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Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde in Weißensee und Hohenschönhausen

Die Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde sorgte für die Ansiedlung von Fabriken entlang ihres Verlaufs. Dieses Fotoalbum handelt hauptsächlich von Fabriken in Weißensee und Alt-Hohenschönhausen. Eine der bekanntesten ehemaligen Fabriken in Weißensee ist die des Schrotthändlers Erich am Ende.

Erich am Ende
Erich am Ende war Maschinen- und Schrotthändler und betrieb ab 1907 in Weißensee ein Eisenbahnausbesserungswerk mit Sauerstoffwerk.
Der Firmen-Name "Erich am Ende" wird oft missverstanden als dass die Firma am Ende einer Straße lag, wobei dabei unklar ist von welcher, oder am Ende von Weißensee. Der Familienname "am Ende" geht aus einem alten sächsischen Adelsgeschlecht hevor.
Die Fabrik von Erich am Ende wurde mitten auf einem ehemaligen Acker gebaut. Die vorhandenen Feldwege und projektierten Straßen für einen Mietskasernenkiez wurden dabei nicht übernommen. Die entlang des Fabrikgeländes verlaufende und erst 1915 eingeweihte Gehringstraße wurde vorher nichtamtlich als Verlängerte Gustav-Adolf-Straße gehandelt, wobei diese von der Gustav-Adolf-Straße durch die Rennbahn getrennt war. Die Gehringstraße führt bis heute parallel zu den Gleisen der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde von der Roelkestraße über die Berliner Allee zum ehemaligen Deutsche Niles Werk. Das Fabrikgelände der Firma Erich am Ende hatte einen Betriebsgleisanschluss und auf dem Fabrikgelände ein ausgedehntes Werkbahn-Gleisnetz.
Zu DDR-Zeiten war auf dem Fabrikgelände die Volkseigene Handelszentrale Schrott.
Heute sind mehrere Unternehmen auf dem Fabrikgelände ansässig, unter anderem ein Schrotthändler.

Ziehl-Abegg
Die Firma Ziehl-Abegg wurde 1910 von Emil Ziehl und Eduard Abegg als Ziehl-Abegg Elektrizitäts-Gesellschaft m.b.H. in der Langhansstraße in Weißensee gegründet, nachdem Emil Ziehl bereits 1909 die dort ansässige Roland-Werke Elektrizitäts-Gesellschaft m.b.H. aufgekauft hatte. Abegg stieg im Gründungsjahr wieder aus der Firma aus. Die Firma firmierte als Fabrik für Elektromotoren. 1916 verlegte die Firma ihren Standort an den Industriebahnhof Weißensee, bzw. an die spätere Verlängerte Schönstraße (heute An der Industriebahn). Die Firma Ziehl-Abegg produzierte Elektromotoren, unter anderem für Eisenbahnen und Luftschiffe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik als Reparation von den Sowjets demontiert und abtransportiert. 1947 wurde die Firma von zwei Ziehl-Brüdern im schwäbsichen Künzelsau neu aufgebaut und existiert als Familienunternehmen dort bis heute fort.
Zu DDR-Zeiten wurde die Fabrik als VEB Berliner Elektro Motorenwerke betrieben.
Heute ist in der Fabrik die Event Location Motorwerk.

Maschinenfabrik Wilhelm Wurl
Die Maschinenfabrik Wilhelm Wurl entstand ab 1909 an der Roelckestraße Ecke Rennbahnstraße und weitete ihre Fabrik in den Folgejahren um eine größere Fabrikhalle bis zur Gehringstraße aus. Die Firma produzierte hauptsächlich Großgeräte für Kläranlagen und ist dadurch in die deutsche Industriegeschichte eingegangen. Zu DDR-Zeiten wurde die Fabrik vom VEB Wäge- und Nahrungsgütertechnik vom Kombinat Nagema (Nahrungsmittel Genussmittel Maschinenbau) und vom VEB Großwaagenbau genutzt.

Stahlwerk Weißensee
Neben der Maschinenfabrik Wurl, an der heutigen Straße An der Industriebahn, siedelte 1916 die Fabrik M. Bothe & Co Stahlwerk Weißensee an. Ab 1920 wurde die Fabrik von der Schraubenfabrik Riehm & Söhne AG Werk Weißensee genutzt, die ab 1935 als AG für Rostschutz firmierte und 1943 verkauft wurde.
Zu DDR-Zeiten wurde die Fabrik vom VEB Wäge- und Nahrungsgütertechnik vom Kombinat Nagema (Nahrungsmittel Genussmittel Maschinenbau) und vom VEB Großwaagenbau genutzt.
Heute ist in der Fabrik die W+M Weissensee Metallwaren GmbH ansässig.

Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde
Die Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde war eine Industrieanschlussbahn. Ihre Inbetriebnahme erfolgte 1907/08 durch den damaligen Landkreis Niederbarnim. Sie zweigte nördlich des ehemaligen Magerviehhofs in Friedrichsfelde von der Wriezener Bahn ab und verlief über Alt-Hohenschönhausen, Weißensee, Heinersdorf, Blankenburg/Buchholz/Niederschönhausen, Nordend, Rosenthal, Lübars und Wittenau zum Hafen Tegel. In den genannten Ortschaften bestanden jeweils Güterbahnhöfe, bzw. Güterladestellen. Es bestanden Verbindungen zur Stettiner Bahn, Kremmener Bahn und zur Preußischen Ostbahn über die Wriezener Bahn. Unzählige Fabriken waren mit Betriebsanschlussgleisen und über Stichgleise an die Industriebahn angeschlossen.
Die Gleise der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde wurden bis 2006 abgebaut. Nur noch ein Teilstück vom Bahnhof Berlin Nordost am Papenpfuhlbecken bis zur Rhinstraßenbrücke ist noch erhalten.

Apparate-Werk Carl Otto Raspe
Das Apparate-Werk Carl Otto Raspe baute 1940 das Askania-Haus an der Berliner Allee als sein Fabrikgebäude auf dem Gelände vom Fuhrgeschäft Anna Reinhardt und der Firma Peter und Pfingst Kohlenhandel Weißensee (Kohlenhandelsgesellschaft Weißensee mbh) sowie der Kleingartenkolonie Alt-Weißensee.
Im Jahr 1945 war das Askania-Haus das Rathaus Weißensee. Von 1946 bis 1953 war es die Deutsche Niederlassung der Hauptverwaltung des sowjetischen Vermögens im Ausland. Von 1953 bis 1990/92 Sitzt der Hauptabteilung Personenschutz des Ministeriums für Staatssicherheit.
Von 1992 bis 2000 war im Askania-Haus das Rathaus Weißensee. Seit 2000 ist im Askania-Haus das Bürgeramt Weißensee und das Jugendamt Weißensee und seit 2005 in einem Teil die ECC Kunsthalle (Künstler- und Atelierhaus Kreativstadt Weißensee).

Niles-Werke
Die Firma Deutsche Niles Werke von 1898 (Lizenznehmer der Niles Tool Works Company) verlegte 1920 ihre Produktionsstätten von Oberschöneweide nach Weißensee in bestehende Fabrikgebäude und Neubauten der Kugellager- und Werzeugfabrik Riebe GmbH von 1909 (später Raspe & Riebe GmbH). Die Firma Riebe, bzw. Raspe & Riebe, siedelte 1912 an der Industriebahn an.
Zu DDR-Zeiten wurden die Deutsche Niles Werke in Weißensee zum VEB Deutsche Niles Werke und 1969 Teil des VEB Werkzeugmaschinenkombinat "7. Oktober" Berlin. In den Niles-Werke Weißensee ist heute die Niles Aus- und Weiterbildungs GmbH der Niles Werkzeugmaschinen GmbH in Marzahn-Hellersdorf (Kapp-Gruppe Coburg). Die deutsche Firma Niles ist für die Produktion von Schleifwerkzeugen bekannt.

VEB Sternradio Berlin
Die Phonetika Radio GmbH bezog 1948 die Fabrikgebäude der Kugellager- und Werzeugfabrik Riebe, die nicht vom VEB Deutsche Niles Werke genutzt wurden. 1950 wurde die Phonetika Radio GmbH zum VEB Phonetika Radio und 1951 zum VEB Stern-Radio Berlin.
Seit 2014 ist in der Fabrik das Zentralarchiv des Bezirksamtes Pankow ansässig.

Industrieanschlussgleis Hohenschönhausen
Das Industrieanschlussgleis Hohenschönhausen zweigte von der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde an der Kreuzung Bahnhofstraße und Groß-Leege-Straße nach Süden bis zur damaligen Gemarkungsgrenze zwischen Hohenschönhausen und Lichtenberg ab. Die Fabriken entlang des Industrieanschlussgleis Hohenschönhausen lagen in der damaligen Kolonie Hohenschönhausen. Wann das Gleis verlegt wurde ist unbekannt, auch wann es stillgelegt wurde, wenn es bereits vor 1945 stillgelegt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gleis durch das Stasi-Sperrgebiet unterbrochen, auch wenn weiterhin zu DDR-Zeiten größere Fabriken südlich des Sperrgebiets bestanden.

(Mit Infos aus Wikipedia)
Die Fotos entstanden im Jahr 2017


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