Berkenbrücker Steig und Fennpfuhlgraben
Der Fennpfuhl im Fennpfuhlpark hatte einst als Zufluss und Abfluss einen natürlichen offenen Graben. Dieser Graben hatte sein Quellgebiet auf der Wiese an der Konrad-Wolf-Straße Ecke Berkenbrücker Weg. Der Graben verlief in leichten Kurven direkt zum Fennpfuhl.

Der Fennpfuhl im Fennpfuhlpark bestand einst aus zwei Pfühlen, dem Langpfuhl im Norden und dem Fennpfuhl im Süden. Diese beiden Pfühle wurden bei der Gestaltung vom Fennpfuhlpark beim Bau der Plattenbausiedlung am Fennpfuhl um 1980 zu einem Teich vereint.

Der Fennpfuhlgraben oberhalb vom Fennpfuhl verläuft heute bedeckt verrohrt entlang der Straßen. Unterhalb vom Fennpfuhl verläuft der Graben bis zum Rummelsburger See ebenso bedeckt verrohrt und teils in ganz anderer Linie als der ehemals offene Graben.

Der Verlauf vom einst offenen Graben wurde noch zur Zeit als er offen verlief leicht verändert. Dieser neuere Verlauf vom offenen Graben, der an wenigen Stellen an die Straßenverläufe angeglichen wurde, gleicht an einigen Stellen dem Verlauf vom bedeckt verrohrten Graben.

Vom Fennpfuhl bis zum Teich im Stadtpark Lichtenberg verläuft der bedeckt verrohrte Graben in etwa auf dem Verlauf vom ehemals offenen Graben. Ab dem Stadtparkteich bis zur Möllendorfstraße am Rathaus Lichtenberg verläuft der bedeckt verrohrte Graben in etwa auf dem Verlauf vom ehemals offenen Graben. Ab dem Rathaus Lichtenberg nimmt die Verrohrung einen anderen Verlauf entlang der Rathausstraße und vereint sich an der Frankfurter Allee mit dem bedeckt kanalisierten Ruschegraben, der entlang der Ruschestraße verlegt wurde, um von da entlang der Schulze-Boysen-Straße und der Pfarrstraße in Richtung Rummelsburger See zu verlaufen, ohne den Kuhgraben aufzunehmen, der separat in seinem natürlichen Verlauf verrohrt wurde. Der Ruschegraben wurde zwischen 1910 und 1920 in seinem heutigen Verlauf entlang der Schulze-Boysen-Straße und Pfarrstraße kanalisiert.

Der ehemals offene Fennpfuhlgraben vereinte sich in etwa am Rathaus Lichtenberg mit dem ehemals offenen Ruschegraben, floss entlang der Möllendorffstraße bis zur Frankfurter Allee und von da in etwa entlang dem Bahndamm der Ringbahn, sowie machte südlich vom Wiesenweg einen Knick, um den Bahndamm zu unterqueren und als Ostwaldgraben oder Oswaldgraben in Richtung Kuhgraben zu fließen. Gemeinsam mit dem Kuhgraben floss der ehemals offene Graben ein paar Meter westlich der Pfarrstraße in leicht kurviger Linie direkt zum Rummelsburger See. Der Verlauf vom gemeinsamen Graben von Ostwaldgraben und Kuhgraben ist dort noch heute an den Grundstücksgrenzen der Grundstücke zwischen Schreiberhauerstraße und Pfarrstraße zu erkennen. Der Kuhgraben beginnt am Ringlokschuppen vom Bahnbetriebswerk Lichtenberg Ost (BLO). Der Kuhgraben wurde in seinem natürlichen Verlauf verrohrt und kreuzt berührungslos den Kanal vom Ruschegraben.

Mit dem Bau der Ringbahn wurde der gemeinsame Graben von Fennpfuhl und Ruschegraben an der Frankfurter Allee bis westlich der Eisenbahnbrücke verlegt und floss entlang der Kurve vom Bahndamm auf dessen Westseite. Höhe Wiesenweg gab es - ein paar Meter vor der Unterquerung vom Bahndamm - von Westen kommend einen Zufluss, der an der Thaerstraße Ecke Viehhof begann.

Sowohl der Graben vom Fennpfuhl als auch der Ruschegraben sind Gräben am Hang vom Barnim in das Berliner Urstromtal. Bei der Neu-Besiedelung des Gebietes ab um 1900 wurde berechnet, wie groß die Rohre für eine Verrohrung sein müssen und welchen Verlauf die Rohre nehmen sollen, damit das Wasser auch in flachen Bereichen fließt. In früherer Zeit sorgten diese Gräben einerseits für den Abfluss von Regenfällen und sorgten andererseits für Überschwemmungen. Zuletzt war die Victoriastadt im Jahr 2006 und 2019 von einer Überschwemmung betroffen. Im Jahr 2019 gab es massive Schäden in der Pfarrstraße durch starke Regenfälle. Dabei wurde der Gehweg von aus dem Erdreich austretenden Wassermassen aufgerissen. Es wurde vermutet, dass einer der Regenwasserkanäle übergelaufen sei. Dabei wurde erwähnt, dass für den bedeckt verrohrten Kuhgraben das Land Berlin und für den unterirdischen Kanal (Ruschegraben) von 2x3,6 Meter Größe unter der Pfarrstraße die Berliner Wasserbetriebe zuständig sind. Es wurde vermutet, dass der bedeckt verrohrte Kuhgraben, der mit einer Größe von 900 bis 1050 mm angegeben ist, übergelaufen sei, weil er bei eine Baumaßnahme verengt worden sei. Während des Gewitterregens standen in der Victoriastadt mehrere Straßen 1 Meter unter Wasser.

Im folgenden einige Auszüge aus öffentlichen Berichten der Stadt Berlin aus den Jahren 1886 und 1893.

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Die jetzige Entwässerung der Frankfurter Allee findet an der Nordseite durch einen offenen, zum Theil gepflasterten Graben statt, der an der Ecke Thaerstraße von dem vom Viehhof kommenden und provisorisch an Radialsystem V angeschlossenen Kanal der definitiven Kanalisation aufgenommen wird. An der Südseite findet die Entwässerung ebenfalls durch einen offenen Graben statt; derselbe hat seinen Scheitelpunkt da, wo die Weichbildgrenze in die Frankfurter Allee tritt, und fließt von dort ost- und westwärts. Der östliche Theil hat seinen tiefsten Punkt in der Nähe der Straße 35, verläßt dort die Frankfurter Allee, um dann unter dem Namen "Ostwaldgraben" weiter nach dem Rummelsburger See zu gehen.
(Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin Ausgabe 1886)
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Die Straße 35 ist heute die Weichselstraße.

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Der Ostwald- oder neuerdings Oswaldgraben benannte Wasserlauf kommt von der Lichtenberger Gemarkung her in zwei Armen, welche sich auf Berliner Gebiet östlich von der Proskauerstraße vereinigen, geht zum nördlichen Chausseegraben der Frankfurter Allee, unter welcher er durchgeführt ist und verläuft von dort weiter durch die Kolonie Friedrichsberg und einen Theil des Ortes Rummelsburg zum dortigen See; wird derselbe nicht gehörig geräumt, so stauen die Schmutzstoffe in dem südlichen Chausseegraben an der Frankfurter Allee und geben dadurch zu jenen Mißständen Veranlassungm welche Gegenstand häufiger Beschwerden im Berichtszeitraume geworden sind.
(Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Ausgabe 5. 1886/1888)
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Der Friedrichsberg, dessen Bebauung in städtischer Art schon 1885 begonnen hatte, entwässert (zum Theil unter Zuhülfenahme des südlichen Seitengrabens der Frankfurter Chaussee) ebenso wie der im Erläuterungsbericht beschriebene Theil Boxhagens in den Ostwaldgraben, welcher zunächst von Nord nach Süd hinzieht, dann linksschwenkend von Nordwest nach Südost als rechtsseitiger Zufluß an den Kuhgraben (östlich der Ringbahn) herantritt. Letzterer ergießt sich dann nach kurzem Laufe in den Rummelsburger See, in nicht allzu weiter Entfernung von dem städtischen Weisenhause.
(Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin Ausgabe 1893)
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Der Friedrichsberg, auf dem einst eine Windmühle stand, befindet sich in der Pettenkoferstraße Höhe Schreinerstraße und Waldeyerstraße. Die Waldeyerstraße ist der alte Weg zur Mühle, der einst bis zur Scheffelstraße an der Eldenaer Straßenbrücke führte.

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Der Knorrbremse ist bekannt, daß auf einem Teil des Geländes ein der Stadt gehöriger eingerohrter Vorflutgraben, der sogenannte Kuhgraben bezw. Ostwaldgraben, verläuft, welcher Bestandteil der Lichtenberger Regenwasserkanalisation ist. Die Knorrbremse übernimmt die Verpflichtung, dieses Gelände nicht zu überbauen oder, falls sie es überbaut, dies in der Weise zu tun, daß die Vorflut des Kanals in ihrem heutigen Umfange und seine Zugänglichkeit ungestört aufrecht erhalten bleiben.
(Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin Ausgabe 1923)
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Das Gelände über dem verrohrten Ostwaldgraben wurde von Knorr-Bremse überbaut. Die heutige Überbauung mit dem Hochhaus-Bürokomplex der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) fand um 1995 und die Bebauung mit Wohnhäusern auf der östlichen Straßenseite der Schreiberhauerstraße zwischen Kaskelstraße und Hauffstraße fand 2015 statt.

Der heutige Berkenbrücker Steig in Alt-Hohenschönhausen war bis 1937 die Birkenstraße. Auf der Wiese an der Konrad-Wolf-Straße, ehemals Berliner Straße, stehen noch heute Birken. Von 1937 bis 1947 trug die Straße den Namen Kurt-Eckert-Straße, benannt nach dem SA-Mann Kurt Eckert.

"Im Kampf um Deutschlands Freiheit sind gefallen ... S.A.-Mann Kurt Eckert - Berlin ..."
(Der Aufstieg, 2. Jahr, 11. Folge (52), Reval, den 12. März 1933)

"Kurt Eckert, S.A.-Mann und Angehöriger des Sturmes 115 der Standarte 5, fiel am 6. März 1933 im Kampf mit Kommunisten"
(Kriegskunst in Wort und Bild. Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht, Herausgegeben von Major a.D. Bodo Zimmermann, Heft 10, Juli 1934, Jahrgang X, WK1-Frontkämpfer Dr. Robert Ley)

Im Berkenbrücker Steig, ehemals Birkenstraße, besteht ein alter Gewerbehof, der in mehrere Höfe geteilt ist. Bis vor wenigen Jahren gab es mehrere alte Gewerbehöfe in der Straße, von denen zwei verfallen waren. Einer wurde wieder hergerichtet um abgerissen zu werden, der andere wurde gleich abgerissen.

Einige der Grundstücke in der Birkenstraße gehörten einige Zeit lang zu den Häusern in der Berliner Straße (heute Konrad-Wolf-Straße). Ein Kuriosum in der Straße ist eine alleinstehende Doppelhaushälfte von 1914, die nun ihr 100-jähriges bestehen schon begangen hat. Andere Häuser in der Straße wurden entweder bei Neubebauung abgerissen, wie ein altes Restaurant, oder im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Die südliche Straßenseite vom Berkenbrücker Steig hat was die Bebauung betrifft eine abwechslungsreiche Geschichte. Von abgerissenen oder zerstörten Einzelgehöften und zerstörten genossenschaftsbau-ähnlichen Vorkriegs-Mietshäusern in Privatbesitz über abgerissenen Plattenbau-Kindergarten zu Nachkriegs-Genossenschaftsbau und neuen Townhouses. Aber auch auf der nördlichen Straßenseite wurde ein Gewerbehof für ein Mehrfamilienwohnhaus abgerissen und ist ein weiterer Gewerbehof für eine Neubebauung bereits abgerissen.
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Sporthalle Mittelstraße Alt-Hohenschönhausen
Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Doppelhaushälfte Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gemalte-Illusionen Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Genossenschaftsbau Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Gewerbehof Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Mosaik Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Mosaik Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Genossenschaftsbau Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Genossenschaftsbau Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Konrad-Wolf-Straße Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Berkenbrücker Steig Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Quellgebiet Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Quellgebiet Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Quellgebiet Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
KGA Deutsche Kraft Alt-Hohenschönhausen
KGA Deutsche Kraft Alt-Hohenschönhausen
KGA Deutsche Kraft Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Fennpfuhlgraben Alt-Hohenschönhausen
Landsberger Allee Leninallee Berlin
Landsberger Allee Leninallee Berlin
Fennpfuhlgraben Fennpfuhlpark
Fennpfuhlpark Plattenbau
Fennpfuhlgraben Fennpfuhl Fennpfuhlpark
Fennpfuhlgraben Fennpfuhl Fennpfuhlpark
Fennpfuhlgraben Fennpfuhl Fennpfuhlpark
Fennpfuhlgraben Fennpfuhl Fennpfuhlpark

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