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Teltowkanal West

Der Teltowkanal wurde von 1900 bis 1906 im damaligen Landkreis Teltow zur Verbindung der Havel (Elbe-Nordsee) mit der Dahme (Spree-Oder-Ostsee). Die Bauarbeiten für den 38 km langen Teltowkanal fingen im Westen an der Havel bei Potsdam an und endeten im Osten an der Dahme bei Köpenick. Die Dahme liegt 3 Meter höher als die Havel, somit ist die Fließrichtung des Teltowkanal von der Dahme zur Havel. Die Kilometrierung des Teltowkanal ist entgegengesetzt von der Havel zur Dahme.

Für den Bau des Teltowkanal zwischen Griebnitzsee und Teltow wurde größtenteils der Verlauf des Wasserlauf Bäke, vormals Telte genannt, verwendet und am Machnower See begradigt durch diesen verlegt. Die Bäke umfließt den Machnower See südlich.

Mit dem Bau des Teltowkanal wurde bei Teltow ein Bauhof mit Bauhafen und Elektrische Centrale (Elektrizitätzwerk Kraftwerk Schönow) für die Betriebs- und Unterhaltszwecke des Teltowkanals samt Schiffen und schwimmenden Arbeitsgeräten sowie der elektrischen Treidelbahn samt Bahnanlage und Lokomotiven in Betrieb genommen.

Am Teltowkanal-Bauhof wurde über den Teltowkanal die sogenannte Teltowwerftbrücke als schmale Straßenbrücke für Fußgänger und Radfahrer zur Verbindung nach Teltow gebaut, auf der ein Gleis der Treidelbahn verlegt wurde. Das Gleis verlief zu einem Gleis der 1909 in Betrieb genommenen Teltower Eisenbahn am Südufer, dass an die Berlin-Anhalter-Bahn der Berlin-Anhaltische Eisenbahn-Gesellschaft angeschlossen war. Die Industriebahn Teltow der Teltower Eisenbahn verband den Staatsbahnhof Teltow an der Berlin-Anhalter-Bahn mit dem Hafen Teltow am Teltowkanal und schloss auf der Strecke Fabriken mit Betriebsgleisanschlüssen bis zu ihrer Stillegung 1998 an. Ein Anschluss des Teltowkanal-Bauhof an die Zehlendorfer Eisenbahn (Berliner Stammbahn - Stichkanal Hafen Zehlendorf) auf der selben Uferseite bestand nicht. Die Treidelloks überquerten den Teltowkanal an der Machnower Schleuse.

Das Kraftwerk Schönow wurde ab 1910 an die Berliner Vororts-Elektrizitätswerke (BVEW, Tochtergesellschaft der AEG) verpachtet.
1920 wurde der Teltowkanal-Bauhof mit Bauhafen und Kraftwerk Schönow nach Groß-Berlin eingemeindet, blieb aber im Besitz des Landkreis Teltow.
Ab 1921 wurde der Teltowkanal-Bauhof mit Bauhafen zur Teltow-Werft.
Seit 1938 wird das Kraftwerk Schönow von der Teltower Kreiswerke GmbH (TKW) verwaltet, das zurzeit im Eigentum der Brandenburger Landkreise Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming ist.
Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die Teltowwerftbrücke über den Teltowkanal entfernt. Durch die Grenzziehung bei der Eingemeindung nach Groß-Berlin 1920 lag die Teltow-Werft bis 1990 direkt in einem Grenzzipfel von West-Berlin.
Nach einem Bebauungsplan von 2009 vom Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf soll die Teltow-Werft samt Kraftwerk Schönow einer Wohnanlage weichen.

Mit dem Bau des Teltowkanal wurde bei Kleinmachnow am Machnower See die einzige Schleuse im 38 km langen Teltowkanal, eine Doppelschleuse als Zwillingsschleuse, mit dem Namen Machnower Schleuse gebaut.
Mit Beginn der Blockade von West-Berlin ab 1948 wurde der Teltowkanal gesperrt und die Schleuse außer Betrieb genommen. 1981 wurde der Schleusenbetrieb wieder aufgenommen.
Zur Schleuse gehören zwei Schleusenbrücken: Eine Fußgängerbrücke, die sich im Bauwerk des Unterhaupt befindet und eine Straßenbrücke, die sich am Bauwerk des Unterhaupt befand, 1993 wegen Schäden nach einem Schiffsstoß gesperrt wurde und 2005 durch einen versetzten Neubau ersetzt wurde.
Lastkähne und Schubverbände benutzen die 1940 für 1000-Tonnen-Schiffe gebaute Nordschleuse, während kleinere Schiffe und Boote die nördliche Schleusenkammer der Doppelschleuse von 1906 verwenden. Die südliche Schleusenkammer der Doppelschleuse ist seit dem Zweiten Weltkrieg außer Betrieb.
Neben der Schleuse wurde 1905 das Restaurant zur Schleuse, heute Restaurant Gasthaus zur Schleuse, die ehemalige Bierklause am Oberhafen und dem ehemaligen Schleusen-Wirtshaus gebaut, das der 1940 gebauten dritten nördlichen Schleusenkammer, der Nordschleuse, weichen musste. Als Ersatz für die Schleusen-Wirtshaus wurde 1940 daneben der Schleusenkrug gebaut, der seit 1958 mit Erweiterungsbauten als Berufsausbildungszentrum für Wasserbau von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost genutzt wird.
Seit 1905 fuhr eine Straßenbahn zur Machnower Schleuse mit den umgebenden Restaurants.
Die Straßenbahnlinie der BVG-West fuhr bis 1961 zur Machnower Schleuse. Danach fuhr noch die Straßenbahnlinie der BVG-Ost bis 1967 von Teltow bis zur Machnower Schleuse.

Der Ort Kleinmachnow heißt eigentlich nur Machnow. Der Namenszusatz "Klein" wurde 1375 bei der ersten schriftlichen Erwähnung als "Parva" (lateinisch: klein) verwendet, bis er von Parva Machenow über Klein Machnow und Klein-Machnow zu Kleinmachnow nach vielem hin und her bürokratisch gänzlichst übernommen wurde. Machnow war eine slawische Siedlung, deren slawischer Name Machnov soviel wie Moos-Ort bedeutet. Der Machnower See behielt seinen ursprünglichen Namen und die Teltowkanal-Schleuse Kleinmachnow wurde als Machnower Schleuse eingeweiht.

Bücher über den Teltowkanal:
Teltowkanal. Stationen, Wege, Geschichten (Peter Hahn, Jürgen Stich, 2006)
80 Stationen und Geschichten
Lebensader durch Sumpf und Sand (Jan-Michael Feustel, 2006)
100 Jahre Teltowkanal

(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden im Jahr 2017.


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