Zellengefängnis Moabit und Sportpark Poststadion
Direkt nördlich am Hauptbahnhof Berlin in der Invalidenstraße liegt der Geschichtspark Moabit auf dem Areal vom ehemaligen Zellengefängnis Moabit. Unweit nordwestlich vom Zellengefängnis lag einst ein großer Exerzierplatz an der Kaserne des II. Garde Ulanen Regiments, der Kaserne des IV. Garde-Regiments zu Fuss und der Kaserne des I. Garde-Feld-Artillerie-Regiments, sowie dem Artillerie-Depot, dem Bekleidungs-Amt des Gardekorps, dem Militair-Arrest-Gebäude, einem großen Fahrzeugschuppen und der Ober-Feuerwerker-Schule. Anstelle des Exerzierplatzes entstand der Sportpark Poststadion mit Poststadion und Fritz-Schloß-Park. Westlich der Kasernen stehen die Gebäude vom einstigen Kriminalgericht mit Gefängnis, die heute vom Landgericht Berlin und der Justizvollzugsanstalt Moabit genutzt werden. Alles zusammen entstand im einst weit ausgedehnten Waldgebiet in der Jungfernheide.

Das Zellengefängnis Lehrter Straße der Strafanstalt Moabit, kurz Zellengefängnis Moabit genannt, entstand in den 1840er Jahren unter König Friedrich Wilhelm IV. als "Preußisches Mustergefängnis Moabit". Das besondere an diesem Gefängnis in seiner Entstehungszeit war, dass es aus Einzelzellen für die Gefangenen bestand. Pro Gefangenen eine Zelle, was Einzelhaft bedeuted sowie Isolationshaft bedeutede, da die Gefangenen (bis 1910) auch beim Freigang in den Spazierhöfen voneinander isoliert wurden. Das innere Gefängnisgebäude hatte die Form eines Handfächers mit 4 Zellen-Gebäudeflügel in einem Halbkreis und einem daran im Mittelpunkt gegenüber anliegenden kürzeren breiteren Versorgungsflügel. Das Gebäude vom Gefängnis wurde 1957-1958 abgerissen. Es gab eine außerhalb vom ummauerten Innenbereich liegende separat ummauerte Irren-Abteilung an der Ostseite. Zum Gefängnis gehörten zudem drei Beamtenwohnhäuser (Beamtenwohntürme) die erhalten blieben. Nördlich vom Zellengefängnis liegt der zum Gefängnis zugehörige Anstaltsfriedhof inmitten einer Kleingartenanlage, von dem allerdings nur der Beamtenfriedhof erhalten bliebt. Anstelle vom Gefangenenfriedhof entstanden auf den Gräbern der Gefangenen nach 1945 mehrere Kleingärten. Im Jahr 2006 wurde auf dem Areal vom Zellengefängnis Moabit der Geschichtspark Zellengefängnis Moabit eröffnet.

Das Poststadion vom Postsportverein der Reichspost mit Sportplätzen und Schwimmbad sowie der Heeressportplatz entstanden bis 1929 auf der östlichen Hälfte des Exerzierplatzes an der Rathenower, Lehrter, Krupp- und Seydlitzstraße (Seidlitzstraße). Auf der westlichen Hälfte des Exerzierplatzes entstand nach 1945 ein Trümmerberg, auf dem in den 1950er Jahren der Fritz-Schloß-Park angelegt wurde.

Die Fototour führt durch das Gebiet der erwähnten Areale und Gebäude.

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