Fotowiesel.de BasisFotomapInfo PayPal Gefällt Mir Button
Berlin erforschen und Brandenburg entdecken
Basis | Foto-Projekte |

Eckertwerke in Berlin

Heinrich Ferdinand Eckert war der Begründer der Actien-Gesellschaft für den Bau landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthe - der sogenannten "Eckertwerke". H. F. Eckert wurde 1819 in Schwiebus (heute Polen) geboren. Sein Vater war Tuchmacher und seine Mutter eine geborene Hertzberg. Er ging ab 1833 in die Lehre. Anfangs als Weber, dann als Schlosser. 1838 erhielt er den Gesellenbrief als Schlosser.

Ab 1840 arbeitete er als Schlosser in Berlin und erhielt 1846 das Bürgerrecht und den Meisterbrief. Im selben Jahr eröffnete er in einem Kellergeschoss in der damaligen Elisabethstraße 41 (am heutigen Alexanderplatz) seine erste eigene Schlosser-Werkstatt.
1847 verlegte er diese in die Landsberger Straße 34, die sich damals ebenfalls am heutigen Alexanderplatz befand.
1848 zog er ein paar Häuser weiter in die Landsberger Straße 55 und erhielt einen Auftrag zur Entwicklung eines neuen Pflugs, der sodann "Eckertscher Schwingpflug" genannt wurde.
Ab 1850 firmierte er als Schlosser und Fabrikant für feuerfester Geldschränke.
1853 zog er in die Landsberger Straße 32 und firmierte dort erstmals als Schlosser und Fabrikant für Ackergeräthschaften und entwickelte in den Folgejahren mehrere neue Pflüge, die er auch exportierte, sowie weitere landwirtschaftliche Maschinen.
1854 stieg ein/e "Bölker" mit in die Firma ein.
1855 ist die Anschrift Landsbergerstraße 95.
1856 Landsbergerstraße 25./26.
1857 wird "Bölker" nicht mehr erwähnt und H. F. Eckert ist der Inhaber der Fabrik für Ackergeräthschaften und landwirthschaftliche Maschinen mit Geschäftslocal in der Kleinen Frankfurter Straße 1 (am heutigen Kino International) und wohnt anscheinend gleich nebenan in der Großen Frankfurter Straße 67 (heute Karl-Marx-Allee).
Ab 1860 befindet sich am Standort Kleine Frankfurter Straße 1 seine Eisengieserei und landwirthschaftliche Maschinenfabrik.
Ab 1865 firmiert die Firma unter dem Namen Eisengieserei und landwirthschaftliche Maschinenbau-Anstalt und produzierte alles mögliche aus Eisen, wie Militärfahrzeuge, Postwagen, Straßenreinigungsmaschinen, Dampfmaschinen, Dampfkessel, Drill- und Hackmaschinen sowie Lokomobile und auch Eisenkonstruktionen für den Görlitzer Bahnhof.
Ab 1871 ist H. F. Eckert der General-Director der Actien-Gesellschaft für den Bau landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthe und für Wagenfabrikation.
Ab 1872 ist er Commisionsrath und General-Director. Die Specialdirectoren sind Ludwig Gustav Zeitschel und Theodor Schröder.

1873 eröffnet er seine neue Fabrik auf dem Versuchsfeld für landwirtschaftliche Maschinen am Eckartsberg (benannt nach einem alten Rittergeschlecht), links vor dem ehemaligen Frankfurter Thor im Weidenweg am heutigen Bersarinplatz. Die Fabrik in der Kleinen Frankfurter Straße 1 wird aufgegeben. Dort zieht ein Straßenbahn-Depot ein.
Im Jahr 1875 stirbt Heinrich Ferdinand Eckert im Alter von 56 Jahren, wird aber noch 1879 im Berliner Adressbuch als Einwohner Berlins erwähnt. Den Posten des Direktors gab er schon ein paar Jahre vorher ab und initiierte noch vor seinem Tode den Bau der Eckertschen Arbeiterwohnhäuser in der heutigen Rigaer Straße, die 1875/76 fertiggestellt wurden.
Ab 1877 trägt die Firma den Zusatz "H. F. Eckert" und wird als am Weidenweg, Eckertsberg erwähnt (nicht mehr Eckartsberg). Der Direktor ist zu dieser Zeit Ludwig Gustav Zeitschel.
Im selben Jahr wurden die Eckertsche Dampfmühle, die Eckertsche Villa und das Eckertsches Haus von den Eckert Geschwistern am damaligen Eckartsberg, zwischen Rigaer Straße und Weidenweg, gebaut.
Ein Jahr später besteht dann die nach Heinrich Ferdinand Eckert benannte Dampf-Walzen-Mühle für gequetschtes Pferdefutter und Mehlfabrikation am Eckartsberg vor dem Frankfurter Thor mit den Inhabern Geschwister Eckert. An der Stelle der Eckertschen Dampfmühle befand sich bis in die 1840er Jahre eine Knochenmühle (Windmühle).
1882 wird erstmals die Eckartsbergstraße erwähnt.
1891 sind die Inhaber der Heinrich Ferdinand Eckert Dampf-Walzen-Mühle in der Eckartsbergstraße M. Franke und Paul Eckert.

Ab 1894 besteht die neue Fabrik der Actien-Gesellschaft "H. F. Eckert" in Friedrichsberg in der Frankfurter Chaussee 162-165 mit eigenem Betriebsgleisanschluß vom Güterbahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde.
Die Fabrik am Eckartsberg wird aufgegeben. Dort entstehen in den Folgejahren Mietskasernen und eine Schule, sowie die dortige Eckertstraße.
Ab 1897 wird die Firma ohne den Zusatz Aktien Gesellschaft erwähnt und nennt sich Eisengießereien H. F. Eckert.
1903 bewirbt die Firma H. F. Eckert den "Eckertstahl".
1907 wird die Fabrik Heinrich Ferdinand Eckert mit dem Produkt elektrische Schrotmühlen in der Manteuffelstraße 79 mit Filiale in der Rigaer Straße 104 erwähnt, sowie 1909 als Furagehandlung, deren Inhaber 1910 Clara Franke und Eduard Franke sind und zusammen mit der Adresse Frankfurter Allee 146 (östlich der Eckertwerke) erwähnt werden.
1918 ändert sich die Anschrift der H. F. Eckert landwirtschaftliche Maschinenfabrik durch Straßenumbenennung und Neuvergabe der Hausnummern von Frankfurter Chaussee 162-165 in Frankfurter Allee 141.
1929 wird die Firma noch einmal als Actien-Gesellschaft H. F. Eckert, Bln.-Lichtenberg, Eckertstraße (heutige Buchberger Straße), Fabrik für Landmaschinen, Pflüge, Sämaschinen, Erntemaschinen, Tempergiesserei, Preßwerk, Stanzwerk für Chassisteile, Straßenreinigungsmaschinen usw. erwähnt.
Eine letzte Erwähnung finden die Eckertwerke 1930 als Actien-Gesellschaft H.F.Eckert, Lichtenberg, Frankfurter Allee 136-141. Danach verlieren sich die Spuren.

Auf einer westlich gelegenen Parzelle wird 1936 die Firma Stenzel & Andacht, Fabrik für H. F. Eckert'sche Landmaschinen - Ersatzteile GmbH, Frankfurter Allee 124a, erwähnt.
Auf einer Teil-Parzelle am westlichen Rand des Fabrikgeländes werden ab 1931 die Färberei Gubeler & Krause, Frankfurter Allee 135, erwähnt, die von der Holzmarktstraße 21 dahin gezogen sind. Aus dieser Färberei wird zu DDR-Zeiten (1963) der VEB Akkurat, Wäscherei und Chemische Reinigung, Frankfurter Allee 196, aus der 1968 der Betrieb Akkurat, VEB Kombinat Rewatex Berlin, wird. 1964 ist dort auch die Konsumgenossenschaft Berlin-Lichtenberg eGmbH ansässig.

Im Zweiten Weltkrieg sollen Zwangsarbeiter in den Eckertwerken untergebracht worden sein und dort gearbeitet haben.
Die Eckertwerke wurden im Zweiten Weltkrieg massiv zerstört und danach aufgegeben.

Von der Wäscherei Gubeler & Krause sind noch Gebäude und zwei Schornsteine vorhanden.

1999 wird das Schulgebäude in der Eckertstraße am Weidenweg von der Heinrich-Ferdinand-Eckert-Oberschule bezogen. Mit Umstellung des Schulsystems 2010 zieht diese in ein Schulgebäude in der Weinstraße am Volkspark Friedrichshain und benennt sich in Schule am Königstor um. Das Schulgebäude in der Eckertstraße wird zugleich von der Georg-Weerth-Schule bezogen.

Nach 1945 entsteht auf dem Gelände der Eckertwerke an der Frankfurter Allee das Postamt Berlin-Lichtenberg 1 und an der Alfred-Hößler-Straße ein Kindergarten - beide als Neubau.
Das rückwärtige Fabrikgelände der Eckertwerke in Lichtenberg wurde zu DDR-Zeiten von der Nachrichtenzentrale der Staatsführung, der Stasi und des Militärs der DDR in Berlin genutzt und neu bebaut. Nach 1990 werden Teile davon von der Telekom genutzt und neu bebaut. Um 1980 ensteht das zweiflügelige Hochhaus an der Buchberger Straße, von dem der nördliche Flügel 2011 abgerissen wurde.
Von den Eckertwerken in Lichtenberg sind heute nur noch zwei Gebäude vorhanden, von denen nur eines noch genutzt wird. Dies ist das mehretagige Kopfgebäude der Werkhalle (Haus 2) und eine Werkstatthalle mit Schuppen an der Coppistraße.

Alte Inserate und Firmenwerbung der Eckertwerke auf Shirts, Pullover, Stoffbeutel und Sofakissen.

Quelle: zlb.de - Berliner Adreßbuch : für die Jahre 1847 bis 1969
(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden im Jahr 2014 und 2015.


© 2004 - 2018 Fotowiesel.de - Alle Rechte vorbehalten. | Datenschutzerklärung & Impressum & Kontakt
Cookies in Gebrauch.
Weitere Informationen