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Schlachthof Berlin

Der städtische Central-Vieh- und Schlachthof Berlin liegt im südöstlichen Zipfel vom Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow und wird meist dem Ortsteil Friedrichshain zugeschlagen. Am Areal vom Schlachthof bestand zudem die Lederfabrik Gebrüder Steinlein, die ab 1889 durch die Erweiterung des Schlachthofs hin zur Landsberger Allee mit Gebäuden vom Neuen Schlachthof umgeben wurde. Das direkt neben den Gebäuden der Lederfabrik stehende Gebäude der Darmschleimerei mit Gastwirtschaft, mit dem satteldachförmigen Oberlicht, gehörte zum Schlachthof.

Im Jahr 1876 kaufte die Stadt Berlin das Terrain für den städtischen Central-Vieh- und Schlachthof Berlin von der Landgemeinde Lichtenberg.

Für das Areal der Lederfabrik Gebrüder Steinlein existierten bereits 1881 Pläne für eine Bebbauung. 1884 erwarben die Lederfabrikanten Georg und Rudolf Steinlein das Areal. 1886 nahm die Lederfabrik Gebrüder Steinlein den Betrieb auf. Die Lederfabrik bestand anfangs aus zwei aneinandergebauten Hallen-Gebäuden einer Zurichterei und einer Gerberei (Grubenhaus). Von 1904 bis 1908 entstanden die beiden aneinandergebauten dreigeschossigen Gebäude einer Kalkerwerkstatt und einer Eisfabrik. Zwischen den beiden Gebäuden wurde ein schmales Treppenhaus-Gebäude gebaut, welches die beiden Gebäude verband. DasGebäude der Kalkerwerkstatt bestand im Erdgeschoß aus einer länglichen Halle, auf deren östliche Hälfte der Obergeschossbau gesetzt wurde. Am südöstlichen Risalit vom Kalkerwerkstatt-Gebäude wurde ein Treppenportal gebaut. 1914 wurden die Hallen-Gebäude der Zurichterei und Gerberei abgerissen und an ihrer Stelle zwei aneinandergebaute viergeschossige Gebäude einer Zurichterei und einer Gerberei mit Farbenhaus gebaut. 1935 wurde die Firma von R. Köhler und Frau E. Louis übernommen und als Lederfabrik Steinlein GmbH von Rudolf Steinlein verwaltet. 1945 wurden die Eigentümer enteignet und die Fabrik stillgelegt. Ab den 1950er Jahren wurden die Gebäude der Lederfabrik vom städtischen Central-Vieh- und Schlachthof Berlin genutzt. Ab 1963 wurden die beiden Gebäude der Kalkerwerkstatt und Eisfabrik als Bürohaus der Kombinatsleitung des VEB Berliner Fleischkombinats genutzt. Die beiden viergeschossigen Gebäude der Zurichterei und Gerberei mit Farbenhaus dienten zweitweise den Grenztruppen der NVA als Reservelager. In der südlichen Spitze des Fabrikareals stand die Villa Steinlein, die zu DDR-Zeiten abgerissen wurde. Ebenso wurde zu DDR-Zeiten die westliche Gebäudehälfte der viergeschossigen Zurichterei und die westliche Hälfte der Kalkerwerkstatt-Halle abgerissen. Ab 1990 wurden alle Gebäude nicht mehr genutzt. Ab 2007 wurden die beiden viergeschossigen Gebäude der Zurichterei und Gerberei mit Farbenhaus zum Loft umgebaut. Ab 2014 wurden die beiden dreigeschossigen Gebäude der Kalkerwerkstatt und Eisfabrik zum Loft umgebaut.
Das nebenanstehende Gebäude der Darmschleimerei mit Gastwirtschaft, mit dem satteldachförmigen Oberlicht, wurde ab 2014 zu Verkaufsräumen umgebaut.

Die Lederfabrik Gebrüder Steinlein wurde 1777 gegründet.
Die Gebrüder Georg und Rudolf Steinlein hatten vorher eine Lederfabrik in der Albrechtstraße 17, heute Hotel Albrechtshof.
Die Lederfabrik produzierte Spezialleder für Sattler, Täschner, Riemer, Wagenbauer und Miltärbedarf, sowie Rindleder zu Portefeuille-Fabrikation.
Nach dem Bau der Fabrik in der Thaerstraße 29 wohnte Georg Steinlein in der Frankfurterstraße 5 und Rudolf Steinlein in der Münzstraße 29. Ein Verkaufsladen bestand am Zwirngraben am Stadtbahnhof "Börse" (Hackescher Markt).
Ab mindestens 1910 waren die Fabrikbesitzer der Lederfabrik Rudolf und Bernhard Steinlein. Zu dieser Zeit wohnte Rudolf Steinlein am Kurfürstendamm 56 und Bernhard Steinlein in der Thaerstraße 29.
Die Eisfabrik wurde von 1912 bis 1919 als eigenständige Firma W. Belter & Cie mit Inhaber Bernhard und Rudolf Steinlein betrieben. Die Eisfabrik produzierte keimfreies Kristalleis aus destilliertem Wasser. Zu dieser Zeit war nur noch Bernhard Steinlein der Fabrikbesitzer der Lederfabrik Gebrüder Steinlein. Rudolf Steinlein wohnte in der Elbinger Straße 44.

Der Neue Schlachthof war mit dem alten Schlachthof durch einen unterirdischen Tunnel unter der Thaerstraße verbunden, der sich am erhalten Portierhaus befand und bereits zu DDR-Zeiten entfernt wurde.

Vom Neuen Schlachthof - westlich der Thaerstraße - blieben erhalten das Gebäude der Darmschleimerei mit Gastwirtschaft, 4 Gebäude an der Landsberger Allee, der Wasserturm und ein Stall-Gebäude an der Hausburgstraße, sowie das Verwaltungsgebäude und ein Portierhaus an der Thaerstraße.

Die drei Gebäude an der Landsberger Alle mit ihren Giebeln nach Art der Backsteinrenaissance gehören zum Neuen Schlachthof. Die zwei südlichen Gebäude mit diesen Giebeln waren Schweineschlachthäuser und das nördliche eine Verkaufshalle für ausländische Schweine (Bakonyer Halle). Das südlich stehende vierte Gebäude ist eher unscheinbar und war ein Schweinestall.


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