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Herrendike und Trappenfelde

Die Herrendike ist ein alter Wald bei Hönow, ostnordöstlich von Berlin.
Herrendike bedeutet soviel wie: eine Wildnis, die einem Lands- oder Guts-Herren gehört. Also die zu einem Gut und nicht zu einem Dorf gehört. In Hönow gab es allerdings kein Gut, sondern nur "Herren". Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Hönow ein Herrenhaus im Auftrag von Friedrich Anton Dotti (1858–1923) errichtet, das im Zweiten Weltkrieg beschädigt und danach abgerissen wurde. Bereits im Jahr 1900 errichtete der Kaufmann Friedrich Glücks das Jagdschloss Glücksburg im sogenannten Wöhrdetal nördlich vom Dorf Hönow. Die ersten Herren vom Dorf Hönow waren wahrscheinlich am Anfang des 13. Jahrhunderts Adelige vom Geschlecht der Wettiner, die dort eine Burg errichteten. Davor war das Dorf eine slawische Siedlung. Mit dem Teltow-Krieg (1239-1245) fiel Hönow an die Mark Brandenburg.

Am Nordwest-Eck der Herrendike wurde 1806-1807 bei der Besatzung Berlins durch die Franzosen ein Soldatenfriedhof (Franzosenkirchhof, Franzosenfriedhof) angelegt, auf dem 410 Franzosen beerdigt worden sein sollen. Zwischen Berlin und Hönow lagerte die französische Infanterie mit 30000 Soldaten.

Die Herrendike war einst kleiner. Hinzugekommen ist ein Waldstück im Nordwesten. Die Grenze ist schwer zu beschreiben. Die alte Herrendike steht eher auf sandigem Boden und das neu hinzugekommene Waldstück auf feuchtem Boden. Die alte Herrendike ist ein Nadelmischwald. Das neue Stück besteht aus einem größeren sowie einem kleineren reinen Nadelwald und einem reinen Laubwald.

Der Standort vom Franzosenfriedhof in/an der Herrendike ist nicht genau bekannt. Unwahrscheinlich ist, dass er im Wald, also in der Herrendike angelegt wurde, zumal der Name auf eine Wildnis schließt. Der Franzosenfriedhof soll zu Mehrow hin angelegt worden sein, vermutlich noch auf Hönower Gebiet, da er in Hönow bekannter als in Mehrow war/ist. Das Nordwest-Eck der heutigen Herrendike gehört zum Ort Mehrow. Es ist wahrscheinlicher, dass der Friedhof noch auf Hönower Gebiet lag, und da kommt der größere reine Nadelwald in betracht. Zudem besteht bis heute eine Lichtung am Südeck vom größeren reinen Nadelwaldstück. Dort könnte der Zugang zum Soldatenfriedhof gewesen sein. Die größe vom Soldatenfriedhof dürfte bei 410 Toten allerdings nur ein kleines Stück vom größeren Nadelwaldstück betragen. Sehr wahrscheinlich lag dieser jedoch nicht in dem größeren Nadelwaldstück, sondern in der bis heute dort erhaltenen Grenzspitze auf Hönower Gebiet, also sozusagem im letzten Eck von Hönow. Dieser Fleck war damals allerdings mitten auf dem Acker oder mitten auf der Wiese, was nicht dagegen spricht. Zumindest ist in diesem Grenzeck in einer alten Landkarte eine separate Fläche eingezeichnet. Diese scheint der Standort vom Franzosenfriedhof in der Herrendike zu sein.

Trappenfelde
Trappenfelde war ein im 19. Jahrhundert gegründetes Vorwerk vom Gut Mehrow nahe an einem alten Weg zwischen Blumberg und Altlandsberg. Ab 1869/1871 war das Vorwerk eine Schäferei. 1888 wurde das Vorwerk in Trappenfelde umbenannt.

In Trappenfelde gab es einst einen Teil einer großen Meierei mit Hauptbetrieb in Mehrow (Mehrower Sanitätsmeierei), die zu DDR-Zeiten vom VEB Kombinat Industrielle Mast (KIM) zu einer Hühnerfarm mit Frischeierproduktion ausgebaut wurde.


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