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Rahnsdorf und Wilhelmshagen

Das ehemalige Dorf Rahnsdorf liegt an der Mündung der Müggelspree in den Müggelsee und ist aus einem slawischen Fischerdorf entstanden. Ab 1890 entstanden in der Nähe vom Dorf Rahnsdorf die Siedlungen Rahnsdorfermühle (Rahnsdorfer Mühle), Neu-Rahnsdorf (ab 1902 Wilhelmshagen) und Hessenwinkel (Haselwinkel, Hasenwinkel, Neu-Venedig), die zu Rahnsdorf eingemeindet wurden.

In der Siedlung Hessenwinkel steht die denkmalgeschützte evangelische Waldkapelle Zum anklopfenden Christus von 1910 in der Waldstraße. An der Kirche ist ein altes Emailleschild der BEWAG (Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG) unter ehemaligem Namen B.St.E.W.A.G. (Berliner Städtische Elektricitäts-Werke AG) vorhanden.

Im Wald östlich von Wilhelmshagen befindet sich seit 1960 das Bundesarchiv Filmarchiv (Staatliches Filmarchiv) am ehemaligen Standort vom Arbeitsdurchgangslager Berlin-Ost von 1942-1945. Das Arbeitsdurchgangslager hatte einen Gleisanschluss an die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn mit eigenem Bahnsteig. In Wald zwischen dem Bundesarchiv Filmarchiv und der Bahngleise der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn von 1846 sind noch Fundamente von Baracken und der Bahnsteig (Rampe Wilhelmshagen) vom Arbeitsdurchgangslager vorhanden. Das Arbeitsdurchgangslager diente zur Erfassung und Musterung von neuen Zwangsarbeitern sowie deren Verteilung in die Zwangsarbeitslager in Berlin.

Die Siedlung Wilhelmshagen (bis 1902 Neu-Rahnsdorf) entstand mit dem Haltepunkt Neu-Rahnsdorf von 1892 an der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn von 1846. Der Haltepunkt wurde 1899-1902 zum Bahnhof Wilhelmshagen ausgebaut.

Die beiden Siedlungen Rahnsdorfer Mühle und Wilhelmshagen nördlich der Fürstenwalder Allee und südlich der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn sind durch die Binnendünen der Püttberge getrennt. Ehemals gehörte zu dieser natürlichen Barriere auch der Schonungsberg, der in den 1920er Jahren von der Siedlung Rahnsdorfe Mühle umsiedelt wurde. Die Püttberge liegen im Berliner Urstromtal und gelten als die mächtigsten Flugsanddünen in Berlin-Brandenburg. Von der NS-Zeit bis 1972 waren die Püttberge Naturschongebiet und Naturschutzgebiet. Seit 1995 sind die Püttberge und der Schonungsberg Teilgebiete vom Naturschutzgebiet Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug. Zwischen 1972 und 1995 bestand in den Püttbergen ein Rodelhang auf Seiten von Wilhelmshagen.

Auf dem Schonungsberg steht das Gefallenendenkmal von 1927-1929 nach einem Entwurf vom Architekten Kurt Lange und einer Roland-Figur vom Bildhauer Otto Wenzel, das 1955 zum Ehrenmal für die "Opfer von Faschismus und Krieg" umgestaltet wurde.

Westlich der ehemaligen Rahnsdorfer Mühle am Fredersdorfer Mühlenfließ (Senitz) befindet sich die alte Försterei Müggelbusch, heute Revierförsterei Müggelsee. Unmittelbar am Forsthaus gab es 1908 einen damals nicht seltenen und bis heute unaufgeklärten Förstermord.
Am Forsthaus Müggelsee stand einst ein Teerofen.

Nahe der ehemaligen Rahnsdorfer Mühle am Fredersdorfer Mühlenfließ (Senitz) steht an der Endhaltestelle der Straßenbahn von Köpenick (Gleisschleife Rahnsdorf/Waldschänke) das Gebäude vom ehemaligen Gasthaus Paradiesgarten. Das Gasthaus Paradiesgarten wird 1901 erstmals erwähnt. 1908: Schoenemanns "Paradiesgarten" in Rahnsdorf-Mühle vorbei nach dem Bahnhof Rahnsdorf. 1936: Gasthaus zum Paradiesgarten in Rahnsdorfer-Mühle mit Gastwirt Max Sorge. 1938: Gastwirt M. Sorge. Seit mindestens 1940 wird das Gebäude als Altersheim "Sorgenfrei", Altersheim für Männer der Berliner Stadtmission, Altersheim und Hospital der Berliner Stadtmission, Feierabendheim der Berliner Stadtmission, Berliner Stadtmission Wohnstätte Rahnsdorf genutzt. Ab 1940 wird an der Adresse zudem eine Gaststätte ohne Namen mit dem Gastwirt Josef Pohl erwähnt. Ab mindestens 1958 war in einem Gebäude direkt an der Straße die HO Gaststätte Waldschänke. Seit mindestens 2013 wird das Gebäude der ehemaligen Waldschänke vom Bioladen in der Waldschänke genutzt.
In Wilhelmshagen gab es schon mindestens vor 1926 an der Fürstenwalder Allee (damals Fürstenwalder Straße) Südostecke Fahlenbergstraße ein Restaurant Waldschänke mit Gastwirt Carl Andre, vormals Gastwirt A. Farentholz, 1938 Wirtshaus Eichkater, heute eine Kita.
In der Kolonie Waldesruh in Dahlwitz in der Köpenicker Allee gibt es seit 1937 bis heute eine weitere Waldschänke.

Am südlichen Ende der Seestraße in der Siedlung Rahnsdorfer Mühle befindet sich eine Halbinsel mit einer Brücke zur Insel Müggelwerder im Müggelsee. Auf der Insel Müggelwerder steht das Gebäude vom ehemaligen Strandrestaurant Müggelsee und Inselhotel Müggelwerder von 1900 der Hotelbetriebsgesellschaft Rahnsdorf-Mühle (1937: Halbinsel: Wirtsch. Betriebs-GmbH "BM.S.R" mit Verwalter Expedient. O. Augustin, Insel: Insel-Hotel-Betriebs-Ges.m.b.H. mit Verwalter Otto von Stackelberg). Der Besitzer von Halbinsel und Insel war von Otto Bruno Peter von Stackelberg (1867-1945). Auf der Halbinsel war eine Tischlerei ansässig. 1941-1943 wird die Adresse als Hotel u Gaststätte MSR Stackelberg & Co erwähnt (1943: Halbinsel: Eigentümer Hotel u. Wirtsch. Betriebs-GmbH "M.S.R", Insel: Hotel u. Wirtsch. Betriebs-GmbH "M.S.R" von Stackelberg & Co. M.S.R. mit Eigentümer Baron O. von Stackelberg). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal samt Gebäuden von einer Einheit der Wehrmacht (Nachschub-Kolonnen-Abteilung 616) sowie als Forschungsstätte der Rüstungsindustrie und als Fremdarbeiterlager (Zwangsarbeiterlager) für Fremdarbeiter (Zwangsarbeiter), die im nahegelegenen Strandbad Müggelsee als Köche und Kellner eingesetzt wurden, genutzt. 1955 wird die Adresse als Kulturheim Deutsche Handelszentrale (DHZ) erwähnt. Ab 1956 übernahm die Akademie der Wissenschaften der DDR mit dem VEB Physikalische Werkstätten Rahnsdorf das Areal und forschte dort auf dem Gebiet der Plasma- und Kernfusionsphysik. Ab 1963 nutzte das III. Physikalische Institut und ab 1968 das Institut für Physik der Werkstoffbearbeitung der Deutschen Akademie der Wissenschaften das Areal. Ein Teil vom Areal wird weiterhin vom Berliner Sportverein Akademie der Wissenschaften e.V. (BSV AdW) genutzt.

Im Fischerdorf Rahnsdorf besteht in der Müggelspree die kürzeste Fähre in Berlin der BVG. Die Personenfähre ist ein Ruderkahn (Paule III), der zwischen der Müggelseefischerei in der Kruggasse in Rahnsdorf und der Siedlung Spreewiesen am Bauersee hin und her schippert (F24: Kruggasse-Spreewiesen).


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