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Friedhof Wuhlgarten

Der Friedhof Wuhlgarten war der Friedhof der Städtischen Heil- und Pflege-Anstalt für Epileptische "Wuhlgarten" bei Biesdorf.

1888 kaufte die Stadt Berlin das Gelände für die 1893 eröffnete Städtische Heil- und Pflege-Anstalt für Epileptische "Wuhlgarten" vom Rittergutsbesitzer Werner von Siemens. Im nordwestlichen Eck vom Gelände wurde ein Anstaltsfriedhof angelegt.
1939 wurde ein Teil der Anstalt zum Kriegslazarett für deutsche Soldaten und ab 1940 auch für Kriegsgefangene.
1945 wurde der nördliche Teil mit Anstaltsfriedhof von der Roten Armee beschlagnahmt und abgetrennt. Im südlichen Teil befand sich ein Auffanglager für heimkehrende deutsche Soldaten. Östlich vom Anstaltsfriedhof wurde auf einer Freifläche eine neue Friedhofsfläche eröffnet.
1947 wurde die neue Friedhofsfläche geschlossen.
Nach 1945 war die Anstalt das Städtische Krankenhaus Wuhlgarten für Psychiatrie und Neurologie.
Anfang der 1950er Jahre wurde der alte Anstaltsfriedhof geschlossen.
Von 1968 bis 1992 war die nun ehemalige Anstalt das Wilhelm-Griesinger Krankenhaus.
Ab 1970 war im nördlichen Teil eine Parteischule des Franz-Mehring-Instituts der Karl-Marx-Universität Leipzig.
Ab um 1980 entstand im nördlichen Teil das Objekt Biesdorf als Wirtschaftsbetrieb des Ministerrates der DDR, mit Neubauten für ein Verwaltungsgebäude mit Großlager, ein Fernmeldedienstgebäude, einen Fuhrpark und einer Kantine. Die Verwaltung der Wirtschaftsbetriebe des Ministerrates der DDR ging 1974 aus dem 1966 gegründeten VEB Universal hervor.
In den 1980er Jahren war auf der ehemals neuen Friedhofsfläche kurzzeitig ein Spielplatz.
1987 wurde das Städtische Krankenhaus Wuhlgarten zur Zentralklinik für Neurologie und Psychiatrie.
Ab 1990 entstand im nördlichen Teil der MEON-Gewerbepark mit Nutzung der Gebäude des Wirtschaftsbetriebs des Ministerrates der DDR.
1997 Zusammenlegung mit dem Krankenhaus Kaulsdorf unter dem gemeinsamen Namen Krankenhaus Hellersdorf.
1997 Neubau des Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) im nördlichen Teil mit schrittweiser Übernahme der alten Klinikgebäude.

Der alte Anstaltsfriedhof war für 30-40 Bestattungen pro Jahr ausgelegt. In den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs wurden bis zu 500 Eingruftungen pro Monat vorgenommen. Auf dem alten Anstaltsfriedhof und dem neuen Friedhof sind zudem insgesamt 7 Sammelgräber mit 3000 Toten nachgewiesen.

Der alte Anstaltsfriedhof war gartenarchitektonisch angelegt und von einer Backsteinmauer umgeben, die zum Großteil erhalten geblieben ist. Die ehemaligen Wege sind erhalten geblieben. Auf dem alten Anstaltsfriedhof stand eine Friedhofskapelle, die nicht erhalten blieb. Die ehemals neue Friedhofsfläche ist heute ein Wald. Der alte Anstaltsfriedhof mit neuem Friedhof sowie die Fläche dazwischen ist heute eine geschützte Grünanlage mit dem Namen Friedpark.

Auf dem Gelände der ehemaligen Anstalt sind die einige alte Gebäude erhalten geblieben. Darunter das Hauptgebäude und die Krankenhauskirche. In der Krankenhauskirche ist eine Dauerausstellung zur Geschichte der Anstalt ausgestellt.


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