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Mahnmal und Ehrenmal am Flugplatz Schleißheim 2007

Der Flugplatz Schleißheim in Oberschleißheim wurde 1912 für die königlich-bayerische Fliegertruppe eröffnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Flugplatz zivil genutzt. Ab 1933 wurde der Flugplatz zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut und dabei das Flugfeld im südlichen Bereich erweitert.

Das Flugleitungsgebäude stand im westlichen Eck vom Flugplatz, nahe der Eisenbahnbrücke über den Würmkanal. Im nordwestlichen Eck am Schloss Schleißheim steht die Flugwerft Schleißheim.

Die Ferdinand-Schulz-Allee war einst die Straße zwischen Feldmoching und Oberschleißheim und wurde 1933 mit dem Ausbau des Flugplatzes zum Fliegerhorst der Luftwaffe nach westlich der Eisenbahntrasse verlegt.

Von 1945 bis 1947 wurde der Flugplatz Schleißheim als Airfield R.75 von der United States Air Forces in Europe (USAFE) genutzt. Von 1947 bis 1973 nutzte den Flugplatz Schleißheim die US Army sowie von 1958 bis 1981 die Heeresflieger der Bundeswehr. Die Bundeswehr benannte den Flugplatz Schleißheim offiziell in Flugplatz Oberschleißheim um. 1981 endete die militärische Nutzung. Die 1962 in Rosenheim aufgestellte Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffel Süd verlegte ihren Standort 1964 an den Flugplatz Schleißheim (südlich) und übernahm 1981 die zuletzt von der Bundeswehr genutzten Junkers-Hallen (Flugzeughallen) im südwestlichen Eck vom Flugplatz Schleißheim. Der Bundesgrenzschutz wurde 2005 in Bundespolizei umgegliedert und gab die Junkers-Hallen 2016 auf, die zuletzt an das Museum Flugwerft Schleißheim vom Deutschen Museum (Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim) vermietet wurden.

Das 1933-1934 im westlichen Ecke vom Flugplatz Schleißheim gebaute Flugleitungsgebäude (Startergebäude) wurde zum Jahreswechsel 2007-2008 abgerissen. Darin wohnten zuletzt bis 2004 zwei Studenten. Einzig der Tower blieb erhalten.

Die im südwestlichen Eck vom Flugplatz stehenden zwei Junkers-Hallen sind eine zweiteilige und eine dreiteilige Flugzeughalle, deren Stahlbauweise 1925 in den Junkers-Werken in Dessau entwickelt wurde.

Von der Eisenbahnstrecke München–Landshut verlief ab 1935 ein Eisenbahngleis südlich um den Flugplatz herum zur Heeresnebenmunitionsanstalt in der Fröttmaninger Heide an der Ingolstädter Landstraße bei Hochbrück.

1992 wurde die Flugwerft Schleißheim zum Museum Flugwerft Schleißheim vom Deutschen Museum (Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim).

2007 wurde der Flugplatz Schleißheim von sechs Luftsportvereinen, der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim und dem Museum Flugwerft Schleißheim vom Deutschen Museum (Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim), sowie als Sonderlandeplatz Schleißheim genutzt.

Am Flugleitungsgebäude ist die 1971 gegründete Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V. ansässig. Diese errichtete an ihrem Sitz 1984 das "Mahnmal für die Opfer von Flucht und Vertreibung", das vom Ministerpräsident Franz Josef Strauß eingeweiht und 2009 umgestaltet wurde. 1986 erwarb die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V. das Areal am Flugleitungsgebäude. 1995 errichtete das Kuratoriums ehemaliger ost- und westpreußischer Verbände Heer – Luftwaffe – Marine unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Edmund Stoiber am Sitz der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V. zudem das "Ehrenmal für die in zwei Weltkriegen gefallenen, vermissten und in der Gefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten ehemaliger ost- und westpreußischer Verbände Heer – Luftwaffe – Marine", das 1995 eingeweiht und 2008 entweiht und entfernt wurde. Das "Mahnmal für die Opfer von Flucht und Vertreibung" wurde von seinem Standort entfernt und am Standort vom Ehrenmal neu errichtet.

Das "Mahnmal Flucht und Vertreibung" bestand/besteht aus dem letzten erhaltenen Pionierlandungsboot, das auch als Flüchtlingsboot eingesetzt wurde, einem Glockenstuhl für zwei Glocken von 1622 und 1652 aus der Kirche von Kiwitten im Ermland sowie einer Gedenkmauer mit Erinnerungstafeln aus Bronze und eingelassenen Glasziegeln mit Heimaterde.
Die beiden Glocken hingen im Kirchturm der Kirche St. Peter und Paul vom Dorf Kiwitten (Kiwity) in Ostpreußen. Das Dorf Kiwitten wurde 1308 gegründet. 1942 wurden beide Glocken abgenommen und sollten für die Kriegswirtschaft eingeschmolzen werden, was nicht geschah. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Hamburger Glockenfriedhof im Hamburger Freihafen entdeckt. Von 1952 bis 1978 hingen sie in einer Kirche in Essen. 1985 wurden sie in das Mahnmal integriert. 2007 wurde die größere der beiden Glocken (1652) gestohlen und einige Zeit später beschädigt wiedergefunden.

Das "Ehrenmal für die in zwei Weltkriegen gefallenen, vermissten und in der Gefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten ehemaliger ost- und westpreußischer Verbände Heer – Luftwaffe – Marine" bestand aus einem in die Erde eingelassenen Rondell mit einem übergroßen stehenden Lateinischen Kreuz aus Holz in der Mitte des Rondells und rundum Gedenktafeln aus Bronze verschiedener militärischer Verbände der Heeresgruppe Nord und Heeresgruppe Mitte der Wehrmacht.

In der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern waren insbesondere Dr. phil. Dorothee Radke (05.01.1930-23.05.2015), Journalistin (Ostpreußenblatt, Der Westpreuße, verschiedene Bücher) und Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk sowie Trägerin des Bundesverdienstkreuzes (1980er-Jahre) und der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste (2007), und ihr Ehemann (seit 1959), der Historiker und Bundeswehroffizier Major Dr. Heinz Radke (21.01.1924-28.10.1999) sowie 1. Vorsitzender der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V., aktiv tätig. Beide waren Mitbegründer der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern. Dorothee Radke wurde in Berlin geboren und wohnte während des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Mutter in Kallies in Pommern, sowie in der Nachkriegszeit wieder in Berlin. Heinz Radke wurde in Ostpreußen geboren. 1969 zog das Ehepaar nach Oberschleißheim. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

2003 übernahm der Landkreis München das Areal am Flugleitungsgebäude vertraglich vom Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V. und gestaltete dies ab 2008 für die Nutzung durch den Kreisjugendring München-Land und die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e. V. neu. Für den Kreisjugendring München-Land entstand die Jugendbegegnungstätte am Tower Oberschleißheim – Haus der Öffentlichkeit mit dem Seminarhaus Heiner Janik Haus.


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