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Bürgerpark Pankow, Schönholzer Heide, Wilhelmsruh Industrie

Bürgerpark Pankow
Der Bürgerpark Pankow wird vom Fließ Panke durchflossen und wurde 1863-1864 an der Stelle einer ehemaligen Papiermühle von 1800 im Auftrag vom Begründer der Berliner Börsen-Zeitung, Hermann Killisch-Horn, vom Gartenbauarchitekt Wilhelm Perring (1838-1907) angelegt sowie 1907 von der Gemeinde Pankow erworben. Hermann Killisch-Horn erwarb die Papiermühle bereits 1856 und kaufte 1863 noch anliegendes Gelände dazu. Der Park diente dem Zeitungsfritzen als Landsitz. 1907 kaufte der Bürgermeister von Pankow Wilhelm Kuhr (1865-1914) den Park, um ihn vor Bodenspekulationen in der damaligen Gründerzeit zu bewahren und zu erhalten.

Der Parkstreifen nördlich der Panke im Bürgerpark Pankow gehört bereits zum Volkspark Schönholzer Heide.

Volkspark Schönholzer Heide
Der Volkspark Schönholzer Heide liegt an der namensgebenden Kolonie Schönholz. Die Fläche vom Park wurde in den 1750er Jahren von Königin Elisabeth Christine für eine Maulbeerplantage namens Königin-Plantage gekauft. Königin Elisabeth Christine bewohnte zu dieser Zeit das Schloss Schönhausen in Niederschönhausen. Der Alte Fritz, Friedrichs II. König in Preußen, hatte seine Gattin an diesen Ort verbannt. Die Gründung der Kolonie Schönholz wurde von der Königin veranlasst, die 1791 so benannt wurde. Um das Jahr 1800 wurde in die Königin-Plantage ein Gutshaus gebaut, das später Altes Schloß genannt wurde. 1872 bis 1884 wurde dieses Gutshaus von der Höheren Mädchenschule von Henriette Jenrich genutzt. 1880 übernahm die Berliner Schützengilde von 1433 die gesamte Plantage und lies in den Folgejahren das Gutshaus abreißen. Ab 1883 wurde neben einem Schießplatz mit Schützenhaus sowie einem Fußballplatz und Tennisplätzen nach dem Abriss vom Alten Schloß ein neues Restaurant namens Schloß Schönholz gebaut. 1936 wurde der Vergnügungspark Traumland in der Schönholzer Heide eröffnet, als Ersatz für den geschlossenen Luna-Park in Halensee. Der neue Vergnügungspark wurde auch Luna-Park genannt. 1940 wurde der Name für ein dort errichtetes Zwangsarbeiter der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken AG namens Luna-Lager übernommen. Dazu wurden Baracken errichtet. Das Schloß Schönholz wurde zum "Polenlager Schönholz". Zudem wurde ein Bunker errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schützenhaus und das Restaurant Schloß Schnönholz zerstört. Das Schützenhaus wurde zu DDR-Zeiten wieder aufgebaut. Anstelle vom Restaurant Schloß Schnönholz entstand 1956 die Freilichtbühne Heide-Theater, die in den 1970er Jahren aufgegeben wurde. Wegen dem Bau der Berliner Mauer war die Schönholzer Heide mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbar. Der Bahnhof Wilhelmsruh lag ab 1961 in West-Berlin und die Strecke zum Bahnhof Schönholz gehörte zum Streckennetz von West-Berlin. Zudem war der Ausbau zum Volkspark wegen den Kriegsgräbern nicht erwünscht. Bereits 1909 wurde in der Schönholzer ein neuer Gemeindefriedhof (heute Friedhof Pankow V) von der Gemeinde Niederschönhausen angelegt. Im Zweiten Weltkrieg entstandt inmitten vom Park ein Friedhof für Kriegsopfer, der heute eine Kriegsgräberstätte ist. Zudem entstand der Park- und Waldfriedhof Schönholz (Friedhofs Pankow VI) inmitten vom Park. Im nördlichen Zipfel entstand nach 1945 das Sowjetische Ehrenmal Schönholzer Heide.

Wilhelmsruh
Nördlich der Schönholzer Heide liegt der Berliner Ortsteil Wilhelmsruh. Der Ort entstand mit der Gründung der Landhauskolonie Nordend (Rosenthal II) im Jahr 1875 zwischen den Dörfern Reinickendorf und Rosenthal. In den Folgejahren wurde die Kolonie Nordend zu einem Berliner Villenvorort, der 1894 Colonie Wilhelmsruh genannt wurde.

Bereits seit 1877 bestand am Weg zwischen Reinickendorf und Rosenthal die Haltestelle Rosenthal an der Nordbahn, die 1893 zum Bahnhof Reinickendorf-Rosenthal wurde. 1901 wurde neben diesem Bahnhof der Kleinbahnhof der Bahnstrecke der Heidekrautbahn der Reinickendorf-Liebenwalder-Groß Schönebecker Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft (heute Niederbarnimer Eisenbahn) eröffnet. Mit dem Bau und Ausbau der Berliner Mauer wurde der Kleinbahnhof Wilhelsmruhe der Heidekrautbahn, der auf Ost-Berlin Seite lag, abgerissen. Der Bahnhof Wilhelmsruhe der Nordbahn lag auf West-Berlin Seite.

1907 entstand am Ort Wilhelmsruhe ein Werk der Bergmann Elektrizitätswerke AG (Sigmund Bergmann & Co. OHG von 1891), das in den Folgejahren erweitert wurde. Zu DDR-Zeiten wurden die Bergmann-Werke in Wilhelmsruhe zum VEB Bergmann-Borsig. Ab den 1960er Jahren wurde in dem Werk unter anderem der Trockenrasierer "bebo sher" (bebo = Bergmann-Borsig) produziert. Die Berliner Mauer verlief genau zwischen dem Bahndamm der Nordbahn und dem Werksgelände. Aufgrund dessen wurde dort auf einen Todesstreifen verzichtet. 1990 wurde das Werk zur Bergmann-Borsig GmbH und 1991 nach Verkauf zur ABB Bergmann-Borsig GmbH, später Alstom Power Service GmbH. Das Werk im allgemeinen wurde zum PankowPark (Industriepark Pankow), in dem weitere Firmen ansässig wurden, wie Stadler Rail und Black Box Music.

In den Jahren 1924-1927 wurden in Berlin drei Umspannwerke gebaut. Eines davon als Umspannwerk Wilhelmsruh in der Kopenhagener Straße nahe dem Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh. Ein zweites wurde in Prenzlauer Berg in der dortigen Kopenhagener Straße und ein drittes in Kreuzberg am Ufer vom Landwehrkanal in der Straße Paul-Linke-Ufer gebaut. Alle drei Umspannwerke wurden auch unter den Namen E-Werk, Elektrizitätswerk, Abspannwerk oder Umformerwerk erwähnt. Der Bauherr war die Berliner Elektrizitätswerke AG (Bewag). Alle drei Werke wurden in den 1990er Jahren stillgelegt.


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