Baustelle & Sanierung Rummelsburger See
Der Rummelsburger See im Osten Berlins ist ein Seitengewässer der Spree an der Halbinsel Stralau. Er liegt jeweils zur Hälfte in Rummelsburg und Friedrichshain. Am Ufer bestanden seit dem 19. Jahrhundert mehrere Fabriken, darunter viele auf der Halbinsel Stralau.

Am Nordufer bestehen drei Zuläufe von Wasserläufen, die heute bedeckt kanalisiert sind. Über diese gelangen ungefiltert Straßenabwässer in den See.

Im Norden am Übergang von der Zillepromenade zum Paul-und-Paula-Ufer mündet der Ruschegraben in den See, der in seinem heutigen kanalisierten Verlauf stark von seinem ehemaligen natürlichen Verlauf abweicht und ursprünglich aus Richtung Industriegebiet Herzbergstraße in den See floss. In den Ruschegraben mündeten/münden in der Victoriastadt der Oswaldgraben / Ostwaldgraben in Verlängerung des Fennpfuhlgraben aus Richtung Fennpfuhl und der Kuhgraben aus Richtung Bahnbetriebswerk Berlin-Lichtenberg Ost (BLO).

Auf Höhe der Kita Hoppetosse mündet ein Kanal entlang der Schlichtallee aus Richtung Max-Taut-Schule und Kosanke-Siedlung in den See, bei dem nicht bekannt ist, ob er einen natürlichen Vorgänger hat. An der Mündung dieses Kanals bestand einst ein Hafenbecken mit Badeanstalt, das in den 1920er Jahren zu einem Umschlagplatz in ungefähr heutigem Uferverlauf aufgeschüttet wurde.

Im Süden mündet ein ehemaliger Rieselgraben, der ehemals ein natürlicher Grenzgraben zwischen den Gemeinden Lichtenberg, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen und Marzahn war, aus Richtung ehemaliges Klärwerk Falkenberg (Clean Tech Business Park) ungefiltert in den See. In diesen Graben mündeten/münden der Kraatz-Tränke-Graben (Kraatzgraben, Tränkegraben, Mittelbruchgraben) aus Richtung Schlosspark Friedrichsfelde sowie Splanemann-Siedlung (Kriegerheim-Siedlung), der Springpfuhlgraben aus dem Springpfuhl an der Allee der Kosmonauten und der Elsengraben aus dem Gebiet nördlich und östlich vom Dorf Alt-Hohenschönhausen mit weiteren Zuläufen (Schlangengraben, etc.). Die Mündung des Grenzgrabens in den Rummelsburger See liegt allerdings nahe an der Spree und außerhalb des durch eine Spundwand abgeriegelten Seegebietes.

Es gab ehemals noch einen vierten Zulauf – den Eisgraben. Dieser befand sich am westlichen Eck nahe Kynaststraße und floss aus Richtung Hauptwerkstatt der Schlesischen Bahn (Modersohnstraße) in den See. Der See reichte dort einst bis an die Kynaststraße (Parallelstraße). Den Namen hatte das Gewässer vom dortigen Eiswerk, das (1882) zwischen Bahndamm der Berliner Ringbahn und dem Markgrafendamm bestand. Der Graben samt der kleinen Bucht an seiner Mündung in den See wurde in den 1930er Jahren zur Erweiterung des Fabrikgeländes des Stralauer Glaswerks zugeschüttet.

In den 2010er Jahren wurde mit ersten Maßnahmen zur Sanierung des Rummelsburger Sees begonnen. Die Räumung und die Befestigung der natürlichen Ufer mit Spundwänden hat zwar keinen sanierenden Effekt, wird jedoch im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Am ehemaligen Zufluss des Eisgrabens, neben dem ein Hafenbecken der Stralauer Eiswerke bestand (zu DDR-Zeit zugeschüttet), wurden drei Testfelder angelegt. Die Nummerierung der Testfelder wurde von Ost nach West vorgenommen. In den Testfeldern wurden verschiedene Sanierungsmethoden getestet. Die daran anschließende Sanierung ist einem Flyer zu entnehmen.

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Sanierung Rummelsburger See

Allgemeines
Am nordwestlichen Ende des Sees befindet sich die drei Hektar große Sanierungsfläche (Wasserfläche).
Die Sedimente der Sanierungsfläche sind mit Schadstoffen, insbesondere Mineralölkohlenwasserstoffen, Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen belastet. Grund ist die industrielle Nutzung des Umfeldes im 19. und 20. Jahrhundert.
In der Sanierungsfläche sollen die hochbelasteten Sedimente entnommen werden. Die Abdeckung mit mineralischem Substrat sichert Standsicherheit der Ufergrundstücke. Lokale Schilfanpflanzungen, sowie Baum- und Vogelschutzheckenpflanzungen komplettieren die Maßnahme.

Sanierungsablauf
Als Vorbereitungsmaßnahme wurden in 2017/18 drei Testfelder angelegt. Zwei Testfelder wurden zwischenzeitlich saniert und Messungen vorgenommen.
Mit dem Abschluss der Testfelder wurde das baupraktische Vorgehen verifiziert und für die geplante Gesamtsanierung des Westufers aufbereitet.

Phase 1:
- Baumfällungen zur Baufeldberäumung, Rückschnitt von Bäumen
- Ufersicherung durch Spundwandverbau in direkter Uferlinie (Verkehrssicherung des Uferweges)
- Sanierung des dritten Testfeldes

Phase 2:
- Einrichten der Sperrfläche
- Aushub des hochbelasteten Sediments
- Abdeckung mit mineralischem Substrat
- Entsorgung

Phase 3:
- Uferneugestaltung nach Maßgaben der Bezirke (Pflanzungen von Bäumen und Vogelschutzhecken)
- lokale Schilfanpflanzungen

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Fachbereich Wasserbau Entwurf/Ausführung
Berlin, Januar 2020
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Auf dem Areal zwischen Rummelsburger See und dem Bahnhof Ostkreuz sind mehrere Bauprojekte geplant. Darunter ein Bürogebäude, Wohnhäuser und das sogenannte Wasserhaus Coral World mit Wasserpark. Das Paul-und-Paula-Ufer soll als öffentliche Fläche bestehen bleiben.

Seit Mitte der 2010er Jahre wurde der Rummelsburger See – der auch Rummelsburger Bucht oder kurz Rummelsbucht oder Rummelsee genannt wird – zunehmend beliebt bei Leuten, die Hausboote mögen. Darunter sind sehr viele Eigenbauten, die auf ausrangierten Booten und Schiffen bestehen. Am Bollwerk vom Bartholomäusufer liegen sehr viele solcher Schiffe und Boote. Dort ist/war im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts Wasserstadt Stralau der Bau von Floating Houses als schwimmende Appartements geplant. Diese wurden bisher nicht genehmigt. Dazu gab es eine Gerichtsverhandlung, bei der mehrere Untersuchungsergebnisse herangezogen wurden.

Ein Untersuchungsergebnis ergab, dass in den Sedimenten des Rummelsburger Sees die Metalle Blei, Cadmium, Chrom, Nickel, Kupfer, Zink und Quecksilber in unterschiedlicher Menge und Verteilung vorzufinden sind. Mit zunehmender Tiefe nimmt die Belastung zu. In den Sedimenten sind die höchsten Konzentrationen von Cadmium und Chrom im Land Berlin gemessen worden. Andere Untersuchungen ergaben, dass Organische Schadstoffe in Form von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), Benzopyren, polychlorierten Biphenylen (PCB), Dibutylzinn, Tributylzinn und organisch gebundene Halogene im See und dessen Sedimenten vorhanden sind. Der See wurde als subhydrische Deponie bezeichnet. Gelegentlich kommt es zu Geruchsbelästigungen in Folge von Ausgasungen aus den Sedimenten. Der Geruch ähnelt dem von altem Motoröl und kann bisweilen beißend sein.

Insbesondere in der wärmeren Jahreszeit sowie bei Starkregen oder höheren Windgeschwindigkeiten sind höhere Konzentrationen der leichtflüchtigen Verbindungen in der Luft über der Wasseroberfläche durch Gasbildungen, die bei Bewegungen der Wasserschichten entstehen, möglich. Auch das Bewegen der Sedimente am Grund des Sees setzt Schadstoffe frei. Ein Aufenthalt am und auf dem Wasser sowie auch im Wasser bedingt ein gesundheitliches Risiko. Der längere sowie dauerhafte Aufenthalt am und auf dem See wurde gerichtlich als gesundheitsgefährdend beurteilt.

Die Eigentümer der vorzufindenden Hausboote sind vorwiegend Leute, die eine alternative Lebensweise anstreben. Die gesundheitlichen Risiken sind diesen Leuten dabei scheinbar egal, wenn es ihnen darum geht diese kontaminierte Zone zu ihrem Freiraum zu erklären, anstatt eine Sanierung zu erlangen. Das ist insoweit fraglich was die für eine Sanierung vorgesehenen Bereiche des Sees betrifft, da das Bartholomäus-Ufer für die Floating Houses nicht saniert wurde und aus diesem Grund von ihnen genutzt werden kann, während der natürliche Uferbereich am Paul-und-Paula-Ufer für Bürokomplexe und einen Freizeitpark "urbanisiert" und der See in diesem Bereich saniert wird. Desweiteren wurde der Ausflugsdampfer-Anlegesteg am befestigten Ufer der Zillepromenade im Jahr 2013 angelegt, obwohl eine Untersuchung ergeben hatte, dass das An- und Ablegen der Motorboote einen negativen Effekt hat.

In allen drei Testfeldern sind nach deren "Sanierung" Öl-Schleier auf der Wasseroberfläche vorhanden. Während und einige Zeit nach der Sanierung bestand eine erhebliche Geruchsbelästigung in der näheren Umgebung der Testfelder. Zuletzt wurde das Testfeld 3 im Herbst 2021 saniert und hatte danach beträchtliche Öl-Schleier / Öl-Flecken und Ausdünstungen. Es ist davon auszugehen, dass dieser Zustand während der Sanierung des Bereichs am Paul-und-Paula-Ufer weiträumig und verstärkt eintreten wird. Bereits beim Bau der neuen Spundwand traten großflächige Öl-Flecken auf der Wasseroberfläche auf.

Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die Sanierung nur in einem Teil des Sees durchgeführt wird und in zeitlichem Zusammenhang mit der dortigen Bebauung steht. Der Rest des Sees wird weiterhin kontaminiert bleiben und Einfluss auf den sanierten Bereich haben. Die Sanierung des kompletten Sees wäre möglich, wenn dieser an der bereits bestehenden Trenn-Spundwand im südlichen Bereich abgedichtet und anschließend abgepumpt werden würde, um die kontaminierten Sedimentschichten abtragen zu können. Technisch ist dies in etwa wie beim Bau eines Staudamms möglich. Davon abgesehen ist es möglich, dass die veröffentlichten Informationen zur Kontaminierung vorwiegend für die Durchsetzung von einseitigen Interessen benutzt und zu Genehmigungen oder Ablehnungen sowie zur Teilsanierung geführt haben. Ein Gesamtkonzept zur Sanierung des Rummelsburger Sees ist bis heute missend, zumal die Zuläufe weiterhin ungefiltert sind.

Im Rummelsburger See ist das Baden verboten.

Auf dem Weg Paul-und-Paula-Ufer nahe der Zillepromenade wurde vor einigen Jahren eine Induktionsschleife in den Asphalt zur Zählung des Verkehrsaufkommens installiert (Radzählstelle Fahrradbarometer). Genau genommen sind es zwei Induktionsschleifen, weil der Weg an der Zählstelle zweigeteilt ist. Die Zählungen ergaben, dass dieser Weg mit bis zu 6.500 Fahrradfahrerinnen pro Tag genutzt wird. Dieser Weg ist ein Gehweg mit Zusatzschild "Fahrräder frei".
Radfahrerinnen pro Jahr	     2018 |      2019 |      2020
Jannowitzbrücke 3.018.692 | 3.000.842 | 3.161.413
Frankfurter Allee 1.105.707 | 1.425.792 | 1.776.814
Paul-und-Paula-Ufer 1.201.692 | 1.088.797 | 1.211.738
Bei einer Frequentierung von 6500 Radfahrern pro Tag und einer Zeitspanne von 6-22 Uhr ergibt dies bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 11 km/h zwei ununterbrochene Radfahrer-Schlangen mit einer Gesamtlänge von je 176 km mit einem Abstand zwischen den Radfahrern von rund 50 Meter, die beide aneinander vorbei fahren. Das ergibt zudem, dass aus einer Richtung 16 Stunden lang alle rund 18 Sekunden sowie aus beiden Richtungen 16 Stunden lang alle 9 Sekunden ein Radfahrer an zum Beispiel einer Sitzbank am Paul-und-Paula-Ufer vorbei gefahren kommt.

Weitere Fotos vom Rummelsburger See und dessen Umgebung sind auf dieser Webseite verteilt zu finden.
Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Spundwand
Rummelsburger See Spundwand Baustelle
Rummelsburger See Spundwand Öl
Rummelsburger See Spundwand
Rummelsburger See Spundwand Öl
Rummelsburger See Spundwand Öl
Rummelsburger See Spundwand
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Ufer
Rummelsburger See Ufer
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Baustelle
DAV am Rummelsburger See
Pumpenhaus Rummelsburger See
Ostkreuz Rummelsburger See Baustelle
Sanierung Rummelsburger See
Sanierung Rummelsburger See
Rummelsburger See Sanierung Infotafel
Rummelsburger See Eisgraben
Rummelsburger See Sanierung Testfelder
Rummelsburger See Öl-Schleier
Rummelsburger See Öl-Schleier
Rummelsburger See Öl-Fleck
Rummelsburger See Öl-Schleier
Rummelsburger See Öl-Schleier
Rummelsburger See Sanierung
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See Baustelle
Rummelsburger See Coral World
Rummelsburger See
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Rummelsburger See Paul-und-Paula-Ufer
Ostkreuz Rummelsburger See Baustelle
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Pumpenhaus Wasserturm am Ostkreuz
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Ostkreuz Rummelsburger See Coral World
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Ostkreuz Rummelsburger See AXIS-OFFICE
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Bahnhof Ostkreuz
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Schule Feuerwache Marktstraße
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Ostkreuz AXIS-OFFICE
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Ostkreuz AXIS-OFFICE
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Eisfabrik Rummelsburg
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Bahnhof Ostkreuz mit Wasserturm
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Ostkreuz Stadtbahn Schlesische Bahn
Eisenbahngleise Ostkreuz
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My Bay Wohnen am Wasser Rummelsburger See
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Rummelsburger See Schiff Heimat und Paula
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Stralau Nixenbucht
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Stralau Nixenkai Infotafel
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Rummelsburger See Halbinsel Stralau
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