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Berlin erforschen und Brandenburg entdecken
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Mahlsdorf

Das ehemalige Dorf Mahlsdorf ist das letzte Dorf vor Polen innerhalb Berlins auf der Bundesstraße Richtung Osten. Das Dorf wurde während der Kolonisierung der Mark Brandenburg nach der Eroberung selbiger durch die Askanier im Jahr 1230 gegründet. Das Straßendorf liegt quer zur Straße von Berlin nach Frankfurt, die in ihrer alten Führung im Dorf einen Knick machte. Heute liegt der alte Dorfkern südlich und nördlich der Bundesstraße sowie im Norden südlich der Bahntrasse der Preußischen Ostbahn von 1867 im Norden. Erst 1895 wurde der Bahnhof Mahlsdorf eröffnet. Weiter südlich von Mahlsdorf, nahe der Ravensteiner Mühle (Rabensteiner Mühle), wurde im Jahr 1753 die Siedlung Kiekemal gegründet, die seit 1911 zur Gemarkung Mahlsdorf gehört, und von Kolonisten besiedelt. Von Berlin über Friedrichsfelde führte der Königsweg zur Kolonie Kiekemal. Um 1900 entstanden die Eigenheimsiedlungen Kolonie Mahlsdorf Süd und Kolonie Mahlsdorf Nord. Die Besiedelung der Kolonie Mahlsdorf Süd begann sowohl von Kiekemal als auch von Mahlsdorf aus. Die Besiedelung der Kolonie Mahlsdorf Nord begann von Mahlsdorf aus. Zudem entstand westlich und östlich vom Dorf Mahlsdorf die Eigenheimsiedlung Kolonie Mahlsdorf West und Kolonie Mahlsdorf Ost, die nicht explizit so genannt werden. Alle Kolonien sind Teil des größten zusammenhängenden Gebiets mit Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland.

In den Eigenheimsiedlungen der Kolonien in Mahlsdorf wurden einige Wohnhäuser unter Denkmalschutz gestellt, allerdings nur ein paar auserwählte und nicht alle, auch wenn viele baugleich sind. Einer der Architekten der Häuser war Bruno Taut.

Bei der Straßenbenennung in der Kolonie Mahlsdorf West wurde mit den Begriffen gespielt und Wege als Straßen sowie Straßen als Wege benannt. Die Hamsterstraße ist nur ein schmaler Weg und der Münsterberger Weg ist eine breite Straße, unter der die Trinkwasser-Druckrohrleitung Müggelsee-Lichtenberg von 1893 vom Wasserwerk Friedrichshagen zum Zwischenpumpwerk Lichtenberg verläuft.

1676 erwarb der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) das Dorf Mahlsdorf und unterstellte es dem kurfürstlichen Amt Köpenick. Der Gutshof Mahlsdorf vom Rittergut Mahlsdorf wurde zum Amtsvorwerksgutshof der Staatsdomäne Köpenick. 1780 entstand das heute noch erhaltene Gutshaus. Von 1816 bis 1849 wurde die Trennung von Dorf und Gut in der Feldmarkgemeinschaft (Separation) vollzogen. 1848 oktroyierte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die Verfassung für den Preußischen Staat als Reaktion auf die Märzrevolution in Berlin, woraufhin Gutsherren ihre Vorrechte verloren. Die Trennungen von Gutsbesitz und Bauernland (Gemeindeland) in der Feldmarkgemeinschaft fand anderswo bereits seit dem 16. Jahrhundert statt und insbesondere in der Zeit der Bauernbefreiung in Preußen ab dem 18. Jahrhundert. 1821 wurde das Amtsvorwerk Gut Mahlsdorf verkauft und wechselte in den Folgejahren mehrmals den Besitzer. 1880 wird der Gutsgarten zum Gutspark umgestaltet. 1919 ging das Gut Mahlsdorf an die Stadt Lichtenberg. 1920 wurde Mahlsdorf nach Berlin eingemeindet. Der Gutshof mit Gutshaus und Gutspark liegt südlich der Bundesstraße.

Am ehemals südlichen Zipfel vom Dorf Mahlsdorf, östlich vom Elsenteich, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bestand einst eine Schäferei. Dort war zuletzt bis 2016 ein Lagerplatz.

Der Ausbau der Straße von Berlin nach Frankfurt zur Chaussee Berlin-Frankfurt erfolgte um das Jahr 1824. Dabei wurde die von Berlin kommende Straße neu verlegt und direkt ohne Knick mit der nach Frankfurt verbunden. Diese Chaussee wurde zumindest bei Mahlsdorf in ihrem Verlauf zur heutigen Bundesstraße ausgebaut. Wer also über die Bundesstraße bei Mahlsdorf fährt, der fährt über ein ehemals bewohntes Grundstück eines ehemaligen Mahlsdorfers.


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