitzer war wird mit dieser Mitteilung nicht mitgeteilt. Wie weiteren Details der Bekanntgabe zu entnehmen ist, wurde in der Auktion nur Hausrat auf der Ziegelei Thiemann angeboten und nicht die Ziegelei selbst. Da es sich um eine amtliche Bekanntgabe handelt ist anzunehmen, dass Thiemann im Jahr 1881 ein Ziegeleibesitzer in Töpchin war.

Ein weiterer Name bezüglich Ziegeleien in Töpchin ist Carl Behne. Ein weiterer Name bezüglich Ziegeleien in der Gegend um den Motzener See ist Ernst Behne. Behne ist also nicht gleich Behne. Carl Behne sowie dessen Firma Carl Behne & Co. wurde im Berliner Adreßbuch unter der Rubrik Ziegeleibesitzer gelistet. Zudem der Name Behne. Die Firma Carl Behne & Co. war eine Fabrik von Farben und Chemikalien, Inhaber Carl Behne (außerhalb) und C. Schmähl, mit Sitz in Berlin.

"40-50 Accord-Arbeiter finden bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung bei Carl Behne, Töpchin bei Zossen, Ziegelei." (Teltower Kreisblatt, 29. Juni 1878, Seite 4).

Eine weitere bekannte Ziegelei-Firma in dieser Gegend war die Vereinigte Ziegelwerke Töpchin und Motzen d'Hargues & Co. G. m. b. H., die in der Tonindustrie-Zeitung 1909 als aufgelöst bekannt gegeben wird.

Das Reichstagsmitglied Otto Fischbeck (1865-1939) war "nach 1933 Besitzer einer Ziegelei in Töpchin". (Bundesarchiv, Aktennotiz).

Bezüglich Töpchin wurden folgende Ziegeleibesitzer unter selbiger Rubrik in den Berliner Adressbüchern mit Adresse in Berlin aufgelistet (Auswahl).

Berliner Adreßbuch
- Ziegeleibesitzer -

Schlickeysen
- 1865, Wassergasse 17.
- 1866, Wassergasse 17.
- 1867, Wassergasse 17.
- 1868, Wassergasse 17.
Schlickeisen
- 1873, Köpenickerstraße 126a.
- 1874, Köpenickerstraße 126.

Krause
- 1866, Prinzesinnenstraße 27.
- 1867, Alexanderstraße 5-7.
- 1868, Alexanderstraße 5-7.
- 1868, Alte Jacobstraße 50.
- 1870, Alexanderstraße 5-7.
- 1870, Alte Jacobstraße 50.
- 1871, Königin-Augustastraße 49.
- 1871, Linienstraße 228.
- 1872, Gitschinerstraße 66.
- 1872, Linienstraße 228.

Mäcker
- 1870, Köpenickerstraße 115.
- 1871, Köpenickerstraße 115.
- 1872, Köpenickerstraße 115.
- 1873, Köpenickerstraße 115.
- 1874, Köpenickerstraße 113.

Lessing
- 1872, Kleine Hamburgerstraße 19.
- 1873, Kleine Hamburgerstraße 19.
- 1874, Kleine Hamburgerstraße 19.

Behne
- 1873, Alte Jacobstraße 135.
- 1874, Großbeerenstraße 81.
- 1875, Großbeerenstraße 81.
Carl Behne & Co.
- 1874, Prinzenstraße 71.
- 1875, Prinzenstraße 71.
Carl Behne Soehne
- 1888, Köpenicker Straße 7, Inhaber F. und O. Behne.
C. Behne
- 1888, NW Karlstraße 14, Töpfer.


In der Bekanntmachung der Sperrung vom Callinchener Weg wird mitgeteilt, dass zu dieser Zeit mindestens zwei Pferdeeisenbahnen existierten. Insgesamt existierten drei Pferdebahnen, sowie später Feldbahnen mit Lokomotiven, in der Gegend von Töpchin. Alle führten zu Ziegelablagen am Motzener See. Die beiden Pferdebahnen in der Bekanntmachung der Straßensperrung von 1887 werden zuerst erwähnt.

Pferdebahn Krause Töpchin
Strecke: von Ziegelei Krause - zur alte Motzener Zehrensdorfer Straße - entlang alte Motzener Zehrensdorfer Straße - zur Ablage Krause am Motzener See nordwestlich Motzener Mühle.

Pferdebahn I Kettlitz Töpchin
Strecke: von den Ziegeleien am Ziegelweg nördlich vom Weg Zum Mühlenberg - entlang Ziegelweg vorbei an den Töpchiner Ziegeleien - entlang Straße von Töpchin nach Motzenmühle - zu den Schurren am Motzener See nördlich und westlich Motzener Mühle.

Pferdebahn II Kettlitz Töpchin
Strecke: von beiden Ziegeleien bei Springbleiche - entlang Zehrensdorfer Chaussee (Wünsdorfer Straße) - kurzer Knick in Ziegelweg - weiter im Wald entlang Zehrensdorfer Chaussee (Wünsdorfer Straße) - Baruther Straße - Märkische Straße - Töpchiner Straße (Motzenmühle) - zu den Schurren am Motzener See nördlich und westlich Motzener Mühle.

Die Ziegeleien, zumindest einige, besaßen auch Feldbahnlokomotiven.

Mit den Pferdeeisenbahnen war die einheimische Bevölkerung von Töpchin nicht einverstanden, wie folgender Mitteilung zu entnehmen ist.

"Am Sonntag den 28. v. M. hatte in einem Local in Töpchin eine Tanzlustbarkeit stattgefunden, an welcher sich Bauernsöhne, Knechte aus dem Orte und Arbeiter betheiligt hatten. Als der Wirth um 11 Uhr Feierabend gebot, begab sich die aufgeregte Menge nach der etwa 500 Schritte entfernten Kettlitz'schen Ziegelei, deren Besitzer bei einigen Bauern und Bauersöhnen insofern nicht gut angeschrieben war, als er statt wie früher seine Steine durch die Bauern abfahren zu lassen, eine Pferdebahn gebaut hatte. Vor der Ziegelei angekommen, wurde mit dem Rufe: Jetzt kommen die Menschenschlächter, zunächst ein Steinhagel gegen die Fenster eröffnet und darauf mehrere Arbeiter angegriffen. Einer derselben namens Dietrich, hatte dabei so geftige Schläge auf den Kopf erhalten, daß er besinnungslos zu Boden stürzte und fortgetragen werden mußte. Schon am folgenden Tage ist Dietrich infolge von Gehirnverletzungen gestorben, während ein anderer Arbeiter, Schwandt, der ebenfalls heftige Schläge auf den Kopf erhalten hat, sich noch in ärztlicher Behandlung befindet, auch sein Zustand ist nicht unbedenklich. Von den betheiligten Personen sind bereits 14 ermittelt und 6 davon verhaftet worden. Unter den Schlägern befanden sich zwei Söhne des Bauern Balke, von denen der eine zu den Verhafteten gehörte. Charakteristisch ist die Auslassung des Vaters der seine Freude darüber nicht zurückhalten konnte, daß seine Söhne tüchtig zugeschlagen hätten; was aber allem die Krone aufsetzt das ist das Attest des zuerst hinzugezogenen Arztes aus Zossen, der zwar erhebliche Verwundungen des Dietrich, zugleich aber auch inbetreff des bewußtlosen Zustandes "Trunkenheit" attestierte. Dietrich hatte sich nämlich an der Tanzbelustigung gar nicht betheiligt und war eben von seinem Bruder, den er besucht hatte, zurückgekommen, um sich zu Bette zu begeben, als er von den Excedenten überfallen wurde. Die Untersuchung ist im vollen Gange und dürfte inbetreff der eigentlichen Veranlassung zu dem Überfall für seine einzelnen Personen sehr gravierende Momente ergeben." (Teltower Kreisblatt, 15. Juli 1874, Seite 3).

Weitere Bekanntmachungen bezüglich der Ziegeleien in Töpchin:

"Der Ziegeleibesitzer Rudoplh Ferdinand Lessing zu Mittenwalde beabsichtigt auf seinem an dem von Töpchin kommenden Feldwege auf dem Krüger Kleistschen Grundstücke von Töpchin belegenen Ziegelei-Etablissement, begrenzt durch die Ackerpläne der Bauern Kotzte, Schulz und Wolter, in 60-füßiger Entfernung von dem vorhandenen, einen zweiten Doppel Ziegelofen mit vorliegenden Brennschuppen zu errichten. Teltow, den 1. Juni 1863." (Teltower Kreisblatt, 06. Juni 1863, Seite 2).

"Der Ziegeleibesitzer Kettlitz zu Töpchin beabsichtigt auf dem am Wege von Töpchin nach Callinchen belegenen, dem Lehnschulzen Kettlitz gehörigen sog. Puddewosen-Plan, an Stelle des abzubrechenden Ziegelbrennofens alter Construction, einen oblongen Ringofen nach dem Hoffmann-Licht'schen Patente zu erbauen. Teltow, den 5. Mai 1869." (Teltower Kreisblatt, 12. Mai 1869, Seite 2).

"Töpchin, 10. Juli 1894. Eine neue Obstkammer für Berlin ist in Töpchin im Entstehen begriffen. Der Anfang zu einer Obstbau-Anlage machte vor Jahren der Ziegeleibesitzer Herr Kettlitz mit 150 Bäumen. Inzwischen ist der Bestand auf 1500 Bäume angewachsen. Andere Ziegeleibesitzer folgten dem Beispiele, und namentlich ist es Herr Machguth, der bedeutende Resultate von seiner noch jungen Obstkultur zu erwarten hat. Die Bäume sind sämtlich edle Sorten; überaus üppig stehen Erd-Himbeeren und andere Sorten. Der hiesige Boden eignet sich für den Obstbau ganz vorzüglich, denn die Bäume hängen meist so voll, daß sie gestützt werden müssen. Die Ketttlitz'schen terrassenförmigen Anlagen (früher Thonlager) sind einfach großartig zu nennen; dasselbe ist von den Anlagen der ürbigen Ziegeleibesitzer zu berichten. Tausende von Scheffeln werden in diesem Jahre geerndtet werden. Auch verschiedene andere Grundbesitzer im Orte legen sich auf Obst- und Gemüsebau, namentlich ist es Herr Piesnack, der mit gutem Beispiel voranschreitet. Spargelbau wird bei uns mit günstigem Erfolge getrieben. Vor einiger Zeit ist von einem Berliner eine 46 Morgen große Ackerfläche gekauft worden, um eine neue Spargelanlage im großen Maßstabe anzulegen." (Teltower Kreisblatt, 11. Juli 1894, Seite 3).

Eine Pressemitteilung mit Fehlerpotential ist folgende:
"Motzenmühle, 23. Dezember 1895. Der Ziegeleibesitzer Herr Albert Krause in Töpchin läßt seine hiesige Ziegelei mit einem Anschlußgeleise versehen. Die Arbeiten, mit denen heute begonnen wurde, werden von der Bahnmeisterei Mittenwalde ausgeführt." (Teltower Kreisblatt, 25. Dezember 1895, Seite 3).
Das Fehlerpotential liegt in der Erwähnung von Motzenmühle. Es ist bekannt, dass die Ziegelei Krause in Töpchin die einzige mit einem Betriebsanschlussgleis an die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn war. Die Erwähnung von Motzenmühle kam zustanden, weil Motzenmühle das für Töpchin zuständige Postamt war.


Zwei weitere Ziegeleien befanden sich an der damaligen Zehrensdorfer Chaussee (Wünsdorfer Straße) von Töpchin nach ehemalig Zehrensdorf und Wünsdorf an der sogenannten Springbleiche, und eine weitere östlich am Dorf Zehrensdorf. Über diese drei Ziegeleien sind ein paar wenige Informationen bekannt.

Ziegelei Springbleiche (Töpchin)
Standort: Wünsdorfer Straße, direkt östlich der Wiese der ehemaligen Töpchiner Springbleiche, östlich der Zufahrt zur Künstlerkolonie.

- 1767/1787 Cattunbleiche (Schmettaukarte)
- 1791 2 Feuerstellen, 1 Büdnerei, 8 Seelen
- 1801 Etablissement, 1 Büdnerei, 1 Einlieger, 3 Feuerstellen
- 1805 Töpchiner Bleiche
- 1841 Ziegelei-Etablissement
- 1854 Verkauf, Ziegelei und Ofenfabrik Springbleiche bei Töpchin
- 1858 Etablissement Bleiche, 1 Töpfermeister mit 2 Gesellen und 1 Lehrling
- 1861 Springbleiche
- 1876 Ziegeleibesitzer Joh. Friedr. Wilh. Priebe aus Springbleiche bei Töpchin
- 1888 Ziegeleibesitzer W. Priebe, Springbleiche
- 1913 Häusergruppe, 29 Einwohner
- [1927 Ziegelei]

Die Ziegelei lag ab 1907 im Sperrgebiet vom Schießplatz Wünsdorf / Truppenübungsplatz Zossen.

Eine Anektode über die Ziegeleifamilie Priebe an der Springbleiche:
"Es folgte demnächst am Dienstag ebenfalls eine Anklagesache wegen Blutschande gegen den 54 Jahre alten Ziegeleibesitzer Joh. Friedr. Wilh. Priebe aus Springbleiche bei Töpchin und dessen jetzt 28 Jahre alte Tochter, die seit Kurzem mit einem Neffen des ersten Angeklagten verheirathete Pauline Priebe geb. Priebe. Die Pauline Priebe gebar am 7. Oktober 1873 außerehelich ein Kind und weigerte sich den Namen des Vaters desselben anzugeben. Der Vater der Priebe, der eine durch Schicksalsschläge viel bewegte Vergangenheit hinter sich hat, lebte in zweiter Ehe unglücklich und hatte mehrmals wenn seine Ehefrau ihn verlassen die Pauline, die ein Kind erster Ehe war, in sein Haus aufgenommen sie aber wieder entlassen ja hinausgejagt wenn die Eherau zurückgekehrt, dies verlangte. Jetzt verbreitete sich in der ganzen Gegend das Gerücht von der Vaterschaft des Priebe zu dem von seiner Tochter geborenen Kinde. Dasselbe wurde immer lauter, kam endlich zu den Ohren der Behörden und führte zur Verhaftung des Priebe wegen Blutschande. Am Abend wurde er in das Gerichtsgefängniß in Zossen eingeliefert, verbrachte die Nacht sehr unruhig, wurde am nächsten Morgen dem Untersuchungsrichter vorgeführt und bekannte sich bei seiner Vernehmung als Vater des in Rede stehenden Kindes. In dem heutigen Termine gab zunächst die Pauline Priebe an daß der Vater ihres Kundes ein polnischer Arbeiter, dessen Namen sie nicht angeben könne, sei. Beide Angeklagten bestreiten, jemals geschlechtlichen Umgang mit einander gehabt zu haben. Die Geschworenen verneinten nach ganz kurzer Berathung die ihnen gestellten Schuldfragen und erfolgte demnächst auch die Freisprechung beider Angeklagten." (Teltower Kreisblatt, 29. April 1876, Seite 2).


Ziegelei Springbleiche (Zehrensdorf), Ziegelei Richter
Standort: Zehrensdorfer Feldmark, Wünsdorfer Straße, heute Lagerplatz.
- 1870 Ziegeleibesitzer Richter, Zehrensdorf
- 1871 Ziegeleibesitzer Richter zu Zehrensdorf
- 1876 Bauantrag Ringofen, Ziegeleibesitzer Richter
- 1881 Ziegelmeister Koch zu Springbleiche-Zehrensdorf
- 1889 Ziegeleibesitzer Richter in Springbleiche bei Zehrensdorf
- 1893 Ringofen Vergrößerung, Ziegeleibesitzer Ludwig Richter in Zehrensdorf
- Fiskalische Ziegelei (Meßtischblatt 1901, Nachträge 1920).
- 1917 Verpachtung Gesuch, militärfiskalische Ziegelei Springbleiche, Gardekorps zu Berlin
- Fiskalische Ziegelei (Meßtischblatt 1901, Nachträge 1920).
- Ziegelei Quappe (Ziegelei "Quaqqe", Meßtischblatt 1903, berichtigt 1933, Nachträge 1937).
- Abriss (Meßtischblatt 1903, berichtigt 1933, Nachträge 1940).
- nach 2000 Lagerplatz Holger Behnke Logistik GmbH Schüttgut- und Baustofftransporte.
Wirtshaus auf gegenüberliegender Straßenseite.


Ziegelei Zehrensdorf, Ziegelei Krug
Standort: direkt östlich am ehemaligen Dorf Zehrensdorf westlich vom Tongrubensee.
- 1890 Zehrensdorfer Ziegelei, F. Krug
- 1894 Dampf-Ziegelei von Krug, Planung Bau einer zweiten Ziegelei.
- 1895 Ziegeleibesitzer A. Krug, Zehrensdorf.
- 1896 Ziegeleibesitzer Friedrich Krug, Zehrensdorf.
- 1896 Ziegeleibesitzer A. Krug, Zehrensdorf.
Mit Ziegeleibahn zum Bahnhof Wünsdorf an der Berlin-Dresdner Bahn.

Eine Anektode mit Erwähnung einer Ziegelei bei Zehrensdorf:
"Der von uns wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung mehrerer Menschen zur Criminal-Untersuchung gezogene Zieglergeselle Schmuhl, dessen Signalement nachstehend folgt, hat sich nach geschlossener Untersuchung von seinem letzten Aufenthaltsorte, der Ziegelei bei Zehrensdorf, und zwar mit Zurücklassung seines Wanderbuchs entfernt, ohne daß er bisher zu ermitteln gewesen. Da ihm das ergangene Erkenntniß publicirt werden soll, so ersuchen wir alle Behörden des In- und Auslandes ergebenst, auf den ec. Schmuhl zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle verhaften, und gegen Erstattung der Kosten an uns abliefern zu lassen. Zossen, den 3. Januar 1846." (Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1846).


Abriss der Ziegeleien in Töpchin und Zehrensdorf, anhand der Einzeichnungen in den Meßtischblättern (zeitlich ungenau).
x nicht mehr vorhanden

Meßtischblatt 1901, Herausgegeben 1903.
Meßtischblatt 1901, Nachträge 1920.
- Ziegelei Kettlitz
- Ziegelei Krause
- Ziegelei Machguth
- Ziegelei Schäfer
- Ziegelei Kreuter
- Ziegelei Schlickeisen und Müller
x Ziegelei Hagenauer (nur noch Wohnhaus)
- Ziegelei Lessing
- Ziegelei Dunkel
- Ziegelei Springbleiche Töpchin
- Ziegelei Springbleiche Zehrensdorf (ggü. Wirtshaus)
- Ziegelei Zehrensdorf

Meßtischblatt 1903, Berichtigt 1933, Nachträge 1937.
- Ziegelei Kettlitz
x Ziegelei Krause
x Ziegelei Machguth
x Ziegelei Schäfer
x Ziegelei Kreuter
- Ziegelei Schlickeisen und Müller
x Ziegelei Hagenauer (nur noch Wohnhaus)
- Ziegelei Lessing
- Ziegelei Dunkel (ggü. Wirtshaus)
x Ziegelei Springbleiche Töpchin
- Ziegelei Springbleiche Zehrensdorf (ggü. Wirtshaus)
- Ziegelei Zehrensdorf

Meßtischblatt 1903, Berichtigt 1933, Nachträge 1940.
- Ziegelei Kettlitz
x Ziegelei Krause
x Ziegelei Machguth
x Ziegelei Schäfer
x Ziegelei Kreuter
- Ziegelei Schlickeisen und Müller
x Ziegelei Hagenauer (nur noch Wohnhaus)
- Ziegelei Lessing
- Ziegelei Dunkel (ggü. Wirtshaus)
x Ziegelei Springbleiche Töpchin
x Ziegelei Springbleiche Zehrensdorf
- Ziegelei Zehrensdorf


Kalksandsteinwerke
Der Standort der Berliner Kalksandsteinwerke Erich E. Guttmann in Töpchin ist nicht bekannt. Das Brandenburgische Landeshauptarchiv hat die Jahreszahlen 1905-1906 gespeichert. Die Firma wird nur im Berliner Adreßbuch für 1907 erwähnt mit Adresse W 9 Potsdamer Straße 10-11, Inhaber Erich E. Guttmann und Adolf Igel. Die Tonindustrie-Zeitung listet die Firma 1908 als gelöscht. Die Firma ist nicht zu verwechseln mit der Berliner Kalksandsteinwerke Robert Guthmann mit Fabrik in Niederlehme.


Gallun Kanal
Noch bedeutender als die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn von 1894 war für die Ziegeleien um den Motzener See herum der Bau vom Gallun Kanal. Seltsamerweise ist über dessen Bau sehr wenig in Erfahrung zu bringen. Der Nottekanal wurde im Sommer des Jahres 1857 erneuert (Erdaushub). Dies wurde Anfang 1857 mehrmals öffentlich bekanntgegeben, weil dieser während des Ausbaus gesperrt wurde. Im Nottekanal wurden während dieser Bauphase die Schleusen Königs Wusterhausen und Mittenwalde erneuert. Die Schleuse Mellen wurde 1859 und die Arche Mellen 1860 erneuert. Über den Gallun Kanal wird dabei nichts berichtet. Im September 1858 ist in Königs Wusterhausen umgangssprachlich die Rede vom neuen Nottekanal. Im Frühjahr 1860 wird die Sperrung der Brücke über das alte Galluner Fließ zwischen Gallun und Kallinchen, zwecks deren Erneuerung, bekanntgegeben. Ob der Ausdruck altes Galluner Fließ mitteilen will, dass es auch ein neues Galluner Fließ gibt? Das Galluner Fließ fließt mäandernt vom Motzener See zum Nottekanal (ehemals Notte Fließ). Der Gallun Kanal fließt schnurstracks geradeaus. Im Meßtischblatt von 1869 (Nachträge 1876) ist das Galluner Fließ als "Altes Galluner Fließ" beschriftet und der Galluner Canal mit diesem Namen eingezeichnet. Die Brücke über das alte Galluner Fließ ist direkt westlich am Dorf Gallun. Die Brücke über den Galluner Kanal ist auf freier Flur. Im Fachjargon wurde und wird der Begriff Gallun Kanal oder früher auch Gallun Canal verwendet. Umgangssprachlich war die Rede von Gallun Fließ, schiffbares Gallunfließ sowie Motzener Kanal oder Galluner Kanal oder auch Galluner Entwässerungs-Kanal. Heute wird der Kanal offiziell, wie auch schon anfangs, "Gallun Kanal" genannt, mit Schleuse Mittenwalde. Im Frühjahr des Jahres 1864 wird der Gallun Kanal mit dem Namen Gallun Canal bei der Bekanntmachung einer Sperrung der Brücke am Weg von Gallun nach Kallinchen wegen Veränderung derselben erstmals erwähnt. 1867 erfolgte eine erneute Sperrung wegen Umbau dieser Brücke. 1895 wird im Band 65 der Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik der Motzener oder Galluner Kanal mit Baujahr 1860 angegeben, sowie in der darauffolgenden Zeit in weiteren Veröffentlichungen sowie im Meyers Konversations-Lexikon von 1900 ebenso. Es ist anzunehmen, dass die 1860 erfolgte Mitteilung mit "altes Galluner Fließ" mitteilen wollte, dass es bereits etwas neues gab.

Warum nichts über den Bau vom Gallun Kanal bekannt ist könnte seinen Grund darin haben, dass der Ausbau des Nottekanals im Sommer 1857 vordergründig hauptsächlich wegen der staatlich geforderten und geförderten Melioration des umliegenden Ackerlandes durchgeführt wurde. Dies geht auch aus dem 1856 veröffentlichten Statut vom Verband zur Regulirung der Notte hervor.
"Die zur Ausführung der Melioration, insbesondere zur Anlegung der Kanäle, Brücken, Schleusen und Wege erforderlichen Grundstücke, werden im Mangel der Einigung von dem Verbände nach den Vorschriften des Gesetzes über die Benutzung der Privatflüsse vom 28. Februar 1843. zur Benutzung resp. als Eigenthum erworben." (Gesetzsammlung für die Königlichen Preussischen Staaten, 1860).
Die Melioration ingebriff also den Bau von neuen Kanälen und Schleusen mit ein.

Der Ausbau der Notte wurde zum Zweck der Melioration betrieben und dafür der Verband zur Regulirung der Notte gegründet. In diesen Verband war jeder Betroffene Zwangs-Mitglied. Es gab Klagen, die abgelehnt wurden. Zu Finanzierung wurden Notte-Obligationen im Wert von 200.000 Thalern ausgegeben und der Staat Preußen unterstützte das Projekt mit weiteren 100.000 Thalern, mit der Bemerkung, dass diese möglichst zurückgezahlt werden sollen.

"Nachdem es für erforderlich erachtet worden, die Grundbesitzer der Niederungen der Notte und ihrer Zuflüsse Behufs der Melioration dieser Grundstücke durch Entwässerung zu einem Verbände zu vereinigen, und nachdem die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung der Betheiligten erfolgt ist, genehmigen Wir hierdurch auf Grund des Gesetzes, betreffend die Bildung von Genossenschaften zu Entwässerungsanlagen rc. vom 11. Mai 1853. Artikel 2. (Gesetz-Sammlung für 1853. S. 182. 183.), die Bildung eines Verbandes unter der Benennung: "Verband zur Regulirung der Notte", und ertheilen demselben nachstehendes Statut: § 1 Alle diejenigen Grundbesitzer, deren Grundstücke von der Regulirung der Notte und ihrer Zuflüsse Vortheil haben, werden zum obigen Verbände vereinigt." (Gesetzsammlung für die Königlichen Preussischen Staaten, 1860).


Im Folgenden Bekanntmachung bezüglich der Regulierung der Notte.

"Schifffahrt auf der Notte. Da im nächsten Sommer die Erdarbeiten an der Notte stark betrieben werden sollen, auch die Schleusen zu Königs Wusterhausen und Mittenwalde umgebaut werden müssen, so wird es nothwendig, die Schifffahrt auf der Notte für die Zeit vom 1. Mai bis ultimo November c. ganz zu sperren. Das schifffahrttreibende Publikum wird hiervon in Kenntniß gesetzt mit der Aufforderung das erste Aufgehen des Eises zu nützen, um die Bestellungen und die auf den Ablagen gesammelten Vorräthe bis zum 1. Mai zu verschiffen, da später keine Rücksicht genommen werden kann. Berlin, den 11. Februar 1857. Der Königl. Commissarius zur Regulirung der Notte, Landrath sc., v. d. Knesebeck." (Teltower Kreisblatt, 14. Februar 1857, Seite 1).

"Dem schifffahrttreibenden Publikum an der Notte wird Folgendes hierdurch bekannt gemacht. Für jetzt und bis Ende April c. ist nur die Schifffahrt vom Mellen See abwärts auf dem alten Nottefließ bis zur hohen Brücke bei Zossen, und von der Dahme aufwärts bis in die Nähe von Haus Zossen möglich, dagegen wird alles angewandt werden, im Mai c. die Schifffahrt aufwärts bis zur Hohen Brücke bei Zossen und im Juni c. bis in die Nähe bei Mellen herzustellen. Die ungehinderte Schifffahrt zwischen dem Mellen See und der Dahme wird derst im September c., nach Vollendung der Schleuse bei Mellen, möglich. Teltow, den 25. Januar 1859. Der Landrath v. d. Knesebeck." (Teltower Kreisblatt, 29. Januar 1859, Seite 1).

"Da die auf Kosten des Verbandes zur Regulirung der Notte im vergangenen und in diesem Jahre ausgeführten Binnengräben bereits sehr verkrautet und deshalb räumungsbedürftig sind, damit bedeutende Regen- und Schneefälle rascher beseitigt werden, so ersuche ich die Magisträte der Städte und die Orts-Vorstände der Landgemeinden des Verbandes noch im Laufe dieses Monats die dazu Verpflichteten zur Krautung und Räumung, resp. Herstellung jeder Gräben, eventuell auf ihre Kosten anzuhalten und hierher Anzeige von Geschehenen zu machen. Von den größeren Gutsbesitzers erwarte ich die Räumung der sie betreffenden Binnengräben von selbst. Teltow, den 13. October 1859. Der Landrath v. d. Knesebeck." (Teltower Kreisblatt, 10. Oktober 1859, Seite 2).

"Die auf der Straße von Zossen nach Mittenwalde belegene Arche der Wassermühle bei Mellen soll umgebaut werden und muß daher die Passage über dieselbe für Fuhrwerk und Reiter vom 29sten d. M. ab auf mindestens 14 Tage gesperrt werden. Teltow, den 7. August 1860. Der Landrath v. d. Knesebeck." (Teltower Kreisblatt, 11. August 1860, Seite 1).

"Der Vorstand des Verbandes zur Regulirung der Notte hat beschlossen: diejenigen Interessenten der Notte-Niederung, welche Meliorations-Versuche gemacht haben, die entwässerten Grundstücke durch Cultur schneller zum Ertrage zu bringen, von dem von dem Königlichen Ministerium für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten zu Culturzwecken bestimmten 70 Thaler, Geld-Prämien zu geben. Jühnsdorf, den 1. Juli 1863." (Teltower Kreisblatt, 11. Juli 1863, Seite 8).

Im Folgenden weitere Erwähnungen vom Galluner Fließ, Gallun Kanal und Motzener Kanal, sowie zu dessen Baujahr.

"Auch Berlin wird bald von den segensreichen Folgen einer in der Nähe begonnenen umfangreichen Melioration berührt werden, weshalb es gestattet sein möge, hier über dieselbe einige Mittheilungen zu geben. Diese Melioration besteht in der Regulirung des Nottefließes, welches sie Niederungen von Königs Wusterhausen aufwärts über Zossen hinaus durchströmt, alljährlich die anliegenden, an sich fruchtbaren Grundstücke überflutet, so daß eine rationelle Benutzung derselben unmöglich war und nur eine beschränkte als Wasserstraße gestattete."
"Es genehmigte dasselbe die Regulirung der Notte vom Mellener See über Zossen, Mittenwalde und Königs Wusterhausen bis zur Dahme, sowie deren Zuflüsse zu derselben, insbesondere des Zülowkanals vom Rangsdorfer See und des Galluner Fließes vom Motzener See bis an die Notte."
"Die Meliorationsarbeiten selbst haben erst im Spätsommer dieses Jahres mit der Regulirung des Zülow-Canals begonnen, und werden nunmehr in Folge des eingetretenen Frostwetters eingestellt werden müssen. Dennoch sind die Erfolge dieses kleinen Theiles der Melioration schon sehr bedeutend und gewähen den Bewohnern eine freudige Aussicht in die Zukunft, denn die Adjacenten des Zülow-Canals sind jetzt schon vom Wasser befreit, da ihre bisher stets überschwemmten Grundstücke um 4 Fuß über dem Wasserspiegel des Canals liegen."
(Landwirthschaftliche Zeitung für Nord- und Mittel-Deutschland, 2. Januar 1857, Seite 3)

"Die dicht bei Gallun belegene, über das alte Galluner Fließ führende Brücke bedarf der Erneuerung, und muß deshalb vom 23. bis incl. 30. d. M. für jegliche Passage gesperrt werden, was ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe. Teltow, den 5. April 1860. Der Landrath v. d. Knesebeck." (Teltower Kreisblatt, 21. April 1860, Seite 1).

"Behufs Ausführung nothwendiger Veränderungen der Brücke über den sogenannten Gallun Canal im Wege von Gallun nach Callinchen resp. Schöneiche und Töpchin wird dieser Weg vom 30. März bis 4. April d. J. für Fuhrwerk und Reiter gesperrt. Während dieser Zeit ist nördlich der Weg über Telz und südlich über Motzener Mühle zu nehmen. Teltow, den 17. März 1864. Der Landrath. Frhr. v. Gayl." (Teltower Kreisblatt, 23. März 1864, Seite 3).

"Die Brücke über den Gallun Kanal im Wege von Schöneiche (resp. von Callinchen) nach Gallun soll in der Zeit vom 1. bis 2. April d. J. umgebaut werden. Es wird deshalb der gedachte Communications Weg in der genannten Zeit gesperrt sein, was ich mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß das reisende Publikum während der Sperren den Weg über Mittenwalde einzuschlagen hat. Teltow, den 25. März 1867. Der Landrath Frhr. von Gayl."
(Amtsblatt der Regierung in Potsdam. 29. März 1867; Teltower Kreisblatt, 27. März 1867, Seite 2).

"die 24 k oder 3,2 Ml. bis zum Mellen See schiffbare Notte, die u von Baruth entspringt, 1856-1865 reguliert wurde, rechts das schiffbare Gallunfließ aus dem Motzener See aufnimmt und bei Königs Wusterhausen mündet." (Geographie des Preußischen Staates, Band 1, 1874).

"Die Notte hat noch einige zeitweilig schiffbare Nebengewässer, die aus See'n kommen und unter welchen der Abfluss des Motzen-See's die hervorragendste Bedeutung hat." (Mittheilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt über ..., Band 23, 1877).

"Motzener oder Galluner Kanal (1860)" (Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Band 65, 1895).

"Notte- und Motzener Kanal." (Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Band 65, 1895)

"Der Motzener oder Galluner Kanal, vom Motzener See" (Geographische Zeitschrift, Band 44, 1898).

"Motzener Kanal, führt aus dem Motzener See zum Nottekanal, Baujahr 1860, 3,5 km Kanalstrecke, 4,2 km Seestrecke." (Meyers Konversations-Lexikon, 1900).


Der Zülow-Kanal war nie wirklich ein schiffbarer Kanal, sondern nur ein Entwässerungskanal.

Die Wassermühlen in Königs Wusterhausen, Mittenwalde und Mellen blieben beim Ausbau des Nottekanals bestehen und befanden sich an den Freiarchen der Schleusen, die aus dem alten natürlichen Notte-Fließ bestanden. In Königs Wusterhausen ist die Freiarche noch vorhanden. In Mittenwalde wurde sie zugeschüttet und in Mellen bedeckt kanalisiert.


Im Folgenden Erwähnungen der Notte vor und nach deren Ausbau im Jahr 1857:

"Notte, preuss. Fluss in der Prov. Brandenburg, der bey Spremberg entspringt, durch den Mellenschen See geht, bey dem Klausdorf'schen See schiffbar wird, und sich bey Köpenik in die Spree ergiesst." (Prof. Gallettis geographisches Wörterbuch, Zweyter Band, 1822).

"Weiter nördlich ist die Landschaft zwischen der Elbe und der Spree, durch die Notte oder Nuthe mit der Spree in unmittelbare Verbindung gekommen. Die erstere ist in der neuern Zeit schiffbar gemacht worden; sie dient dazu, den Gyps aus den Sperenbergschen Brüchen und das Holz aus den dasigen Forsten zu transportiren; durch das Flüßchen Dahme ist sie auch mit dem Teupitzer, Wolziger und Storkower See in Verbindung." (Der preußische Staat in allen seinen Beziehungen, Erster Band, Freiherr Leopold von Zedlitz-Neukirch, 1836).

"Die Notte ist jetzt auf Kosten des Verbandes zur Regulirung dieses Flusses für große Kähne schiffbar gemacht worden." (Berlin und die Mark Brandenburg. W. Riehl und J. Scheu, 1861).

"Die Verbesserung der Schifffahrt auf dem Nottefließe ist im Jahre 1851 auf Anregung des Landesökonomiecollegiums durch das Ministerium für landwirthschaftliche Angelegenheiten von Neuem veranlaßt und in Folge dessen durch einen von den Grundbesitzern der Notteniederung gebildeten Verein vom Jahre 1856 zur Ausführung gebracht worden, und zwar ist dies sowohl im Interesse der Schiffahrt zum besseren Transport von Ziegelsteinen, Holz, Torf und anderen Producten, besonders aber der Gypssteine aus Sperenberg, als auch im Interesse der Niederungsgrundstücke zu deren Melioration durch Entwässerung bezw. Bewässerung geschehen. Das Allerhöchst genehmigte Statut für den Meliorationsverband ist in der Gesetzessammlung vom J. 1856 Nr. 30 s. 462 ff. publicirt.
Die seitdem auf der Notte anwendbaren Kanalkähne und Zillen besitzen eine Tragfähigkeit von höchstens 1500 Centnern und einen Tiefgang von höchstens 1 Meter.
Innerhalb des Centralvereins für Hebung der deutschen Fluß- und Kanalschifffahrt ist in neuester Zeit (1876) das Project aufgestellt worden, durch den Kreis Teltow einen Kanal zu legen, welcher, ohne Berlin direct zu berühren, eine Verbindung des Rostock-Berliner mit dem Elbe-Spreekanal herbeiführen soll. Dieses Project erscheint hier wegen der beabsichtigten Berührung des Gyps- und Steinsalzlagers bei Sperenberg von besonderem Interesse. Der Kanal soll nämlich vom Teupitz-See seinen Anfang nehmen, durch den kleinen Leber-, den kleinen und großen Möggelin-See nach dem Wolziger-See gehen, die Berlin-Dresdener Eisenbahn und die Berlin-Baruther Chaussee schneiden, das Dorf Clausdorf und den Mellensee, ganz nahe den Gypsbrüchen umkreisen und durch eine Schleuse hier seine Verbindung mit dem Nottekanal herstellen. Hierauf trifft er zwischen dem Mellensee und dem Dorfe Saalow auf die Militär-Eisenbahn und geht quer durch die Schünower Niederung nach Nächst-Neuendorf und zwischen Dabendorf, Glienik bei Schulzendorf vorbei über die Wasserscheide zwischen der Notte- und Nutheniederung in den Hauptgraben der Nuthe. Sodann bei einer Linkswendung durchschneidet er die Berlin-Anhalter Eisenbahn, die Berlin-Teltower Chaussee, die Eisenbahn und die Chaussee nach Potsdam, die Höhen zwischen Steglitz-Wilmersdorf und Dahlen-Schmargendorf, geht unter den Eisenbahnen Berlin-Wetzlar, Berlin-Hamburg und unter der Hamburger Chaussee hinweg und endet schließlich im Spandauer Kanal. Die Speisung des Kanals soll durch den Elbe-Spreekanal erfolgen." (Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, viertes Heft, 1876).

"Der Notte-Kanal mündet bei Königswusterhausen in die Dahme. Die früher versumpften Niederungen sind trocken gelegt und da der Untergrund aus Thon und Mergel besteht, so sind Ziegeleien und Zementfabriken entstanden. Der Motzener und der Möllener See sind dem Handel erschlossen; erwünscht ist es den Kanal bis zum Sperenberger See zu führen; dieser liegt auffällig hoch. etwa 58-65 m über N. N. An seinen Ufern findet sich Gypsstein und 3 Gypswerke liefern für Berlin grossen Bedarf." (Deutsche Bauzeitung, Band 25, Deutsche Verlags-Anstalt, 1891).


Truppenübungsplatz Wünsdorf
1907 war der Königliche/Staatliche Forst Kummersdorf zwischen Zossen, Wünsdorf, Lindenbrück (ehemals Jachzenbrück), Zesch, Egsdorf, Töpchin, Kallinchen, Schöneiche und mittendrin das Dorf Zehrensdorf zum Truppenübungsplatz ernannt worden. Schon weit vorher fanden in diesem Forst Schießübungen mit scharfer Munition statt, die in der Zeitung mit Sperrung des Gebietes bekanntgegeben wurden. Die Bezeichnungen lauteten Schießplatz Wünsdorf und später Truppenübungsplatz Zossen. Nach der Ernennung zum Truppenübungsplatz entstand in Wünsdorf ein Militärstandort.


Heeresmunitionsanstalt Töpchin
1932 entstand südwestlich vom Dorf Töpchin, an der Straße nach Zehrensdorf und Wünsdorf direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Ende des Gleises der KMTK, die Heeresmunitionsanstalt Töpchin (MUNA Töpchin). In der Muna wurden Flakgranaten, Panzerfäuste und Handgranaten aus angelieferten und dort gebunkerten Einzelteilen gefertigt. Das Gleis der KMTK wurde bis in die Muna verlängert. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Sowjetarmee das Gelände.


Ziegeleiwanderweg
Im Ort Motzen wurde ein Ziegeleiwanderweg mit zwei Touren und 8 Informationstafeln an ehemaligen Ziegeleistandorten eingerichtet. Tour 1 ist der Ziegelwanderweg "Heideplan" mit 4 Informationstafeln und ein ca. 3 km langer Rundweg. Tour 2 ist der Ziegeleiwanderweg "Motzen-Mühle" mit weiteren 4 Informationstafeln und ein ca. 2,5 km langer Rundweg. Ausgangspunkt beider Touren ist das Haus des Gastes mit Touristen Information und Heimatmuseum in Motzen am Abzweig der Straße nach Bestensee.

Im Jahr 2019 wurde der Ziegeleiwanderweg um 3 Infotafeln auf dem Gebiet von Kallinchen durch den Heimatverein Kallinchen erweitert.


Heimatmuseum Motzen
Ein Besuch im Heimatmuseum Motzen vom Heimatverein Motzen ist sehr empfehlenswert und das Miniaturmodell der Töpchiner Ziegeleien von Heinz Flieger im Dachgeschoss sehenswert.


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