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Freudenberg-Areal in Friedrichshain

Das Freudenberg-Areal befindet sich im sogenannten "Block 74", der ein Teil des Standorts vom historischen Vorwerk Boxhagen ist. Um 1800 entstand am Vorwerk die Colonie Boxhagen mit Siedlungshäusern.
Die heutige Boxhagener Straße war ein Landweg zwischen Berlin und Köpenick. Der Weg hieß Anfangs Alter Cöpenicker Weg beim Boxhagen und wurde später auch Boxhagener Chaussee oder Alt-Boxhagen genannt.
In der ehemaligen Gartenkolonie Boxhagen waren einst viele Gärtnereien und auch Kleinviehzüchter sowie kleine Gewerbebetriebe ansässig, bevor die Besiedelung mit Mietskasernen begann.

Bis Ende des Zweiten Weltkriegs bestand an der Boxhagener Straße nahe der Holteistraße der Gemeindefriedhof Boxhagen, der noch bis in die 1970er Jahre erhalten blieb. Am Friedhof befand sich ein Grundstück der Färberei Spindler, auf dem ab 1895 die Firma Hirschmann, ab 1900 Deutsche Kabelwerke AG, ansässig wurde. Diese Firma lies östlich neben dem Friedhof im Jahre 1906 ein Fabrikgebäude bauen, dass von der Cyklon-Maschinenfabrik genutzt wurde. Die Firma Cyklon hatte hier eine Produktionsstätte für die Herstellung von Cyklon Automobilen. An diesem Standort soll bis 1922 das dreirädrige Fahrzeug "Cyklonette" hergestellt worden sein. Ab 1922 wurde das Gebäude an die Firma Deka-Pneumatik (Reifenherstellung) vermietet. Der Inhaber der Deutsche Kabelwerke AG, Siegfried Hirschmann, wurde zur NS-Zeit enteignet. Zu DDR-Zeiten wurde die Reifenfabrik zum VEB Gummiwerke Berlin. In den 1970ern enstand auf dem Gelände eine große Fabrikhalle und in den 1980ern an der Holteistraße weitere Fabrikgebäude. Im Jahr 2012 wurden auf dem Gelände alle alten und neuen Fabrikgebäude abgerissen. Das historische Fabrikgebäude von 1906 wurde bereits 2006 abgerissen.
1991 ging der ehemalige VEB Gummiwerke Berlin in die Polymant GmbH über. Diese verkaufte die Fabrik von Siegfried Hirschmann an eine Tochtergesellschaft der Firma Freudenberg, die dort bis 2011 Spezialdichtungsprodukte für die Automobilindustrie produziert. Die Firma verlagerte diesen Standort 2011 in einen Neubau im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof. Die Erben von Siegfried Hirschmann wurden 2010 mit ~700.000 Euro durch die Bundesrepublik entschädigt.

Die Mietshäuser an der Ecke Holteistraße und Weichselstraße entstanden um 1910. Die Häuser an der Holteistraße samt Eckhaus wurden allerdings im 2. Weltkrieg zerstört.

Auf dem gesamten Gelände der ehemaligen Firma Hirschmann ist seit 2014 das Wohnquartier "BOX SEVEN" mit öffentlichem Park geplant. Der Park soll den Namen "Hirschmann" tragen.

Die Fotos entstanden im Jahr 2013 und 2014.


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