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Papenpfuhlbecken

Das Papenpfuhlbecken, kurz Papenpfuhl genannt, im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen liegt nördlich der Landsberger Alle zwischen Rhinstraße und Märkische Allee, sowie an der Eisenbahnstrecke vom Berliner Außenring südlich vom Güterverkehrssubzentrum (GVSZ) Bahnhof Nord-Ost sowie an der ehemaligen Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde. Der Anschluss der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde an das Eisenbahnstreckennetz bei Friedrichsfelde wurde mehrmals verlegt.

Der Papenpfuhl ist nicht nach Franz von Papen benannt, der im Zuge der Entnazifizierung als "Hauptschuldiger" eingestuft und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt wurde.

Das Wort Papen steht im Dialekt für Pfaffen. Das lässt darauf schließen, dass die Pfühle einst im Besitz einer Pfarrei waren. Als Pfuhl wird ein sumpfiges flaches Gewässer, ähnlich einem Tümpel, bezeichnet.

Den Namen Papenpfuhl führten 1788 drei bei Hohenschönhausen befindliche Gewässer.
In dem Gebiet nördlich vom Papenpfuhl bestand eine Kette von mehreren Pfuhlen, die beim Anlegen der städtischen Rieselfelder Falkenberg-Bürknersfelde verschwanden. Einzig ein Papenpfuhl blieb als sogenannter Wassergrund am südlichen Abfluss der städtischen Rieselfelder Falkenberg-Bürknersfelde erhalten, der heute der nordwestliche Teil vom Papenpfuhlbecken ist.

Ein weiterer Papenpfuhl besteht namentlich noch in Britz nordöstlich vom Britzer Garten in der KGA Am Marienfelder Weg, der bereits mit diesem Namen in der Landkarte von Schmettau aus den Jahren 1767-1787 markiert ist. Weiterhin gab es bereits mindesten 1900 einen Papenpfuhl westlich von Gatow, bevor dort Rieselfelder angelegt wurden, und der heute nicht mehr vorhanden ist, bzw. blieb der Name dort in den sogenannten Papenpfuhlenden der Gatower Rieselfelder erhalten. Südlich von Mehrow nordöstlich von Berlin besteht ein weiterer Papenpfuhl mitten auf einem Acker, der nicht mehr so genannt wird.

Durch den Papenpfuhl fließt der Marzahn-Hohenschönhauser Grenzgraben. Dieser Grenzgraben verlief entlang der Grenze zwischen dem Gemeindegebiet vom Dorf Marzahn und vom Dorf Hohenschönhausen im ehemaligen Landkreis Niederbarnim. Die Grenze zwischen den Ortsteilen Marzahn und Hohenschönhausen im Bezirk Lichtenberg von Berlin verläuft nicht entlang des Grabens, schneidet diesen aber. Der Verlauf einer Grenze entlang eines natürlichen Grabens war in Berlin und Umgebung nicht selten. Im weiteren Verlauf ist der Graben die ehemalige Grenze zwischen dem Gemeindegebiet vom Dorf Friedrichsfelde und dem Dorf (ab 1908 Stadt) Lichtenberg im ehemaligen Landkreis Niederbarnim, sowie heute noch zum Teil und ungefähr die Grenze zwischen den Ortsteilen Friedrichsfelde und Rummelsburg im Bezirk Lichtenberg von Berlin. Dort wird der zum größten Teil bedeckt kanalisierte Graben auch Rieselgraben genannt.

Das Quellgebiet vom Grenzgraben lag südlich von sowie um Falkenberg herum. Mit dem Anlegen der städtischen Rieselfelder Falkenberg-Bürknersfelde wurde der Graben in diese als Rieselgraben integriert. Mit dem Bau vom ehemaligen Klärwerk Falkenberg wurde der Graben zu einem Abflussgraben vom Klärwerk.

Der Grenzgraben mündet in die Spree beim Rummelsburger See, östlich vom ehemaligen Arbeitshaus Rummelsburg, am südöstlichen Ende vom Bolleufer, nahe der Georg-Löwenstein-Straße.

In den Papenpfuhl fließt zudem der Elsengaben. Das Quellgebiet vom Elsengraben liegt in der KGA Land in Sonne an der Wartenberger Straße. Der Elsengraben war nicht verbunden mit dem dortigen Rüdickengraben, der ein Abfanggraben der Malchower Rieselfelder war. In den Elsengraben mündete der ehemalige Schlangengraben östlich auf dem Gelände vom ehemaligen VEB Chemiehandel Berlin in der Marzahner Straße. Das Quellgebiet vom Schlangengraben war nördlich der Hochhäuser nördlich vom Gutshaus Hohenschönhausen, heute Parkplatz und Grünstreifen, in den 1920er Jahren als Straße 21 pojektiert. In den Schlangengraben mündet der Laake-Graben an der Kreuzung Plauener Straße und Marzahner Straße. Das Quellgebiet vom Laake-Graben liegt im Industriegebiet südlich der Gärtnerstraße sowie nördlich vom ehemaligen Industriebahnhof Hohenschönhausen. Zudem mündete der Feldgartengraben östlich der Wollenberger Straße in den Schlangengraben. Das Quellgebiet vom Feldgartengraben war entlang der Wollenberger Straße ab Marzahner Straße, womöglich ein Meliorationsgraben.

Im Jahr 1886 wird im Bericht der Deputation für die Verwaltung der Kanlisationswerke folgende zwei Gräben in den städtischen Rieselfeldern Falkenberg-Bürknersfelde namentlich genannt. Der Hohen-Schönhauser Grenzgraben und der Hohenschönhausen-Rummelsburger Vorfluthgraben. Wobei der Hohen-Schönhauser Grenzgraben als Vorfluthgraben, der nach Süden hin entwässert, erwähnt wird. 1882 wurde der Hohen-Schönhauser Grenzgraben zum Vorfluthgraben ausgebaut.

Östlich vom Papenpfuhlbecken befand sich bis um 1955 nördlich der Brücke der Landsberger Allee über den Berliner Außenring der Gutshof Bürknersfelde.

Das heutige Papenpfuhlbecken wurde um 1980 aus einem sogenannten Wassergrund der zu dieser Zeit außer Betrieb genommenen Hohenschönhauser Riesefelder und einem darin um 1970 angelegten Becken angelegt.


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