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Julius Pintsch AG in Berlin und Fürstenwalde/Spree

Der Berliner Klempnermeister Julius Carl Friedrich Pintsch (1815-1884) gründete 1843 eine Werkstatt in Berlin am Stralauer Platz am Schlesischen Bahnhof (heute Ostbahnhof) und bekam von der 1845 neu gebauten I. Städtischen Gasanstalt am Stralauer Platz Reparaturaufträge. Desweiteren bekam er Aufträge von Eisenbahn-Gesellschaften der nahegelegenen Bahnhöfe, wie von der Berlin-Frankfurter Eisenbahn von 1842 (ab 1846 Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn) und später auch von der Preußischen Ostbahn von 1867.

1872 eröffnete Julius Pintsch (1815-1884) in Fürstenwalde an der Spree direkt am Bahnhof der Schlesischen Bahn ein Werk für Gasmess- und -regelgeräte.

1879 wurden Julius Pintsch's Söhne Richard Pintsch (1840-1919), Oskar Pintsch (1844-1912) und Julius Karl Pintsch (1847-1912) Mitinhaber der Firma Julius Pintsch.

1884 eröffnet die Firma Julius Pintsch eine Filialfabrik in Frankfurt am Main.

1890 wurde das Werk in Fürstenwalde um die Glühlampenfabrik Gebrüder Pintsch erweitert.

1907 wurden die Fabrik in Berlin, die Fabrik in Fürstenwalde/Spree und die Filialfabrik in Frankfurt am Main zur Julius Pintsch AG.

Mit der Umwandlung der Firma in die Julius Pintsch AG im Jahr 1907 wurde anstelle der beiden Pintsch-Mietshäuser an der Andreasstraße am Berliner Ostbahnhof ein Verwaltungsgebäude gebaut, das mit zwei Seitenflügeln und einem Hinterhaus bis heute erhalten ist.

1927 fusionierte die Julius Pintsch AG mit der Bamag Meguin AG zur Pintsch Bamag AG. Die Bamag Meguin AG entstand 1924 durch Fusion der Werke Berlin und Dessau der Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG (Bamag) und der Meguin AG in Butzbach (Hessen).

Pintsch-Werk in Friedrichshain nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Julius Pintsch AG zur Julius Pintsch KG. Das Werk in der Andreasstraße in Friedrichshain am heutigen Ostbahnhof wurde 1945 als Maschinen- und Apparatefabrik Julius Pintsch KG, mit einem Werksteil in Britz, erwähnt.

Nachdem das Werk in Fürstenwalde/Spree als Reparationsleistung demontiert wurde und das Werk in Friedrichshain kommt als Julius Pintsch KG unter Treuhand-Verwaltung kam, verlagerte die Firma Julius Pintsch ihre Produktion als Julius Pintsch West-KG nach Westdeutschland und führt dort ihre Firmengeschichte mit neuen Werken fort.

1949 wurde das Pintsch-Werk in Friedrichshain zum VEB Mechanik Gaselan vormals Julius Pintsch (Geschäftsleitung, Einkauf, Betriebsberufsschule und Werk IV Lichtenberg Herzbergstraße).

1956 wurde aus dem VEB Mechanik Gaselan der VEB Fahrzeugausrüstung Berlin (FAGA, mit Betriebsberufsschule Lichtenberg Hauptstraße, Produktion von Zugheizungen und Zugbeleuchtungen) sowie wurde eine Außenstelle vom VEB Gaselan Fürstenwalde im Werk in Friedrichshain betrieben.

In den 1970er und 1980er Jahren war im Werk in Friedrichshain der VEB Fahrzeugausrüstung Berlin mit der Produktion von Fahrzeugausrüstungen für Schienenfahrzeuge aller Art und zudem im erhaltenen Verwaltungsgebäude das Technische Büro Berlin vom VEB Chemie- und Tankanlagenbau-Kombinat Fürstenwalde Stammbetrieb Gaselan.

1990 wird der VEB Fahrzeugausrüstung Berlin (FAGA) zum FAGA Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH der Deutsche Waggonbau AG.

1995 verlagerte die FAGA Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH ihren Standort nach Marzahn Wolfener Straße und die Fabrikgebäude in Friedrichshain wurden abgerissen. Die Blockrandbebauung mit Mietshäusern entlang der Lange Straße wurde schon im Zweiten Weltkrieg zerstört.

1998 übernahm Bombardier die Deutsche Waggonbau AG samt FAGA Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH.

2003 wurde die FAGA Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH in die PPC Germany GmbH von Bombardier integriert, mit Standort Hennigsdorf.

2008 wurde die PPC Germany GmbH als Bombardier Transportation (Power Converter Solutions) Germany GmbH (PCS) von Bombardier ausgegründet, mit Standort Hennigsdorf.

2010 wurde die Bombardier Transportation (Power Converter Solutions) Germany GmbH (PCS) an privat veräußert und zur PCS Power Converter Solutions GmbH mit Standort Tegel (Borsigwerke).

2014 wurde die PCS Power Converter Solutions GmbH von der Knorr-Bremse Group übernommen, mit Standort Tegel (Borsigwerke).

2016 wurde die PCS Power Converter Solutions GmbH zur Knorr-Bremse Powertech GmbH, mit Standort Tegel (Borsigwerke).

2018 verlagert die Knorr-Bremse Powertech GmbH ihren Standort von Tegel (Borsigwerke) nach Marzahn in das 1940/1941 vom Baustab des Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt (GBI) Albert Speer errichtete Werk der Hasse & Wrede GmbH der Knorr-Bremse AG an der Landsberger Allee.

Pintsch-Werk in Fürstenwalde nach 1945
In Fürstenwalde an der Spree wurde nach 1945 das Werk als Reparationsleistung demontiert. Die Firma "Julius Pintsch" firmierte als Julius Pintsch West-KG in Westdeutschland weiter und gründete neue Werke, aus denen 1953 wieder die Pintsch Bamag AG mit Sitz in Butzbach (Hessen) und eigener Firmengeschichte wurde. 1967 wurde die Pintsch Bamag AG von einem Thyssen-Erben zerschlagen und lukrative Werke verkauft, die seitdem unter eigenen Namen firmieren. In Butzbach wurde die RMG Messtechnik GmbH gegründet, die seit 2016 zu Dalian-Energas gehört. 1970 wurde die Pintsch Bamag Antriebs- und Verkehrstechnik GmbH gegründet, die seit 1987 zur Schaltbau GmbH (1929 in München gegründet) gehört. Einige Werke der ehemaligen Pintsch Bamag AG sind heute in der Pintsch-Gruppe der Schaltbau Holding AG.

Im Werk Fürstenwalde an der Spree entstand nach 1945 das Industriewerk Fürstenwalde aus dem 1951 der VEB Gaselan wurde, der mit Erweiterungen der Fabrik zum VEB Chemie- und Tankanlagenbau Fürstenwalde wurde.
Nach 1990 wurde das Werk in Einzelbetriebe aufgespalten und die Verwaltungsgebäude vom Jobcenter, Jugendamt, Gesundheitsamt und der Bürgerberatung der Landkreisverwaltung genutzt.
1998 wurde im zwischen 1913 und 1936 entstandenen sowie zu DDR-Zeiten erweiterten nördlichen Werksteil südlich der Fabrikstraße die Chemie- und Tankanlagenbau Reuther GmbH gegründet, die heute als Reuther STC GmbH firmiert.
Im alten Werksteil am Julius-Pinsch-Ring war ab 1990 die RMG Gaselan Regel- und Messtechnik GmbH, die seit 1990 zur RMG-Gruppe und seit 2009 zum US-Konzern Honeywell gehörte.
2012 sind die Außenstellen der Landkreisverwaltung in die Büros im NCC-Turm am Bahnhof umgezogen.
2013 wurde die RMG Gaselan Regel- und Messtechnik GmbH geschlossen.
Die ehemaligen Verwaltungsgebäude in Fürstenwalde stehen heute leer.
Die vielen Fabrikhallen auf dem gesamten Fabrikgelände in Fürstenwalde werden heute neben der Reuther STC GmbH von vielen verschiedenen Unternehmen genutzt.
Das gesamte Fabrikgelände in Fürstenwalde wird Industriegebiet Pintsch und Pintschviertel genannt.

(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden 2013 und 2016.


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