Tollkrug bei Rotberg
An der alten Poststraße Berlin-Dresden liegt südlich vom Flughafen BER zwischen Selchow und Brusendorf an einer Kreuzung der Ort Tollkrug. Bereits im Jahr 1375 wird im Landbuch der Mark Brandenburg eine Taverne beim damals sogenannten Dorf Rodense, das später Rotzis genannt wurde und heute Rotberg genannt wird, erwähnt. Diese Taverne war allen Anschein nach ein Zollkrug, der als sogenannte "Taberna nichil" nur 5 Schilling im Jahr Abgaben entrichten musste. Zu Zeiten der Postkutschen bestand in Tollkrug eine Poststation. Ab mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden in Tollkrug Büdner- und Tagelöhner-Wohnungen und der Krug trug als Wirtshaus den Namen "Hunriger Wolf" oder "Hungrige Wolf". Über die Jahre hinweg wechselten die Ortsbezeichnungen zwischen "Tollkrug" und "Hunriger Wolf" mit dem Zusatz "bei Rotzis" oder "zu Rotzis". Dem Wirtshaus wird bis heute nachgesagt, dass es einen anrüchigen Ruf hatte. Das Gebäude des Kruges ist heute ein Wohnhaus. Der Standort des Gebäudes ist nicht bekannt und wird dem Bauernhof auf dem Südwesteck der Kreuzung in Tollkrug zugehörig vermutet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand an der Kreuzung in Tollkrug eine Tankstelle mit Autowerkstatt und Reifenhandel. Der genaue Standort der Tankstelle ist nicht bekannt und wird auf dem Nordwesteck der Kreuzung vermutet.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird beim nahegelegenen Ort Busendorf der Berliner Bürger Peter Roden erwähnt, der möglicherweise Namensgeber für das Dorf Rodense war.

Die Ersterwähnung von "Tollkrug" fällt auf das Jahr 1805 (Bratring). Die Ersterwähnung von "Hungriger Wolf" auf das Jahr 1811 (Landkarte 100 Meilen um Berlin). Der Krug ist nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Gasthof zum grünen Baum in Rotberg.

Im Volksmund wird erzählt, dass Tollkrug seinen Namen durch einen Besuch vom Alten Fritz bekam, der mit seinem Pferd bis in den Krug geritten war und sagte: "Das ist aber ein toller Krug.".

Die nördlich der Kreuzung in Tollkrug liegenden Gehöfte liegen auf Gemarkung von Groß Kienitz.

An der alten Poststraße in Richtung Dresden steht kurz vor Brusendorf auf der westlichen Straßenseite ein alter Postmeilenstein.

Südlich von Brusendorf steht auf der östlichen Straßenseite ein Gemarkungsstein.

Die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung in Tollkrug führte schon mehrmals zu schweren Verkehrsunfällen. Bis zum Jahr 2019 war die Vorfahrtsstraße die alte Poststraße Berlin-Dresden, die in Tollkrug als Gemeindestraße die Landesstraße 402 kreuzt. Die alte Poststraße ist seit dem Bau des Flughafens BER wenig befahren, weil sie durch diesen unterbrochen wurde. Auch nachdem 2019 die Vorfahrt auf die Landesstraße 402 verlegt wurde, kam es an der Kreuzung in Tollkrug wiederholt zu einem schweren Verkehrsunfall.
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Wohnhaus
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Kreuzung
Tollkrug Kreuzung
Tollkrug Kreuzung
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Bauernhof
Tollkrug Kreuzung
Tollkrug Kreuzung
Brusendorf Postmeilenstein
Brusendorf Postmeilenstein
Brusendorf Mittenwalde Gemarkungsstein
Brusendorf Mittenwalde Gemarkungsstein
Brusendorf Mittenwalde Gemarkungsstein

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