Festung Oderberg Bärenkasten
Ursprünglich verlief die Via Imperii von Rom über Leipzig, Berlin, Bernau und Sydow-Grüntal zum Umschlaghafen in Oderberg an der Oder. Erst ab dem Jahr 1317 führte diese Fernhandelsstraße von Sydow-Grüntal über Neustadt (Eberswalde) und Angermünde nach Stettin.

Der frühere Name von Oderberg war Aderberg.

Beim Ort Oderberg bestand auf dem Albrechtsberg bereits vor der Eroberung der Mark Brandenburg durch die Askanier im 12. Jahrhundert und der anschließenden Besiedelung durch Deutsche eine Slawenburg. Diese Burg wurde von den Deutschen übernommen. 1349 wurde diese Burg in einem Krieg gegen die Pommern zerstört und nicht wieder aufgebaut. Stattdessen wurde ab 1353 eine neue Festung anstelle einer alten Slawenschanze am gegenüberliegenden Ufer der Alten Oder auf der Oderinsel Neuenhagen errichtet. Diese heute unter dem Namen "Bärenkasten" bekannte Festung bei Oderberg wurde von den Römern Bardyn Castrum genannt.

Die Festung Oderberg war eine quadratische Kastellburg mit einer 8 Meter hohen und 3 Meter dicken Mauer. Im Kastell standen mehrere mehretagige Gebäude, die die Mauer überragten. Um das Kastell herum standen kleinere Häuser, die mitsamt der Festung innerhalb eines kreisrunden Erdwalls standen.

Nach dem Frieden von Stockholm im Jahr 1720 zwischen Preußen und Schweden viel Großteil von Schwedisch-Pommern an Preußen. Damit wurden die Zeiten der Festung Oderberg als Verteidigungsburg beendet und die Verteidigung nach Stettin verlegt. Die Festung Oderberg wurde daraufhin geschliffen und die Gebäude abgetragen sowie zum Teil andernorts wieder aufgestellt. Nur die Kastellmauern blieben erhalten, die mit der Zeit verfielen. Zudem wurde das Gebiet ab 1735 durch die Eindeichung der Oder und der damit erreichten Trockenlegung des Oderbruchs zugänglicher. An der Festung und innerhalb der Kastellmauern wurden 1790 mehrere Gebäude, unter anderem auch Wohnhäuser, errichtet. Die Nutzung eines dieser Wohnhäuser vermachte der König von Preußen im Jahr 1798 einem Kriegsinvaliden - dem erblindeten preußischen Unteroffizier Johann Friedrich Schützler mit Erbrecht auf unbefristete Zeit. Aus diesem Grund blieb dieses Wohnhaus innerhalb der Mauern bis heute erhalten.

Der Albrechtsberg ist der Gipfel vom Hoher Berg, der mit einem Steilhang 40 Höhenmeter aus dem 3 Meter hohen Odertal ragt.

Der frühere Name vom Albrechtsberg war Aderborg und die darauf befindliche Burg wurde Aderburg genannt. Die Oder wurde früher auch Aderfluß genannt. Die neue Festung auf der Oderinsel wurde Aderborg genannt. An manchen Stellen wurde der Ort Oderberg auf die Festung "Aderborg" reduziert.

"Aderborg, ist ein Ort in der Ucker-Marck. Er liegt in einer Insul der Oder, und ist sehr feste, nahe bey Cüstrinecken."
"Aderburg, ein Flecken in Deutschland, in der Mittel-Marck Brandenburg, an der Oder, zwischen Berlin und Stettin. Dieser Ort und der vorhergehende Aderborg, werden in Zeileri Topographia ohne Unterscheid Aderberg genennet. Die Lateiner heissen beyde Aderburgum."
(Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt Erster Theil, Antoine-Augustin Bruzen de La-Martiniere, übersetzt und erweitert sowie verlegt von Johann Samuel Heinsius in Leipzig, 1744).

"Oderberg, oder Aderberg, eine kleine geringe Stadt in der Mittel-Marck Brandenburg, in dem Ober-Barnimschen Kreisse, eine Meile von Stolpe und Freywalde, an der Oder, und an einem Berge, davon sie den Nahmen bekommen, gelegen. Sie hat Wein- und andere Gärten, es soll daselbst einige Anzeigen von Metallischen Steinen geben. Sie treibet gute Handlung, sonderlich mit Fischen, und hat die Niederlags-Gerechtigkeit auf dem Oder-Strohme. Gegen über mitten im Strohme auf einem Werder liegt das feste Schloß Oderberg, welches Marggraf Otto IV. der Gütige, wider die Pommern erbauet; so aber nachmahls fast gar eingegangen, und nichts als die hohen und dicken Mauern davon übrig geblieben, darein man die Bären pflegt einzusperren, daher es insgemein der Bären-Kasten genennet worden. Churfürst George Wilhelm aber hat es im Jahre 1637 etwas wieder ausbessern lassen, da es nicht allein in selbigem Jahre, sondern auch im Jahre 1639 die Schwedische Attaque gut ausgehalten. Nachero ist es noch mehr befestiget, und mit nöthigen Wohn- Zeug und Magazin-Häusern versehen worden. Univ. Lex. Schneiders Beschr. des Oder-Strohms." (Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt Achter Theil, von Antoine-Augustin Bruzen de La-Martiniere, übersetzt und erweitert sowie verlegt von Johann Samuel Heinsius in Leipzig, 1747).

Der Ort Oderberg an der Oderinsel ist nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Ort Oderberg an der Oder unweit nördlich von Stettin. Dort gab es ein Schloss Oderberg, das vom Herzog Barnim (-1573) bewohnt und von den Schweden während der Zeit von Schwedisch-Pommern (1648-1815) geschleift wurde.

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