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Gemeinde-Mädchenschule Friedrichsfelde

Das rot verputzte alte Eck-Gebäude an der Alfred-Kowalke-Straße Ecke Straße Am Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde war einst zum Teil die Gemeinde-Mädchenschule Friedrichsfelde. Heute wird das gesamte Gebäude Gemeinde-Mädchenschule genannt, obwohl der Nordflügel erst 1920 nach der Nutzung als Schule angebaut wurde. Damals gab es für Knaben und Mädchen getrennte Schulen. Die Gemeinde-Knabenschule Friedrichsfelde stand südlich am Beginn der Rummelsburger Straße in Friedrichsfelde.

Im Jahr 2013 waren das gesamte rot verputzte ehemalige Schulgebäude sowie nebenan stehende Gebäude in eine Diskussion geraten, da nur allgemein bekannt wurde, dass die Schule an diesem Standort abgerissen werden soll. Dabei gab es Bedenken wegen Verwechslungen der in der Denkmalliste angegebenen Hausnummern. Die Diskussion endete darin, dass das gesamte rot verputzte Gebäude, also sowohl das Schulgebäude von 1870 in der Alfred-Kowalke-Straße als auch der 1920 angebaute Nordflügel in der Straße Am Tierpark unter Denkmalschutz stehen und ein 1920 nebenan gebautes Gebäude, dass als Kinderheim und Schule genutzt wurde, abgerissen werde, was dann auch geschah.

Die Alfred-Kowalke-Straße hieß bis 1975 Wilhelmstraße.
Die Schloßstraße hieß vor 1897 Chaussee nach Cöpenick und ab 1961 Straße Am Tierpark.

Im Jahr 1718 wird in Friedrichsfelde eine Schule erwähnt, die sich möglicherweise schon an der Stelle vom Schulgebäude der Gemeinde-Mädchenschule Friedrichsfelde befand. 1778 findet eine Einweihung eines neuen Schulhauses statt, das sich an der Stelle vom Schulgebäude der Gemeinde-Mädchenschule Friedrichsfelde befand. 1834 wurde ein weiteres Schulhaus neben dem bestehenden gebaut. Beide wurden 1870 abgerissen und anstelle dieser ein neues zweistöckiges zweiteiliges Schulgebäude gebaut, welches in den Folgejahren, wahrscheinlich um 1900, um ein Stockwerk erhöht und zudem erweitert wurde.

Das Schulgebäude der Gemeinde-Mädchenschule Friedrichsfelde ist nicht zu verwechseln mit einem ehemaligen Schulgebäude in Karlshorst, das anstelle einer Gärtnerei errichtet wurde und im Zusammenhang mit Friedrichsfelde erwähnt wird.

Bis 1909 wohnte nördlich des heutigen rot verputzten Gebäudes an der ehemaligen Schloßstraße ein Gärtner, der dort sehr wahrscheinlich eine Gärtnerei betrieb. Ab 1903 muss er wohl die Gärtnereigebäude als Wohnungen vermietet haben, mit Anfangs einem Mieter und ab 1905 vier Mietern. Die Gärtnerei wurde sehr wahrscheinlich bis 1907 aufgegeben. Das Grundstück der Gärtnerei samt Gebäuden ging 1910 an die Gemeinde Friedrichsfelde über und hatte zu dieser Zeit sechs Mieter. Allerdings wird das alles schon 1912 aufgegeben und 1913 werden auf diesem Grundstück nur noch Stallungen erwähnt, die schon 1914 nicht mehr erwähnt werden.

Der östliche Flügel – das eigentliche Schulgebäude – des erhaltenen Schulgebäudes an der ehemaligen Wilhelmstraße wird in der Denkmalliste als Ehem. Gemeinde-Mädchenschule um das Jahr 1870 datiert. Ab 1912 wird die Gemeinde-Mädchenschule der Gemeinde Friedrichsfelde zur II. Volksschule. Mit der Eingemeindung zu Berlin im Jahr 1920 ist es die 2. Volksschule in Berlin, die zugleich aufgegeben wird und das direkt östlich nebenan neu gebaute Schulgebäude nutzt.

Ab 1921 befindet sich in dem nun ehemaligen Schulgebäude an der ehemaligen Wilhelmstraße die Gemeindehauptkasse, eine Polizeiwache und das Schul-Impf und Militär Büro. Im Jahr zuvor wurde der nördliche Flügel an der ehemaligen Schloßstraße angebaut. Im Nordflügel an der ehemaligen Schloßstraße befindet sich ab 1921 eine Armenverwaltung, das Gemeinde-Bauamt mit Vermessungsabteilung, das Gemeinde- und Personalbüro, ein Invaliden- und Versicherungs-Büro, ein Kalkulator und eine Kanzlei. In den darauf folgenden Jahren ist in beiden Flügeln das Polizei Revier Nr. 257., das Bezirksamt Lichtenberg und die Stadtbauverwaltung ansässig. Das nunmehr Verwaltungsgebäude wurde zuletzt vor 1945 von der Evangelischen Kirche genutzt, bis der NKWD/MGB dort einen Stützpunkt einrichtete und bis 1951 betrieb. Anschließend wurde das Gebäude von der Dienststelle des MfS in Berlin-Lichtenberg übernommen. Das gesamte rot verputzte Gebäude wurde Anfang der 1990er Jahre unter Denkmalschutz gestellt.

Direkt östlich neben dem alten Schulgebäude von 1870 wurde 1920 ein neues Schulgebäude gebaut, das von der 28. Gemeindeschule/Volksschule mit der 5. Hilfsschule, die zu DDR-Zeiten zur 28. Grundschule und 1. Hilfsschule wurden, und dem Kinderheim Friedrichsfelde genutzt wurde. Das straßenseitige Gebäude zur heutigen Alfred-Kowalke-Straße dieses neueren Schulgebäudes war die ehemalige Turnhalle dieser Schule. Diese Turnhalle wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Nach 1960 wurde an der Stelle der Turnhalle ein neues Schulgebäude an das Gebäude von 1920 angebaut. Als neue Turnhalle wurde eine typische DDR-Plattenbau-Mehrzweckhalle nordöstlich des Gebäudes von 1920 aufgestellt. Der gesamte Gebäudekomplex von 1920 wird/wurde ebenfalls als Mädchenschule in Friedrichsfelde gehandelt und wurde 2014 komplett, außer der Plattenbau-Turnhalle, abgerissen.

Nördlich vom nördlichen Flügel des rot verputzten ehemaligen Schulgebäudes an der ehemaligen Schloßstraße befinden sich auf dem ummauerten Hof des Gebäudes Garagen. An deren Stelle stand 1929 ein nicht näher zu recherchierendes Gebäude, in dem eine Gemüsehandlung und kurzzeitig die Waldsiedlung Lichtenberg GmbH ansässig waren. Es kann sich dabei um Gebäude der ehemaligen Gärtnerei gehandelt haben. Das Gebäude wurde im 2. WK zum Teil zerstört und zu DDR-Zeiten komplett abgerissen.

Die Hausnummern wuren wie folgt vergeben:
Wilhelmstraße/Alfred-Kowalke-Straße Nr. 30 – Die Gemeinde-Mädchenschule von 1870 (östlicher Flügel, eigentliches Schulgebäude).
Schloßstraße Nr. 4/Am Tierpark Nr. 29 – Nördlicher Flügel des ab 1920 nun Verwaltungsgebäudes.
Schloßstraße Nr. 4a – Gebäude von 1929 mit Gemüsehandlung (zum Teil im 2. WK zerstört).
Wilhelmstraße/Alfred-Kowalke-Straße Nr. 29a – Kinderheim Friedrichsfelde (1920er Jahre).
Wilhelmstraße/Alfred-Kowalke-Straße Nr. 29b – 28. Gemeindeschule/Volksschule von 1920.
Wilhelmstraße Nr. 29 – Mietshaus (im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut).

Die Jahreszahlen sind nur ungefähre Angaben.


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